Regionalliga Nord · 8. Spieltag
02.08.2003
Fortuna
2 : 1
Energie
Someg 02.08. audistar
24.000 Zuschauer
Torschützen
Fortuna
  • Emerson 2
Energie
  • Cizek 1
Spielbericht
"It´s coming home - it´s coming home"

Die Bundesliga ist zurueck im Ersten und was ist aus den wenig guten, alten RAN-Zeiten geblieben?

Die HERMES HOUSE BAND ist zustaendig fuer die muskalische Aufbereitung des Fußballs. Das Positive daran: ihr "Three Lions" klingen eigentlich identisch wie das Original und mit dieser Feststellung schalten wir direkt weiter nach Duesseldorf in das Paul-Janes-Stadion, wo die ansaessige Fortuna die Energie aus Cottbus empfaengt.

Ja, meine Damen und Herren, 11.600 Zuschauer haben sich in der prallen Sonne in das ausverkaufte Stadion gedraengt und von beiden Seiten ist beste Fußballstimmung angesagt. Fanchoere der Extraklasse hallen durch das stetig anwachsende Rund, das die Fortuna ihre Heimat nennt und schon laufen beide Teams auf den Rasen. Die erste Ueberraschung: Duesseldorf hat die Heimtrikots im Schrank des Zeugwarts gelassen und praesentiert sich in ihren hell blauen Glueckstrikots wodurch Cottbus in ihren Heimtrikots antreten koennen. Amir Shapourzadeh und Luiz Firminho Emerson stehen im Mittelkreis und erwarten den Anpfiff von Schiri Simmelboeck um den Ball ins Spiel bringen zu duerfen, doch schnell wollen wir noch die Vorgeschichte des Spiel erzaehlen.

Duesseldorf gegen Cottbus: ein Spiel mit besonderer Brisanz. Vor der Saison hat Duesseldorfs Trainer Frank Goetze bereits die Devise ausgegeben, dass gegen alle seine Exclubs zu punkten sei, damit man am Ende der Saison auch vor ihnen in der Tabelle stuende. Ausserdem sind sich die Strategen vom Niederrhein absolut sicher, dass das Saisonziel Platz 9 insbesondere gegen eben diese Cottbusser zu verteidigen sein wird. Somit handelt es sich von ihrer Seite um ein 6 Punktespiel am 8. Spieltag.

ANPFIFF!!!

Ohrenbetaeubender Laerm laesst selbst noch die weit entfernte Altstadt in ihren Grundmauern erzittern und im Rhein werden tsunamiaritge Flutwellen gemeldet, doch hier steigt die Fußballparty und jeder hier ist wohl froh, an dieser atemberaubenden Stimmung teil haben zu duerfen. Duesseldorf spielt den Ball zurueck in die eigene Haelfte und Cottbus setzt nicht nach. Man zieht sich in die eigene Haelfte zurueck und will die Gastgeber offensichtlich kommen lassen. Wenn sich das mal nicht als Fehler entpuppen wird, denn viele Spiele haben bislang bewiesen, dass man die Fortuna nicht in Spiellaune kommen lassen sollte, ABER Cottbuss Trainer Michael Autrum scheint sich seiner Hintermannschaft sehr sicher zu sein und wird das Spiel wohl aus einer massiven Hintermannschaft heraus gestalten wollen.

Von Beginn an zeigt sich immer wieder Neuerwerbung Amir Shapourzadeh auf seiten der Gastgeber, der im voran gegangenen Spiel gegen Kickers Emden den hohen Erwartungen als Nachfolger fuer Dr. Breetveld kaum gerecht werden konnte, im offensiven Mittelfeld, forderte den Ball, sicherte ihn wie einst Guenther Netzer gegen Gegenspieler ab und kann von einem Verteidiger alleine gar nicht gestoppt werden. Zwei, drei Gegner zieht er auf sich, dabei nie die Mitspieler aus den Augen lassend und bietet sich die Gelegenheit, spielt er den Pass in die Spitze. Allerdings bietet sich die Gelegenheit aeusserst selten. Die Gaesteabwehr steht hervorragend. Abgesehen von einer offensichtlichen Zweikampfschwaeche kann man ihnen nicht den geringsten Makel attestieren. Passwege und somit Torchancen sind absolute Mangelware. Drei mal kommen Duesseldorfer Spieler zu Schussmoeglichkeiten, doch dann steht immer noch Cottbuss Neuzugang Robert Wulnikowski souveraen zwischen den Pfosten, der die Stuermer allzu gut aus unzaehligen Trainingsspielen mit seinem alten Arbeitgeber Union Berlin kennt.

