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Regio Süd - Wirtschaft & Finanzen

Regio Süd - Wirtschaft & Finanzen

15.05.2012 Maginho

 
 
 
Ava's Analyse der Erstligateams hat mich dazu inspiriert, als neuer alter Co-Ligaleiter der Regionalliga Süd wieder mal eine schöne Übersicht zu erstellen und hier nehme
ich eure Arbeit neben dem Platz, also im Wirtschaftsteil des VDFB, etwas genauer unter die Lupe. Ich hoffe sie gefällt euch und hier gibt es eine kleine Kostprobe von
dem zu lesen, was in den nächsten Tagen so auf euch zukommt! :-) Viel Spaß!
 

 Der Leidensweg der "Roten Teufel" im VDFB sucht seinesgleichen. Als Teilnehmer in allen Saisons mussten die Pfälzer 3 Abstiege, durften jedoch noch keinen Aufstieg erleben; nur selten schaffte es der Traditionsklub aus dem Südwesten, über das Mittelmaß herauszuragen, wobei die beste Platzierung in Elber's Abschiedsjahr 2009 erreicht wurde, als man knapp an der Relegation zur 2. Liga scheiterte. Unter dieser traurigen sportlichen Historie leidet auch der FG, der seit 10 Jahren von 34 auf 14 sank. Eine Änderung musste her und mit dem Newcomer des Jahres 2011 Maik Kiefer hat man erstmals in der langjährigen Geschichte als VDFB-"Gründungsmitglied" eine langfristig positive sportliche Perspektive.

Zur Wirtschaftsfähigkeit des Vereins: Mit einem FG von 14 hat man mit Abstand die größte Fanbasis in der Regionalliga Süd, mit 45.600 Zuschauerplätzen auch deutlich das größte Stadion und mit einem Betrag von rund 5 Millionen EUR auch das größte Festgeldkonto. Diese Bestwerte zeigen, dass ein solcher Verein eigentlich zu groß für die Regionalliga ist.

Schon jetzt verzeichnet der 1. FCK mehr Einnahmen als im ganzen vergangenen Jahr und dabei steht noch die Rückrunde aus. Da die Zuschauereinnahmen durch den Abstieg und die etwas unattraktiveren Gegner in Liga 4 drastisch gesunken sind, liegt der hohe Umsatz vor allem an den Transfereinnahmen, die sich auf rund 4 Millionen EUR belaufen. Auch die Siegprämien haben diese Hinrunde bereits über eine Million in die Kassen der "Roten Teufel" eingespielt.

Die Gehaltskosten wurden um rund 1,8 Millionen Euro (pro Saison) verringert, dennoch ist die Prognose mit 1,6 Millionen Euro weiterhin stark im Minus. Normalerweise handelt es sich hierbei nicht um richtiges Wirtschaften, da misslungene Spekulationen schnell in den finanziellen Ruin führen können, doch dank der unglaublichen Hinrunde mit 16 Siegen nebst einer Niederlage fehlen der Mannschaft von Maik Kiefer "nur" noch 7 Siege in 17 verbleibenden Spielen, um mit Siegprämien das prognostizierte Minus zu egalisieren. Angesichts der Hinrundenstatistik geht man wenig Risiko ein, wenn man behauptet, dass diese 7 Siege noch geholt werden.

Dass der 1. FCK trotz eines gewaltigen Kaderumbruchs mit sehr großer Wahrscheinlichkeit den 1. Platz im Gehaltsindex belegen würde, ist nicht weiter verwunderlich, denn die Pfälzer gehörten schon im vergangenen Abstiegsjahr zu den Top 3 im GI. Der Teamwert konnte um 88 Punkte gesenkt werden, was jedoch nichts daran ändert, dass der 1. FCK einen zigfach teureren Kader führt als alle anderen Klubs der Regionalliga Süd. Den Großteil der Ausgaben, welche sich nach heutigem Stand auf rund 4,5 Millionen EUR belaufen, machen aber nicht die Gehaltskosten, sondern die notwendigen Transferausgaben aus: In der Gesamtsumme betragen diese nämlich 2,8 Millionen und stellen somit den Großteil der bisherigen Ausgaben dar.

