
Emsland News
Meppen – Der SV Meppen ist zurück, und wie! Nach einer durchwachsenen Vorbereitung, zahlreichen Diskussionen über den Kader und der schwierigen Frage, ob die Mannschaft überhaupt gut genug für den direkten Aufstieg aufgestellt ist, liefern die Emsländer plötzlich genau die Antworten, auf die das gesamte Umfeld gewartet hat. Zwei Spieltage sind absolviert, zwei Siege stehen zu Buche – und ein Neuzugang sorgt bereits für Schlagzeilen, die man in Meppen so schnell nicht vergessen dürfte.
Zwei Spiele. Zwei Siege. Elf Tore von Jonathan Burkardt.
Was sich in den vergangenen Wochen noch nach einer riskanten Saisonplanung angefühlt hatte, entwickelt sich gerade zu einem echten Aufstiegsprojekt. Doch bei aller Euphorie bleibt klar: Die Saison ist noch lang, und die größte Bewährungsprobe steht bereits vor der Tür.
Der Kader steht – und Meppen hat nachgelegt!
Die Vorbereitung war nicht frei von Problemen. Beim Turnier in Belek zeigte der SV Meppen nur wechselhafte Leistungen. Das 2:2 gegen Union Berlin, den Aufsteiger in die erste Liga, war durchaus ein Achtungserfolg. Andere Auftritte blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück. Auch in den Freundschaftsspielen fehlte zunächst die Konstanz.
Dazu kam die schwierige Kaderplanung. Der feststehende Abschied von Kramarić hinterließ eine Lücke, die vor Saisonbeginn für zusätzliche Unsicherheit sorgte. Es fehlte ein gelernter Linksverteidiger, und auch im Sturm war die Auswahl alles andere als komfortabel. Demirović war zwar weiterhin eine Option, konnte zuletzt aber nicht konstant die erhoffte Leistung abrufen.
Im Vorstand wurde deshalb intensiv darüber diskutiert, wie dieser Kader rechtzeitig für den Aufstieg konkurrenzfähig gemacht werden sollte. Die Verantwortlichen mussten handeln – und inzwischen ist klar: Der Verein hat seine Hausaufgaben zumindest auf dem Transfermarkt erledigt.
Mit Kaua Santos, Jonathan Burkardt und dem ausgeliehenen Tom Bischof wurden drei wichtige Personalien geklärt.
Kaua Santos soll der Mannschaft zwischen den Pfosten zusätzliche Qualität und Sicherheit geben. Gerade angesichts der hohen Erwartungen an die Defensive wird seine Rolle von großer Bedeutung sein.
Tom Bischof bringt zusätzliche Möglichkeiten für das Mittelfeld mit. Seine Aufgabe wird es sein, die Mannschaft spielerisch zu unterstützen, Räume zu finden und die Verbindung zwischen Defensive und Offensive zu verbessern.
Und dann ist da natürlich noch Jonathan Burkardt.
Der Neuzugang wurde als echter Topstar verpflichtet – und bereits nach zwei Spieltagen lässt sich sagen: Dieser Transfer hat eingeschlagen wie eine Bombe.
Burkardt macht aus dem Saisonstart eine persönliche Gala
Der erste Spieltag war eine Machtdemonstration. Meppen gewann mit 8:2 und setzte direkt ein Ausrufezeichen an die gesamte Liga. Doch während die Mannschaft als Kollektiv überzeugte, stellte ein Spieler alle anderen in den Schatten.
Jonathan Burkardt traf gleich achtmal.
Acht Tore in einem einzigen Spiel sind eine Ansage, die weit über die Grenzen des Emslands hinaus für Aufmerksamkeit sorgen dürfte. Der Stürmer zeigte sich eiskalt vor dem Tor, bewegte sich hervorragend in den freien Räumen und nutzte seine Chancen konsequent aus. Was andere Angreifer über mehrere Wochen sammeln, erledigte Burkardt in einer einzigen Partie.
Noch beeindruckender ist allerdings, dass es nicht bei diesem einmaligen Ausreißer blieb.
