Regionalliga Nord · 32. Spieltag
18.11.2003Torschützen
- Sforza 1
- Grzegorczyn 1
- Guscinas 2
CFC Keine Tore
Spielbericht
Das Zünglein an der Waage kam nach Kiel um auch in dieser Stadt ein wenig rumzuzüngeln. In Kiel war man nach der Pokalpleite, man sollte eher sagen nach dem Pokaldesaster total am Boden. Der Trainer verordnete zunächst einmal am Abend ein Saufgelage in einer nahe gelegenen Discothek, um zu vergessen. Dementsprechend fiel das Sonntagstraining flach und am Montag konnte man sich dann nur noch ein wenig den wirklich allerletzten restalk nur mit kleineren Übungen aus den Gliedern bekommen. Chemnitz war vor den Spielen motiviert und wollte den Kielern die letzte Chance verbauen noch an den Aufstieg zu glauben.
Doch Totgesagte leben länger sollte es wieder einmal heißen. In Gestalt von GUSCI-RUSSKIE, fing Kiel an und rannte sofort auf das Tor von Bobel an. In der dritten Minute versenkte Guscinas das Leder zum 1:0 in den Chemnitzer Kasten - so schnell war es passiert, so schnell sollte das nicht sein dachte sich der Chemnitzer Trainer Schröder. Es war wenig zu sehen von den Himmelblauen und weiter ging die Post ab bei Kiel. 12.Minute 2:0 durch Sebastian Gregorczyn, der damit schon einmal alle Berliner auf´orchen und erzittern ließ.
Dann versuchte Chemnitz das erste Mal Richtung Preuss zu kommen, doch die Abwehrfalle schnappte zu und Avdic hatte das Nachsehen. Kiel weiter im Vorwärtsgang, Bobel versuchte alles rauszuholen und hatte einiges zu tun an diesem Abend. Die Abwehr, ansonsten wirklich klasse hielt heute nicht was sie sonst versprach. Die Grätschen verliefen sich im rasen und die Narben waren auch eher dort zu finden, als an den Kieler Beinen.
Nach einer halben Stunde dann brachte Sforza einen Schuss im linken unteren Eck unter, so dass es bereits 3:0 stand und der Vorsprung uneinholbar schien. Es lief nicht rund bei den Chemnitzern und so spricht allein die Halbzeitstatistik ihre Bände.
Schüsse 9 : 3
Ecken 1 : 1
Ballbesitz 52% : 48%
Nach dem Seitenwechsel wieder Kiel mit den ersten Möglichkeiten, doch der CFC raffte sich auf und kämpfte, doch Preuss und das restliche Team von Coach Scheidl hielt dagegen. Das Spiel wurde offener, doch die Vorteile waren weiterhin bei den Störchen. Chemnitz konnte sich nicht entfalten, Kiel grätschte klug viele Pässe ab, was Chemnitz mit der Zeit auch besser gelang, doch es fehlte das letzte Mittel, um zum Torerfolg zu kommen. Kiel machte es dann wieder besser und in der 68.Minute schoss Guscinas zuerst einen Verteidiger an, der Torwart liegt bereits und so hat Guscinas keine Mühe, den zu ihm zurückgesprungenen Ball ins Netz zu schieben.
Damit war alles vorbei für Chemnitz - Kiel spielte ruhig und gelassen weiter, und war nicht mehr ganz so konzentriert, so dass der CFC noch zu ein paar Chancen kamen, doch diese waren alle nicht gut genug, um Preuss heute zu überwinden. So blieb es beim 4:0 für die Ostseekicker, und sie können nun positiv in die nächsten Spiele gehen.
Trainer David Scheidl nach dem Spiel:"Wir haben heute ein gutes Ergebnis vorgelegt, das muss Union Berlin erst einmal im Nachholspiel nachmachen. Wir werden nun weiterspielen und sehen, was die anderen machen, was anderes bleibt uns einfach nicht übrig. Ich gratuliere den Jungs, die es geschafft haben sich nach dem Pokalspiel wieder aufzubauen und sich auf die wichtigen Ligaspiele konzentrieren."
Trainer Karsten Schröder entgegnete hierzu:"Was soll ich sagen. Ich bin sprachlos. Was meine Mannschaft in der Anfangsphase der Partie gezeigt hat, das war unwürdig. Es tut mir leid. Ich schäme mich zutiefst für diese Mannschaft, die auf leichtfertige Art und Weise den fairen Wettbewerb im Aufstiegskampf aufs Spiel gesetzt hat. Ich sage nicht, dass wir ohne den schnellen und deutlichen Rückstand dieses Spiel gewonnen hätten. Nein, aber wir hätten den Kielern garantiert einen Tanz geboten, den sie so schnell nicht vergessen hätten. Was meine Mannschaft - insbesondere meine Verteidigung - sich aber heute erlaubt hat, das ist für mich eine schwere persönliche Kränkung. Das war ehrlos, einfach furchtbar, so etwas habe ich noch nicht erlebt. Ein 1:6 gegen Gladbach darf passieren, auch ein 0:4 gegen Kiel darf passieren. Aber es ist immer eine Frage des Zustandekommens. Und da hat meine Mannschaft am heutigen Tage nicht nur den Fair-Play-Gedanken beleidigt und für eine Wettbewerbsverzerrung ohnegleichen gesorgt - nein, sie hat auch dem Image des Vereins nachhaltig geschadet. Der nach Berlin zu schickende Kasten Bier wird den Spielern selbstverständlich vom Taschengeld abgezogen. Obwohl...vielleicht schicken wir auch den Kasten aus Kiel direkt weiter. ;)"
Tore: 4 : 0
Schüsse: 18 : 9
Ecken: 2 : 4
Fouls: 1 : 2
Abseits: 1 : 1
Karten: 0 : 1
Zweikämpfe: 22 : 32
Pässe: 83 % : 80 %
Ballbesitz: 52 % : 48 %
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