Oberliga Nord · 2. Spieltag
24.01.2007
F. Köln
2 : 2
SGW 09
MadMax 24.01. Bisco
600 Zuschauer
Torschützen
F. Köln
  • Kolkka 2
SGW 09
  • Ewertz 1
  • Iyodo 1
Spielbericht

Bei eisiger Kälte empfing die Fortuna aus Köln schon einen Tag nach dem unglücklichem Aus im VDFB Pokal die SG Wattenscheit. Die Kölner wollten nach den beiden Niederlagen gegen Göttingen und Norderstedt die ersten Punkte einfahren und den Fans ein Erfolgserlebnis geben. Außerdem zeigte sich Coach Armgart vor Anpfiff in einer kurzen Stellungnahme weiter zuversichtlich das sich das verschärfte Ab- und Fernschusstraining bezahlt machen wird. Und um es vorwegzunehmen.....das tat es auch heute.

 

Das Spiel begann sehr temporeich. Beide Mannschaften zeigten das sie gewollt sind die ersten Punkte in der Liga einzufahren. Die Kölner Hintermannschaft wirkte noch etwas angeschlagen von der Niederlage gestern und war nicht mit Spielanpfiff mit dem Kopf bei der Sache. Die Wattenscheiter nutzen diese Ungeordnetheit eiskalt und Ewerts vollendete ein schönes Passspiel mit dem 0 – 1.
Doch die Kölner zeigten sich kein bisschen angeschlagen und spielten weiter munter nach vorne. Der vor wenigen Tagen auf die Transferliste gesetzte Milovanovic wurde immer wieder gesucht. Doch kam der finale Pass zu ungenau oder der Ball wurde in der glänzend stehenden Wattenscheiter Abwehr vertändelt. Jeder Ballverlust wurde dann auch sofort von den kontergefährlichen Gäste zum Gegenzug genutzt. Doch ging es ihnen wie den Hausherren. Bei der Innenverteidigung war Schluss. Es war ein temporeiches Spiel in den sich die beiden Mannschaften munter die Bälle gegenseitig wegnahmen. Nachdem in der 40 Minute ein Schuss von Milovanovic nur an den Pfosten ging tat es Kolkka erfolgreicher. Wenn kein durchkommen in den Strafraum ist muss man es halt mal aus der zweiten Reihe versuchen. Er tat es und schoss das Leder beherzt unhaltbar  ins linke Eck. Er lief sofort Richtung Coach Armgart und fiel ihm in die Arme. Das ist nur darauf zu deuten das das Tourschusstraining richtig durchgeführt wurde. Coach kochte hingegen und saß mit verschränkten Armen auf seinem Stuhl. Die Kölner Fans feiert den Ausgleichtreffer wie einen Siegtreffer mit einem lauten KÖLLE ALAAF!!!!!