Am zweiten Spieltag wartete mit Greuther Fürth die nächste Aufgabe. Meppen gewann die Partie mit 4:1 und zeigte erneut, dass die Mannschaft nicht nur von einem außergewöhnlichen Ergebnis lebt. Burkardt erzielte diesmal einen Hattrick und bereitete zusätzlich einen weiteren Treffer vor.
Damit steht der Neuzugang nach gerade einmal zwei Saisonspielen bei unglaublichen elf Toren und einer Vorlage.
Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann – und die natürlich auch die Erwartungen an den Stürmer weiter steigen lässt.
Doch genau hier wird sich zeigen, wie gefestigt diese Mannschaft wirklich ist. Gegner werden sich zunehmend auf Burkardt einstellen, Räume zustellen und versuchen, seine Wirkung zu begrenzen. Dann müssen auch die anderen Offensivspieler Verantwortung übernehmen.
Die bisherigen Auftritte machen allerdings Hoffnung: Meppen verfügt nicht nur über einen treffsicheren Angreifer, sondern auch über Spieler, die ihn mit Tempo, Kreativität und klugen Pässen unterstützen können.
Die neue Mannschaft nimmt Gestalt an
Ein Blick auf die aktuelle Aufstellung zeigt, dass sich inzwischen ein klares Gerüst herausbildet. Kaua Santos steht im Tor, davor sollen Lienhart und Kohr für Ordnung und Stabilität sorgen. Im Mittelfeld bringen Prömel und Bischof unterschiedliche Qualitäten ein, während Beste, Atik und Touré offensive Impulse setzen können.
Burkardt bildet derzeit die Spitze des Angriffs und hat in den ersten beiden Begegnungen eindrucksvoll bewiesen, welche Durchschlagskraft er mitbringt.
Gerade diese Mischung könnte für Meppen entscheidend werden. Die Mannschaft hat Erfahrung, junge und entwicklungsfähige Spieler sowie inzwischen einen Stürmer, der Spiele praktisch im Alleingang entscheiden kann.
Allerdings sollte man die ersten beiden Spieltage auch nicht überbewerten. Ein 8:2 und ein 4:1 sind starke Ergebnisse, doch eine komplette Saison wird nicht allein durch solche Offensivleistungen entschieden. Auch die Defensive muss regelmäßig beweisen, dass sie gegen unterschiedliche Spielweisen bestehen kann.
Die Verantwortlichen wissen, dass die Mannschaft an dieser Stelle weiterarbeiten muss. Der aktuelle Kader steht, jetzt geht es darum, aus den einzelnen Spielern ein dauerhaft funktionierendes Team zu formen.
Der Plan von Trainer und Vorstand bleibt unverändert: Der direkte Aufstieg ist das Ziel.
Mainz wartet – die erste große Standortbestimmung
Nach zwei überzeugenden Siegen richtet sich der Blick nun auf den kommenden Gegner: Mainz.
Die Mainzer gelten als einer der großen Aufstiegsfavoriten und werden für Meppen ein ganz anderes Kaliber sein als die bisherigen Gegner. Hier wird sich zeigen, wie gut die Emsländer tatsächlich aufgestellt sind, wenn sie nicht selbst über weite Strecken dominieren können.
Ein Unentschieden wäre aus Meppener Sicht bereits ein Erfolg. Drei Punkte wären dagegen ein echtes Statement an die Konkurrenz.
Denn in einer Liga, in der mehrere Mannschaften mit großen Ambitionen antreten, können solche direkten Duelle entscheidend sein. Wer aufsteigen will, muss nicht jedes Spitzenspiel gewinnen – aber er darf sich von den großen Namen auch nicht einschüchtern lassen.
Meppen wird deshalb eine andere Art von Leistung benötigen als zuletzt. Gegen Fürth und am ersten Spieltag konnte die Mannschaft ihre offensive Qualität eindrucksvoll ausspielen. Gegen Mainz dürften Geduld, defensive Organisation und eine saubere Chancenverwertung noch wichtiger werden.