Der Transferüberschuss beträgt im Jahr 2012 rund 1,2 Millionen Euro, die Gesamtgewinne des Vereins liegen bisher bei rund 2,5 Millionen Euro. Sollte der 1. FCK eine Rückrunde vergleichbar zur Hinserie spielen, winkt im Jahresabschluss ein Gewinn von über 4 Millionen Euro (Aufstiegsprämie mit eingerechnet) und im Falle der Regionalligameisterschaft ein zusätzlicher FG.

Fazit: Der Maßstab für die wirtschaftliche Tätigkeit eines Trainers darf nicht nur die Saisonprognose nach 34 Spieltagen sein. Zwar liegen die Gehaltskosten des 1. FCK noch weit oberhalb der Zuschauereinnahmen, doch nach dem Drittligaabstieg wurden Kosten reduziert, Transferüberschüsse erwirtschaftet und die Einnahmen sind schon jetzt höher als im letzten Jahr. Dass die Pfälzer mit der Prognose bei einer Mittelfeldplatzierung in der Liga immense Schwierigkeiten bekämen, stimmt zwar, ist jedoch unerheblich, da nicht der Fall. Aus meiner Sicht leistet Trainer Maik Kiefer auch neben dem Platz eine gute Arbeit; zwar etwas riskant, jedoch gibt ihm der Erfolg in diesem Fall recht.
 
 
Das war ein kleiner Einstieg in die Regionalliga-Finanz-Wirtschafts-Analyse, der Rest folgt nach und nach im Verlauf der nächsten Tage. Viel Spaß beim Lesen und ich bitte um Rückmeldung!
 
Kommentare (22)
Respekt
Find ich stark!
hec1887 · 15.05.2012 10:13 Uhr

Joa sehr ausführlich und sieht nach jeder Menge Arbeit aus, wenn das bei den andern 17 Teams ebenso machst nehme ich schon mal meinen Hut ab sehr stark :)

BDFS36 · 15.05.2012 11:29 Uhr
Schöner Daumen! ;-)
Someg · 15.05.2012 12:23 Uhr
Einfach bombastisch! Platz drei bitte;)
ChRillEmAnIa · 15.05.2012 12:46 Uhr
:mag:
faxe964 · 15.05.2012 12:46 Uhr
sehr geil Maggi
Scofield · 15.05.2012 13:52 Uhr
 
 
 
Nach dem Treffen geht es jetzt also weiter mit Teil 2 der Wirtschafts- und Finanzbewertung eurer Klubs! Viel Spaß beim Lesen und bitte bewerten!
 

 Die Geschichte der SG SG ist schnell erzählt, jedoch nicht minder interessant: Nachdem Alttrainer Darkwell im 1. Jahr VDFB-Fußball für den Verein (2010) nach 7 Spielen und nur 2 Punkten das Handtuch warf, übernahm der bis heute amtierende Björn Lange als damaliger VDFB-Neuling das von vielen bereits als Absteiger abgestempelte Team. Er integrierte erfahrene Spieler wie Stefan Maierhofer, Soumaila Coulibaly und Vasili Khamutouski und schaffte so den Klassenerhalt als Tabellenzwölfter. Zur Belohnung gab es einen FG und eine Festanstellung. 2011 zeigte Sonnenhof dem VDFB erstmals sein Potenzial auf; man wurde nicht nur Fünfter, sondern versaute dem SC Freiburg in letzter Sekunde den Aufstieg in die 3. Liga und ist auch in dieser Saison drauf und dran, das von Christian Grahl trainierte Team nach dem 34. Spieltag als großen Verlierer dastehen zu lassen.

Die Wirtschaftsfähigkeit des Vereins ist sicher noch steigerungsfähig, jedoch auch der kurzen Historie geschuldet: Mit einem FG von 5 belegt man im Ligavergleich einen unteren Mittelfeldplatz, das Stadion fasst rund 17.000 Zuschauer und ist somit drittligatauglich. Ca. 450.000 EUR hat der Verein noch auf seinem Festgeldkonto, was akzeptabel ist.

