
Emsland News
Meppen – Eine neue Saison steht vor der Tür, doch beim SV Meppen herrscht alles andere als Ruhe. Das große Ziel ist erneut klar formuliert: Der direkte Aufstieg soll her. Nach den Erfahrungen der vergangenen Monate stellt sich allerdings immer deutlicher die Frage, ob der aktuelle Kader überhaupt bereit dafür ist.
Die Vorbereitung verlief bislang durchwachsen.
Beim Turnier in Belek zeigte Meppen Licht und Schatten. Besonders das 2:2 gegen Union Berlin, den Aufsteiger in die 1. Liga, dürfte intern für etwas Mut gesorgt haben. Gegen einen starken Gegner konnte die Mannschaft phasenweise gut mithalten und zeigte, welches Potenzial grundsätzlich vorhanden ist.
Doch genau dieses Potenzial wird aktuell von zu vielen Problemen überschattet.
Die übrigen Auftritte in Belek waren eher enttäuschend, auch die Freundschaftsspiele liefern bislang kein wirklich klares Bild. Mal wirkt die Mannschaft stabil und spielerisch ordentlich, dann folgen wieder schwächere Phasen und unnötige Unsicherheiten.
Das größte Problem ist inzwischen allerdings nicht einmal die Leistung auf dem Platz.
Es ist der Kader.
Kramarić vor dem Abschied – und noch kein Ersatz
Die Nachricht, dass Kramarić den Verein definitiv verlassen wird, sorgt für zusätzliche Unruhe. Noch gibt es zwar kein konkretes Angebot, sondern lediglich Interesse, doch intern ist längst klar, dass man sich mit seinem Abgang beschäftigen muss.
Und genau dabei werden die Lücken im Kader immer offensichtlicher.
Denn qualitativ ist der SV Meppen grundsätzlich ordentlich aufgestellt. Das große Problem ist vielmehr die Balance des Kaders.
Auf der linken Abwehrseite fehlt derzeit ein echter, gelernter Linksverteidiger. Noch gravierender könnte die Situation im Angriff werden: Mit Demirović gibt es derzeit nur einen wirklichen klassischen Stürmer – und auch bei ihm stellt sich die Frage, wie lange er noch auf höchstem Niveau liefern kann.
Der Angreifer ist mittlerweile in die Jahre gekommen und konnte in den vergangenen Monaten nicht die Leistungen zeigen, die man sich von ihm erhofft hatte.
Zum Saisonstart könnten deshalb zunächst Therekelsen und Demirović in die Bresche springen. Ob diese Lösung allerdings über die komplette Saison funktionieren kann, ist höchst fraglich.
Vorstand und Trainerteam wissen deshalb:
Der Kader muss vor Saisonbeginn noch verändert werden.
Und zwar nicht nur punktuell.
Vier Namen als neues Fundament
Der geplante Neuaufbau soll sich vor allem um vier Leistungsträger drehen:
Toure, Kohr, Lienhart und Beste.
Diese Spieler sollen das neue Gerüst der Mannschaft bilden und gleichzeitig dafür sorgen, dass Meppen trotz des bevorstehenden Umbruchs nicht komplett die Stabilität verliert.
Gerade Toure gilt als eines der großen Gesichter der Zukunft. Seine Entwicklung wird intern mit großem Interesse verfolgt. Kohr bringt Erfahrung und Führungsqualität mit, während Lienhart für Stabilität sorgen soll. Beste wiederum steht für Kreativität, Tempo und offensiven Fußball.
Die Qualität ist also vorhanden.
Was fehlt, ist die richtige Zusammensetzung.
Direkter Aufstieg – sonst ist Schluss
Der Druck ist entsprechend enorm.
Der Verein macht kein Geheimnis daraus, dass der direkte Aufstieg das klare Saisonziel bleibt. Ein erneutes Scheitern soll offenbar nicht folgenlos bleiben.
Nach aktuellem Stand gilt:
Scheitert Meppen erneut, droht dem Trainer der sofortige Rauswurf.
Eine harte Ansage – aber sie verdeutlicht, wie groß die Erwartungen im Verein inzwischen sind.
Noch ist man davon entfernt, öffentlich von einer Krise zu sprechen. Dafür ist die Saison noch zu weit entfernt. Aber die Diskussionen im Vorstand nehmen bereits zu.
Wie bekommt man diesen Kader rechtzeitig zweitligatauglich?
Wer ersetzt Kramarić?
Wer übernimmt dauerhaft die linke Seite?
Und vor allem: Wer soll die Tore schießen?
Diese Fragen müssen beantwortet werden.
VDFB-Pokal: Anspruch statt Ausrede
Auch im VDFB-Pokal wartet direkt eine interessante Aufgabe.
In der Qualifikationsgruppe trifft Meppen auf Bayern, Saarbrücken und Dynamo Dresden.
Bayern und Saarbrücken kommen als Drittligisten daher, während Dresden zweifellos die schwierigere Aufgabe darstellt. Trotzdem ist die Erwartung im Verein eindeutig:
Meppen soll sich durchsetzen und in die Hauptrunde einziehen.
Ausreden wird es dort wohl kaum geben.
Gerade solche Spiele können zeigen, ob die Mannschaft unter Druck wirklich zusammensteht oder ob die Baustellen des Kaders zu groß sind.
Kann Meppen wirklich aufsteigen?
Das ist die große Frage vor Saisonbeginn.
Vom Potenzial her: Ja.
Von der aktuellen Kaderplanung her: noch nicht überzeugend genug.
Meppen hat einige starke Spieler, eine klare Achse und ein ambitioniertes Ziel. Aber gerade die fehlenden Positionen könnten sich im Laufe der Saison als entscheidend herausstellen.
Der Verein muss jetzt handeln.
Nicht irgendwann im Winter.
Nicht nach zehn Spieltagen.
Jetzt.
Denn eines steht fest:
Der direkte Aufstieg ist das Ziel.
Und wenn der SV Meppen dieses Ziel wirklich erreichen will, muss aus einem guten Kader sehr schnell eine vollständige Mannschaft werden.