Burkardt wird dabei erneut im Mittelpunkt stehen. Nach elf Toren in zwei Spielen wird die gegnerische Defensive besonders aufmerksam sein. Sollte es Mainz gelingen, ihn aus dem Spiel zu nehmen, müssen Beste, Atik, Touré und die Mittelfeldspieler die entstandenen Räume nutzen.
Genau darin liegt die nächste Herausforderung für den Trainer.
Die Konkurrenz schläft nicht
So gut der Saisonstart auch verlaufen ist – Meppen darf sich keinesfalls auf den ersten Erfolgen ausruhen.
Mit Mainz, Hansa Rostock und St. Pauli warten gleich mehrere Mannschaften, die im Aufstiegsrennen ein gewichtiges Wort mitreden dürften. Sie verfügen über Qualität und Ambitionen und können den Emsländern in direkten Duellen empfindliche Rückschläge zufügen.
Doch auch Elversberg und Darmstadt sollten keinesfalls unterschätzt werden. Beide Mannschaften besitzen genügend Qualität, um in der Tabelle weit oben mitzuspielen und den etablierten Favoriten Probleme zu bereiten.
Für Meppen bedeutet das: Der Traum vom Aufstieg ist realistisch, aber keineswegs garantiert.
Die ersten beiden Siege haben eine hervorragende Ausgangslage geschaffen. Jetzt muss die Mannschaft zeigen, dass sie auch dann Punkte sammeln kann, wenn ein Spiel nicht nach Plan läuft, Burkardt einmal nicht trifft oder der Gegner das eigene Offensivspiel konsequent unterbindet.
Die Liga wird mit jedem Spieltag anspruchsvoller. Und gerade deshalb wäre ein gutes Ergebnis gegen Mainz so wichtig: Es würde zeigen, dass Meppen nicht nur gegen vermeintlich schwächere Gegner überzeugend auftreten kann, sondern auch im direkten Vergleich mit den stärksten Teams bestehen will.
Das Ziel bleibt klar: direkter Aufstieg
Vor Saisonbeginn wurde viel über den Kader diskutiert. Es gab Fragezeichen auf einzelnen Positionen, Unsicherheit wegen möglicher Abgänge und Zweifel daran, ob die Mannschaft rechtzeitig die notwendige Qualität erreichen würde.
Nach zwei Spieltagen hat sich die Stimmung deutlich verändert.
Der SV Meppen hat sechs Punkte gesammelt, zehn Tore erzielt und mit Burkardt einen Angreifer in seinen Reihen, der die Liga bereits jetzt aufhorchen lässt. Auch die Neuzugänge geben der Mannschaft neue Möglichkeiten, während das vorhandene Gerüst weiter zusammenwachsen soll.
Doch der Verein bleibt gefordert. Der Kader muss seine Qualität über mehrere Monate bestätigen, die Defensive muss zuverlässig arbeiten und der Trainer muss dafür sorgen, dass die Mannschaft trotz des hervorragenden Starts auf dem Boden bleibt.
Denn die Erwartungen sind hoch – und sie werden nach diesen Ergebnissen nicht kleiner werden.
Die Botschaft aus Meppen ist eindeutig: Der direkte Aufstieg ist kein ferner Traum, sondern der klare Auftrag für diese Saison.
Die Mannschaft steht. Die ersten Ergebnisse stimmen. Und mit Jonathan Burkardt hat der SV Meppen einen Spieler gefunden, der bereits nach zwei Spieltagen zum Gesicht dieses ambitionierten Projekts geworden ist.
Jetzt wartet Mainz. Danach warten weitere schwere Prüfungen. Die Emsländer müssen beweisen, dass aus einem Traum eine realistische Aufstiegsmission werden kann.
14 Tore in zwei Spielen sind ein spektakulärer Anfang.
Aber am Ende zählt nicht, wie gut Meppen im Oktober startet – sondern wo der Verein am letzten Spieltag steht.
Der SV Meppen will zurück nach oben. Und nach diesem Saisonstart ist die Hoffnung größer denn je.