Die Einnahmen des Vereins werden durch den FG-Zuwachs der letzten Saison von 4 auf 5 leicht steigen, liegen mit rund 1,3 Millionen EUR jedoch unter dem ligaweiten Durchschnitt. Den Großteil des Umsatzes machen die Zuschauereinnahmen aus; die Transfereinnahmen liegen nur bei knapp über 200.000, obwohl 13 Spieler den Verein verlassen haben. Die Siegprämien spielten bis dato 375.000 EUR in die Kassen und liegen damit weit höher als bei den meisten anderen Klubs.

Die Ausgaben haben sich um das 2,5-fache erhöht. Der Verein gab in den ersten 5 Monaten der Saison 2012 schon weit mehr aus als in den vorherigen beiden Jahren zusammen. Vor allem die Transferausgaben sind der Grund für diese Statistik: Für insgesamt 13 neue Spieler gab Trainer Lange über 1,2 Millionen EUR aus (2011 waren es noch sensationelle 1.013 EUR für 5 Neuzukäufe!). Der Teamwert ist um 21 Punkte gestiegen, wodurch sich die Gehaltskosten ebenfalls erhöht haben. Dennoch sind vor allem die Transferausgaben verantwortlich für das diesjährige Defizit. Das prognostizierte Minus von -240.000, welches Transferkosten nicht berücksichtigt, wurde durch die Siegprämien bereits ausgeglichen.

Das Transferdefizit liegt bei rund 1 Mio. EUR, während die Gewinne im Bereich Zuschauer-Gehälter-Siegprämien bei rund 130.000 EUR liegen und in der Rückrunde, sollte diese ähnlich verlaufen wie die Hinrunde, auf rund 500.000 EUR steigen können. Die einzige Möglichkeit, im Jahresabschluss einen Gewinn vorweisen zu können, liegt in Tabellenplatz 2 am Saisonende: Dieser bringt dem Verein einen zusätzlichen FG-Punkt (als Regionalligameister wären es sogar 2) und 750.000 EUR Prämie.

Fazit: Als Aufsteiger mit 16 Thekenkickern hat man es definitiv nicht leicht. 2 Jahre musste Björn Lange sparen, nun hatte er genug Geld zur Verfügung, um einkaufen gehen zu können. Dennoch sollte der Trainer in Zukunft darauf achten, eine größere Balance zwischen Transfereinnahmen und -ausgaben zu schaffen, da die diesjährige Vorgehensweise unprofitabel ist. Der sportliche Erfolg rettet den Trainer in dieser Saison und im Falle des Aufstiegs geht Björn Lange auch mit einem finanziellen Gewinn in die Winterpause. Doch in Liga 3 wird der Coach mit einem Team, das einen Wert von 88 Punkten besitzt, zwangsläufig erneut auf Einkaufstour gehen müssen. Insofern lege ich dem Trainer eine etwas einnahmeorientiertere Transferpolitik in zukünftigen Saisons ans Herz. Positiv ist, dass er seine Fähigkeiten richtig einschätzen konnte und damit sehr wahrscheinlich einen FG-Zuwachs bekommt; das rettet ihn vor einer mittelmäßigen Bewertung.
 
 
Bis zum nächsten Teil!
 
Maginho · 23.05.2012 16:04 Uhr

Hehe beim versauen des Freiburger aufstieg hat Darmstadt am vorletzten Spieltag au noch ein bissel geholfen :)

 

Aber wieder schön geschrieben bin schon auf den nächsten Bericht gespannt.

BDFS36 · 23.05.2012 16:19 Uhr
Cobra · 23.05.2012 16:22 Uhr
Meine Einkaufstour in dieser Saison war einfach nötig um ein konkurrenzfähiges Team auf die Beine zu stellen.
Selbst im Fall eines Aufstiegs wird es kaum veränderungen am Kader geben!
hec1887 · 23.05.2012 17:03 Uhr
hec1887 schrieb:
Meine Einkaufstour in dieser Saison war einfach nötig um ein konkurrenzfähiges Team auf die Beine zu stellen.
Selbst im Fall eines Aufstiegs wird es kaum veränderungen am Kader geben!