 So ging es dann mit dem 1 – 1 in die Halbzeit wo die Glühweinausschenker eine Menge zu tun hatten. Wie auch im Pokalspiel spendierte die Fortuna für die mitgereisten Gästefans zwei große Fässer Glühwein von den Weihnachtsmarktrestbeständen. Es war eine unangenehme Kälte heute Abend im Stadion doch das Spiel war ein munteres Hin und Her wo es dem Zuschauer warm ums Herz wurde. Es passierte in der zweiten Hälfte jedoch nicht mehr viel. Keine der Mannschaft wollte ihr Spiel zu sehr öffnen und wartete auf den Fehler des anderen. Ab der 75. Minute schienen sich beide Teams mit dem Punkt abgefunden zu haben und sie setzten nicht mehr zuviel in die Waagschale sondern kamen noch zu vereinzelten Chancen die halbherzig vollendet oder vom gegnerischen Torwart unterbunden wurden. Die Fans beider Mannschaften feierten ausgewärmt von Glühwein sich selbst und ihre Teams und die „Nichtniederlage“. Als die ersten Zuschauer schon das Stadion verließen um nicht im Stau zu stehen und auch beide Trainer zufrieden aufgrund des Punktgewinns ausschauten geschah das was aus Augen der Kölner passieren musste. In so vielen Testspielen war man in der Nachspielzeit unkonzentriert und wurde bestraft.  Und so war es jetzt schon wieder. Der Schiri zeigte 1 Minute Nachspielzeit an und die Wattenscheiter wollten auch nur noch wie die Domstädter die letzten Sekunden runterlaufen lassen. Sie schwakten den Ball aus der Abwehr weit nach vorne. Die Kölner Abwehr war aufgrund eines eigenen Angriffs sehr weit mit aufgerückt und hatte dabei allerdings vergessen  das es kein Abseits ist wenn der Pass noch in der eigenen Hälfte angenommen wird und niemand hinter dem Spieler steht. So war es und Iyolde nahm das Geschenk wenige Zentimeter vor der Mittellinie dankend an und lief völlig frei auf Torwart Müller zu. Dieser schien schon leicht gefröstelt und lief zu spät dem Spieler entgegen. Iyolde suchte sich die rechte aus und versank das Ei im Nest. Trainer Schueler lief wie von der Tarantel gestochen zu dem Torschützen und versank in der gesamten Spielertraube. Währenddessen schnappte sich der Torschütze aus dem Spiel gegen Norderstedt Zischlarz das Leder und trieb seine Mannschaftskollegen an sich gefälligst wieder aufzustellen. Auch Coach Armgart gestikulierte lautstark an der Seitenlinie. So wollte er nicht schon wieder verlieren. Seine Mannschaft folgte ihm und warteten auf die Wattenscheiter. Diese zeigten sich fair und stellten sich ebenfalls schnell auf. Trainer Schueler war das Grinsen über diese scheinbare Entscheidung am Ende der Nachspielzeit nicht mehr aus dem Gesicht zu nehmen. Aus dem Wattenscheiter Fanblock erklang lautstark „Auswärtssieg Auswärtssieg“ Doch unbeirrt davon ,motiviert und kämpferisch eröffneten die Hausherren die letzten Sekunden. Jeden Moment war mit dem Schlusspfiff zu rechnen. Sie warfen jetzt alles nach vorne und Topmöller sah auf einmal eine große Lücke. Er spielte den Ball zu Kollka der aber wieder zu weit nach außen lief. Er drehte in Schweinsteigerart wieder zur Mitte und zog mit aller Hoffnung aus ca. 17 Metern ab. Niemand im Stadion konnte es glauben....das Netz bewegte sich und der Ball hüpfte in ihm. Die Wattenscheiter Verantwortlichen, Spieler und deren Anhang standen wie Eisstatuen wortlos da während der Jubel der Kölner keine Grenzen mehr kannte. Dieser Treffer wurde wie ein Sieg gefeiert. Der Schiri pfiff das Spiel nochmals an aber kurz darauf folgte der Schlusspfiff. Meine Damen und Herren....so eine Schlussphase der Emotionen erlebt man selten live. So sehr der Gästecoach beim Siegtreffer auch grinste so weit unten waren jetzt nach Schlusspfiff seine Mundwinkel. Er wollte nur noch schnell nachdem er sich mit der Mannschaft bei den Fans bedankt und verabschiedet hat in die warme Kabine. Im Spielertunnel konnte noch folgendes Statement ihm entlockt werden : Ein gerechtes Remis. Auch wenn wir das Spiel nach der Führung über die Zeit retten mussten. Aber wir waren noch so mit unserer Schadenfreude beschäftigt, das wir es nicht anderes verdient haben. Soll ich Glückwunsch an den Gegner ausrichten? Ich weiss es nicht !?! Coach Armgart nahm sich mit zufriedenem Gesicht dann etwas mehr Zeit: Ich schließe mich meinem Trainerkollegen an es war ein gerechtes Remis. Keine der beiden Mannschaften hat das Spiel wirklich dominiert und so konnte ich ab der 80. Minute  mit der Punkteteilung gut leben auch wenn mir und den Spielern diese Negativerlebnis der Nachspielzeit im Hinterkopf waren. Doch da die Wattenscheiter auch nix zwingendes mehr machten hatte ich den Punkt schon in Gedanken in der Tabelle verbucht. Ich konnte es nicht glauben was ich dann sah. Diesen brutalen stümperhaftem Stellungsfehler meiner gesamten Verteidigung die sonst über die gesamten 90 Minuten ein absolut zufriedenstellendes Spiel gemacht hat. Und da dachte ich mir nur.....*zensiert*. Und so kam es dann auch. Aber das konnte und durfte nicht schon wieder passieren. Ein dickes Lob an meine Mannschaft wie sie sich aufrappelte und dann noch den verdienten Ausgleich erzielte. Es war mir doch eine inner Genugtuung nach dem ich die Schadenfreude bei Trainer Schueler und seinen Spielern sah. Sein wir mal ehrlich.....was kann es schöneres in so einer Situation geben?!  J Die Freude über den Punktgewinn und dem Gegner der absolut fair gespielt hat eins auszuwischen....Das ist nun mal Fußball  Sicher war es ein glücklicher Punktegewinn aber so ist nun mal die Null in der Tabelle weg und wenn wir jetzt kontinuierlich in den nötigen Bereichen weiterarbeiten bin ich optimistisch das wir in Essen durchaus gewinnen können. Sicher haben wir heute beide Tore durch Fernschüsse gemacht aber nach den teilweise katastrophalen Abschlüsse der letzten Spiele bin ich mit Kolkka natürlich mehr als zufrieden das er es nun so umsetzt wie wir es erwarten. Das soll absolut nicht heißen das wir uns jetzt auf Fernschüsse spezialisieren wollen, aber wenn die Abwehr des Gegners zu gut im eigenen Strafraum steht sind sie eine gute Alternative. Es war ein aufgrund der Dramatik glücklicher Punkt aber in Nachbetrachtung auf die 90 Minuten eine verdiente Punkteteilung.     
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