Dann die 29. Minute. Amir Shapourzadeh, die 21-jaehrige Duesseldorfer Hoffnung, die beim Einlaufen von den Fans mit "Amirdonna"-Sprechchoeren begruesst wurde, zieht wieder mal drei Abwehrspieler auf der halb linken Position auf sich, macht einen Haken, noch einen, tanzt mit den Gegnern nach Belieben, sieht Luiz Firminho Emerson wie immer gut bewacht in den Strafraum laufen, spuert instinktiv, was sein Mitspieler als naechstes machen wird, naemlich mit einer schnellen Drehung in den Ruecken seinen Bewachers zu kommen, stoppt den Zentimetergenauen Pass an der rechten Ecke des 5-Meterraums mit recht und haemmert ihn mit mit links an den Innenpfosten. Unhaltbar fuer Wulnikowski. Bevor die Spieler zum Jubel ansetzen kann, gibt Michael Autrum seiner Mannschaft neue taktische Anweisungen und so kann man nun ein etwas muntereres Spiel als bislang erwarten.

Cottbus nun im Zugzwang. Die dichte Abwehr muss aufgelockert und mehr Energie in den Angriff, bzw. erst einmal den Aufbau gesteckt werden und das versuchen sie auch bemueht. Doch Fortuna jetzt mit einem Lauf, erarbeitet sich zwei Riesenchancen, doch wieder steht eben Robert Wulnikowski goldrichtig.

Wer sich nun wundert, dass bislang noch nichts Positives von Cottbusser Angriffsbemuehungen berichtet wurde: es gab noch keine. Doch das aendert sich in diesem Moment. Steiler Pass durch die Mitte und auf einmal laeuft Martin Cizek alleine auf das Tor von Dennis Prostka zu, nur muehselig verfolgt von der gegnerischen Verteidigung. Schuss aus 30 Metern und der Ball wird zur Ecke geklaert. Es ist die 45. Minute und es geht in die Halbzeit mit dem Stand von

1:0 fuer Duesseldorf, hoch verdient, doch in der heimischen Anhaengerschaft sind auch zweifelnde Stimmen zu hoeren, dass Duesseldorf mit so knappen Fuehrungen haeufig nachließen und das Spiel am Ende noch verloeren.

Anstoß zu zweiten Haelfte und Cottbus kommt direkt besser ins Spiel, was allerdings keine Angriffe zur Folge hat, jedoch auch saemtliche Angriffe der Gastgeber ausschaltet. Dann in der 56. Minute wieder ein wunderschoener Pass durch die Mitte auf Martin Cizek, der sich vom Gegenspieler loest und auf das Tor zustuermt. Jan Sandmann kann ihm zwar folgen, greift jedoch um eine rote Karte wegen Notbremse zu vermeiden nur halbherzig ein und alle im Stadion sind ziemlich ueberrascht, als sich Cizek in ca. 25. Meter Torentfernung ein Herz fasst und einen Schuss wie ein Strich auf den Duesseldorfer Kasten loslaesst, der mit einem satten Schmatzen ins Netz einschlaegt. 1:1 Ausgleich. Cottbus im Jubel! Die vielen mitgereisten Fans koennen ihr Glueck kaum fassen und Trainer Michael Autrum steht mit dem siegesgewissen Gesichtsausdruck eines Mannes am Spielfeldrand, dessen Taktik absolut aufgeht.

Minimal geknickt wirkten die Gastgeber beim Verrichten des Anstoßes, immerhin dominierten sie mit ueber 70% Ballbesitz das Spiel und fingen sich dann diesen ungluecklichen Konter ein und so machte zum ersten Mal in der Partie Cottbus das Spiel und erarbeitet sich in der 63. Minute eine 100%ige Chance zur Fuehrung, doch auch Duesseldorfs Dennis Prostka hat entgegen des Eindrucks beim Gegentreffer keinen schlechten Tag erwischt und kann den Ball akrobatisch klaeren. Den Altbier-trinkenden Fanscharen schwante Arges. Wieder koennte es so ein Spiel werden, in dem man den Gegner durch die Spielweise beeindruckt, die Punkte ABER dennoch weggeben muss. Doch ein Mann weckt seine Mitspieler auf.

Amir Shapourzadeh redet seinen Kollegen ins Gewissen, glaubt noch an den Sieg, arbeitet vorne wie hinten und bietet sich immer wieder als Anspielstation an. Die Fans merken, dass heute etwas anders ist, skandieren frenetisch "FOR-TU-NA ... FOR-TU-NA ... FOR-TU-NAAAA!" und langsam fangen sich die Hellblauen wieder und ziehen das ruhige Aufbauspiel der ersten Haelfte auf. Die Gaeste wirken ein wenig erschoepft und nach einer weiteren von Wulnikowski parierten Großchance reagiert Michael Autrum mit drei Auswechslungen, die in der 80. Minute bei einer Ecke der Gastgeber ausgefuehrt werden. Ein wenig veraergert wartet Shapourzadeh ab, bis die drei Spieler langsam trabend den Rasen verlassen haben um dann endlich den ruhenden Ball spielen zu koennen. Hoch kommt der Ball in den Strafraum, die Abwehr kann klaeren doch Duesseldorf setzt umgehend nach spielt den Ball wieder an den Strafraumrand, wo sich mittlerweile wieder Shapourzadeh postiert hat, der sieht die Luecke, visiert die Ecke an, zieht ab, Wulnokowski kann parieren, doch fliegt der Ball in hohem Bogen an den rechten Rand des 5-Meterraums, ein Cottbusser Verteidiger verschaetzt sich und rutscht am Ball vorbei, der Duesseldorfer Emerson kommt in Ballbesitz, waehrend Wulnikowski geistesgegenwaertig aus dem Kasten stuerzt, Emerson fackelt nicht lang, schiebt den Ball flach unter Wulnikowski ins lange Eck. 2:1 fuer die Gastgeber. Wieder dieser Luiz Firminho Emerson. Grenzenloser Jubel auf Seiten der Gastgeber. Enttaeuschung in den Gesichtern der Gaeste.