Erstgenanntes hab ich ja im Bericht auch erwähnt.
Dass du im Aufstiegsfall wenig verändern wirst, bezweifle ich aus eigener Erfahrung. ;-)
Maginho · 23.05.2012 17:05 Uhr
 
 
 
Nun geht es weiter mit dem SC Freiburg! Viel Spaß beim Lesen und bitte kommentieren! Positive wie negative Kritik ist immer erwünscht!
 

Das "VDFB-Gründungsmitglied" SC Freiburg hat ähnlich leiden müssen wie der im ersten Beitrag genannte 1. FC Kaiserslautern: 3-mal stieg der SCF ab, nicht einmal auf. Die beste Saison der Vereinsgeschichte spielte man letzte Saison unter Trainer Christian Grahl, in den berechtigterweise große Hoffnungen gesetzt wurden, als er vom Erstligisten FC St. Pauli zum Viertligisten aus dem Breisgau wechselte (2011). "Chrillemania" ist schon jetzt der erfolgreichste Trainer der Vereinshistorie, Manuel Junge und Vera Sauter ließ er mit 35 Siegen in 51 Spielen hinter sich. Der erste Aufstieg der Geschichte droht angesichts des hohen Rückstands auf das Spitzenduo in weitere Ferne zu rücken, als das den Fans lieb ist. Auf lange Sicht muss man jedoch mit dem SC Freiburg in der 3. Liga rechnen.

Auch aufgrund der starken Pokalsaisons unter dem neuen Trainer hat man den FG in Windeseile auf 9 katapultiert und steht damit für Regionalligaverhältnisse sehr gut da. Das Stadion fasst 30.000 Zuschauer und das Festgeldkonto beträgt mehr als 1,2 Mio. EUR. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für sportliche Erfolge sind in Freiburg definitiv gegeben.

Die Einnahmen liegen aktuell bei 3,5 Millionen EUR; im Ligavergleich ist das ein sehr guter Umsatz, an die Spitzenumsätze des letzten Jahres (6,8 Mio. EUR) wird der SCF in diesem Jahr jedoch nicht mehr rankommen; Grund dafür ist das im Vergleich zum letzten Jahr frühe Ausscheiden im Pokal. Fast die Hälfte des Umsatzes wurde durch Transfereinnahmen generiert, denn für 3 Spielerverkäufe wurden rund 1,6 Mio. EUR auf das Konto der Breisgauer überwiesen. Die Siegprämien in Höhe von 600.000 EUR machen auch einen erheblichen Teil der diesjährigen Einnahmen aus.

Die Saisonprognose des SCF steht zwar im Minus, wurde jedoch durch Siegprämien längst ausgeglichen; die Gehaltskosten haben sich nur unerheblich erhöht, der Teamwert stieg um 10 Punkte, sodass die Breisgauer den Aufstieg schaffen müssten, um einen weiteren FG-Zuwachs zu erhalten; dies sei jedoch für den Trainer nicht mehr wichtig, da der zusätzliche FG schon im Pokal gegen Bayern erreicht wurde. Platz 5 sei demnach das Ziel, um den FG von 9 zu halten. Läuft die Rückrunde vergleichbar zur Hinserie, darf Trainer Chrillemania im Wirtschaftsbereich Zuschauer-Gehälter-Siegesprämien mit einem Plus von über 1 Million EUR rechnen.

Die Ausgaben der diesjährigen Saison haben indes einen neuen Höhepunkt seit 2001 erreicht: 6,5 Mio. EUR, also fast das Doppelte der Einnahmen, gab der SCF in dieser Saison aus. Grund dafür ist mit einem sehr hohen Anteil die Transferpolitik: Über 5 Millionen EUR gab Christian Grahl nämlich für neue Spieler (insgesamt 5 an der Zahl) aus, der Königstransfer Daniel Ginczek macht mit 2,8 Mio. Ablöse dabei noch den größten Teil der Ausgaben aus. Ginczeks Ablöse überbot zudem denkbar knapp die Bastian Schweinsteigers, der 2006 von St. Pauli nach Freiburg wechselte (heute Bayreuth): Somit ist Daniel Ginczek der neue teuerste Spieler der SC-Geschichte.