86. Minute. Noch ist das Spiel nicht gelaufen. Cottbus hat noch alle Chancen zum erneuten Ausgleich, doch entweder fehlt die Kraft oder die Cleverness, doch nun spielt nur noch ein Team und das ist der Gastgeber. Drei Chancen erarbeiten sie sich in den verbleibenden 4 Minuten und der ziemlich langen Nachspielzeit, doch es bleibt beim Stand vom 2:1, wobei sich Cottbuss Latoundji noch eine rote Karte wegen Schiriumstossens abholte.

Nach dem Spiel zeigte sich Michael Autrum sehr fair, gratulierte seinem Trainerkollegen zum "verdienten Sieg" und aeusserte sich vor der Presse: "Wir haben gekaempft wie ein Baer, doch am Ende reichte es nicht. Wir muessen trainieren, auch gegen solch zweikampfstarke Teams bestehen zu koennen."

Matchwinner des Spiels Luiz Firminho Emerson: "Was heisst Matchwinner. Ich stand an der richtigen Stelle, als der ueberragende Mann der Partie seine Genialitaet aufblitzen ließ und musste dann eigentlich nur noch einschieben. Wenn es einen Matchwinner gab, dann war es Amir!"

Ein packendes Spiel konnte man heute bestaunen und mit den Impressionen der feiernden Fans, Duesseldorfer und Cottbusser Arm in Arm, wechseln wir weiter zur naechsten Begegnung und freuen uns auf das naechste Auftreten des Amirdonnas, denn von diesem Mann kann man wohl noch Manches erwarten.

"It´s coming home - it´s coming home"
Kommentare (8)
Der Vorstand von Cottbus dazu: Ein sehr gelungener Bericht und die Glückwünsche gehören am heutigen Tage ganz allein Ihnen, Doch bin ich auch sehr stolz auf meine Mannen, Denn wie sie so schön schriben:" Wir haben gekämpft wie ein Bär", welches sich für ein Ossi Club natürlch gehört :-)
Alles gute noch den Düsseldorfern!
audistar · 02.08.2003 17:44 Uhr
Der Vorstand von Cottbus dazu: Ein sehr gelungener Bericht und die Glückwünsche gehören am heutigen Tage ganz allein Ihnen, Doch bin ich auch sehr stolz auf meine Mannen, Denn wie sie so schön schriben:" Wir haben gekämpft wie ein Bär", welches sich für ein Ossi Club natürlch gehört :-)
Alles gute noch den Düsseldorfern!
audistar · 02.08.2003 17:44 Uhr
da muss ich aber verdammt nüchtern sein und verdammt viel zeit haben um mir den bericht anzutun @ someg ;-))
du hast eindeutig zuviel zeit am wochenende...gibts da keine arbeit in der bank zu machen? ;-)
Moskito · 03.08.2003 21:27 Uhr
da muss ich aber verdammt nüchtern sein und verdammt viel zeit haben um mir den bericht anzutun @ someg ;-))
du hast eindeutig zuviel zeit am wochenende...gibts da keine arbeit in der bank zu machen? ;-)
Moskito · 03.08.2003 21:27 Uhr
Klasse Bericht!!!! Und der nachfolgende Bericht ist ja auch noch fast so lang. Düsseldorf ist es somit nach 2 Niederlagen gelungen sich wieder aufzuraffen.
Osiris · 04.08.2003 18:17 Uhr
Klasse Bericht!!!! Und der nachfolgende Bericht ist ja auch noch fast so lang. Düsseldorf ist es somit nach 2 Niederlagen gelungen sich wieder aufzuraffen.
Osiris · 04.08.2003 18:17 Uhr
Danke, war ein wirklich spannendes Spiel... AnnA saß daneben und hat gutmitgefiebert;-)
Someg · 05.08.2003 08:14 Uhr
Danke, war ein wirklich spannendes Spiel... AnnA saß daneben und hat gutmitgefiebert;-)
Someg · 05.08.2003 08:14 Uhr