Die Gewinne außerhalb der Tätigkeit auf dem Transfermarkt liegen am Saisonende vermutlich bei rund 1 Mio. EUR, das Transferdefizit liegt jedoch bei ca. 3,6 Millionen EUR; selbst eine Aufstiegsprämie könnte also nicht verhindern, dass der SCF in der Jahresabschlussbilanz mit einem Minus aus der Saison geht. Immerhin hat Freiburg noch über eine Million EUR auf dem eigenen Konto.

Fazit: Auch auf die Gefahr hin, Haue zu bekommen, gibt es hier leider nur eine mittelmäßige Bewertung für Chrillemania. Mir ist bewusst, dass der Trainer nächste Saison durch die Verkäufe guter Zweitligaspieler einen guten Gewinn erzielen wird, dennoch beleuchte ich hier die Arbeit der diesjährigen Saison und die hohen Transferausgaben, auch wenn sie berechtigt sein mögen, belasteten das Sparschwein des SCF stark. Ich bin trotzdem überzeugt davon, dass der Erfinder des Finanzkalkulators sehr wohl weiß, was er tut, und im nächsten Jahr einen dicken Daumen nach oben bekommen wird.

 
  
 
Bis zum nächsten Teil!
 
Maginho · 24.05.2012 13:20 Uhr
Ich würde die Daumen ja drücken, doch sie sind offensichtlich bereits beschäftigt ;-)
Someg · 24.05.2012 13:28 Uhr
Leider Geil
fohlendom · 24.05.2012 14:12 Uhr
fohlendom schrieb:
Leider Geil


Zurecht geil!
heineken · 24.05.2012 14:31 Uhr
habs gern gelesen und würde mich freuen wenn das weiter geht will den Meister aber auch nich trängen :)
BDFS36 · 09.06.2012 12:02 Uhr
Ach du Scheiße, das hab ich komplett vergessen! Vielleicht gibt es morgen oder die Tage mal wieder ne neue News..
Maginho · 09.06.2012 12:26 Uhr
Freue mich darauf hehe einmal den Stein des Anstosses geworfen :P
BDFS36 · 09.06.2012 14:01 Uhr
n bissl spät, aber habs jetzt erst endeckt

Schöner Bericht über meine Griefen lieber Maggi...
ChRillEmAnIa · 10.06.2012 20:25 Uhr

 
 
 
Ich bin mir zwar nicht sicher, ob ich das Interesse und die Zeit haben werde, um zu allen Regionalliga-Süd-Teilnehmern eine Finanzanalyse zu machen, und ich hoffe, man nimmt mir das nicht übel, dennoch gibt es hier zumindest mal wieder eine neue Ausgabe und "Opfer" meines Kommentars ist mein Ligaleiter-Kollege, viel Spaß beim Lesen!
 

Es ist erstaunlich, wie viele VDFB-Gründungsmitglieder heute in der Regionalliga Süd spielen. Nach Kaiserslautern und Freiburg ist Unterhaching schon der dritte Verein, der 14 Saisons lang im VDFB vertreten ist. Die fetten Jahre erlebte die Spielvereinigung dabei zweifellos zu Beginn ihrer sportlichen Historie. Unvergessen wird die Euphorie sein, die in der 2. Saison herrschte, als Kulttrainer Markus Amend die Mannschaft zur Vizemeisterschaft trug - einen läppischen Punkt am Meistertitel vorbei. Danach jedoch ernüchterten Fans und Verein schnell, 4 mal stieg der Traditionsklub aus Bayern ab und seit 6 Jahren verbringt Unterhaching seine Existenz im VDFB-Unterhaus.

Für Regionalligaverhältnisse hat die SpVgg Unterhaching einen guten FG von 8 und kommt somit auf relativ hohe Zuschauereinnahmen. Sollte das Ziel Einstelliger Tabellenplatz erreicht werden, wovon aktuell fest auszugehen ist, winkt ein zusätzlicher FG mit dem Zaunpfahl. Zudem sind die Rahmenbedingungen für einen zeitnahen Aufstieg in die 3. Liga, der in einigen Jahren erfolgen soll, mit einem Stadion von knapp 20.000 Zuschauern gegeben. Das Festgeldkonto liegt aufgrund des Kaderumbruchs der diesjährigen Saison allerdings nur knapp über Null.

Die Spielvereinigung hat in dieser Saison schon jetzt mehr erwirtschaftet als in den letzten 3 Jahren beziehungsweise seit Trainer Cobra an der Seitenlinie steht (2,5 Millionen Euro). Grund dafür sind die vielen Transfers der diesjährigen Saison. Etwas mehr als 800.000 Euro verdiente die Spielvereinigung durch Verkäufe, mehr als die Hälfte dieser Einnahmen generierte der alternde Star Marinus Segerer, der auch lange im Fokus des Interesses eines gewissen FSV Frankfurt war. Eine halbe Millionen Euro konnte durch Siegprämien erspielt werden. Den Großteil der Einnahmen macht jedoch vor allem das Ticketing aus; dies unterstreicht nochmals eindeutig, wie wichtig der FG für die Wirtschaftlichkeit eines Vereins ist!

Die Saisonprognose liegt bei der SpVgg so hoch wie sonst nur noch beim abstiegsbedrohten SV Darmstadt; Als Konsequenz der misslungenen Aufstiege der letzten Jahre wurden alte, teure Spieler abgegeben und durch junge Talente aus der Region ersetzt. Der Teamwert wurde um sage und schreibe 37 Punkte gesenkt, ohne dass man im Kader einen sonderlichen Qualitätsverlust erkennen könnte. Inklusive der Siegprämien darf Trainer Cobra in dieser Saison im Wirtschaftsbereich Zuschauer-Gehälter-Siegprämien von einem Gewinn in Höhe von über 1 Million Euro ausgehen.

Die Ausgaben der diesjährigen Saison liegen bei 3,4 Millionen Euro und sind daher wesentlich höher als die Einnahmen. Grund dafür sind einerseits die Transferausgaben, die sich auf rund 700.000 Euro belaufen, aber vor allem die Fortbildungsmaßnahmen für Alexander Winkler, Michael Vitzthum und Florian Niederlechner, die insgesamt ca. 2 Millionen Euro gekostet haben, belasteten das Sparschwein der Hachinger stark. Man erkennt, dass Aufwertungen eine spaßige, jedoch sehr kostspielige Angelegenheit sind.

Im Bereich Zuschauer-Gehälter-Siegprämien wird Unterhaching einen Gewinn von 1 Millionen Euro erwirtschaften, die Transfereinnahmen und -ausgaben decken sich ungefähr. Die Aufwertungen, die in dieser Saison getätigt wurden und vermutlich die Ausnahme von der Regel sein werden, sorgen jedoch dafür, dass die Spielvereinigung am Ende der Saison um 1 Million Euro ärmer sein wird als noch 2011.

Fazit: Warum es jetzt trotzdem einen dicken Daumen hoch gibt? Es musste etwas getan werden. Stammspieler wie Moosmayer, Spizak, Segerer und Kalla kommen in die Jahre und fraßen mit ihrem Gehalt den finanziellen Spielraum des Regionalligaklubs, zudem stagniert der FG durch die hohen Anforderungen der letzten Jahre. Cobra hat es geschafft, für vergleichsweise nur 1 Million Euro die SpVgg zur jüngsten Mannschaft der Regionalliga Süd zu machen (25 Jahre), dabei Qualität zu behalten, das Saisonziel zu senken und die Saisonprognose zu erhöhen. Schon ab der nächsten Saison wird die Spielvereinigung von den diesjährigen Maßnahmen stark profitieren und die diesjährigen Verluste in Vergessenheit geraten lassen.

 
  
 
Bis zum nächsten Teil!
 
Maginho · 22.06.2012 14:30 Uhr
Cobra · 22.06.2012 15:29 Uhr
Weiter so!
fohlendom · 08.07.2012 13:01 Uhr
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