Saisonstart: 19.10.2026

TSG 1899 Hoffenheim

TSG HOFFENHEIM – OFFIZIELL (14.05.2026)

14.05.2026 ZephyrUrli7

Statement von Thiago Falkenstein nach dem Duisburg-Skandal

„Ich habe in den letzten Tagen sehr viel nachgedacht. Wahrscheinlich mehr als in den letzten fünf Jahren zusammen. Es gab Momente nach diesem Spiel in Duisburg, in denen ich wirklich nicht wusste, ob ich diesen Weg weitergehen will. Nicht wegen meiner Mannschaft. Nicht wegen des Vereins. Sondern wegen allem, was danach passiert ist. Wegen der Art und Weise, wie aus einem intensiven Fußballspiel plötzlich ein öffentliches Tribunal gemacht wurde.


Ich sage es ganz offen: Ich empfinde diese ganze Situation noch immer als extrem fragwürdig. Wir haben dieses Spiel auf dem Platz gewonnen. Meine Mannschaft hat Charakter gezeigt, Mentalität bewiesen und sich nach einem verrückten Spiel in der letzten Minute belohnt. Und dann wird innerhalb weniger Stunden alles zerstört. Plötzlich redet niemand mehr über Fußball, niemand mehr über die Leistung der Spieler, niemand mehr über Leidenschaft oder Emotionen. Stattdessen geht es nur noch um Schlagzeilen, Anschuldigungen und politische Entscheidungen.


Trotzdem werde ich bleiben.


Ich habe lange Gespräche mit dem Verein geführt. Sehr ehrliche Gespräche. Teilweise auch emotionale Gespräche. Der Verein hat mir klar gezeigt, dass man weiterhin an mich glaubt und dass man dieses Projekt gemeinsam weiterführen will. Und genau deshalb werde ich nicht einfach gehen. Ich werde diese Mannschaft nicht in so einer Situation alleine lassen. Das wäre der einfache Weg. Aber der einfache Weg interessiert mich nicht.


Was mich allerdings massiv enttäuscht, ist das Verhalten aus Duisburg. Und damit meine ich nicht einmal den Verein selbst, sondern vor allem die Art und Weise, wie dort nach dem Spiel agiert wurde. Ich finde es peinlich, wie manche Personen versucht haben, sich sofort öffentlich als moralische Sieger darzustellen. Besonders das Verhalten des Duisburger Trainers hat mich überrascht. Da wurden Interviews geführt, bevor überhaupt irgendetwas final geprüft war. Da wurde direkt Stimmung gemacht. Direkt öffentlich Druck aufgebaut. Das hatte wenig mit Professionalität zu tun und sehr viel mit Selbstdarstellung.

Ich werde jetzt sicher keine Namen nennen müssen, jeder weiß ohnehin, wen ich meine. Aber wenn man nach einem Last-Minute-Gegentor sofort mehr Energie in Pressearbeit steckt als in die Analyse der eigenen Defensive, dann sagt das auch einiges aus.

Und ganz ehrlich: Ich finde es interessant, dass plötzlich alle so tun, als hätte Hoffenheim hier einen riesigen sportlichen Vorteil gehabt. Wir reden hier nicht über jemanden, der fünf Tore geschossen hat oder das Spiel alleine entschieden hat. Der Spieler kam spät rein und hatte ehrlich gesagt sogar eines seiner schwächeren Spiele überhaupt. Wenn DAS angeblich der spielentscheidende Faktor gewesen sein soll, dann müsste Duisburg vielleicht eher hinterfragen, warum man trotzdem vier Gegentore kassiert hat.


Aber gut. Die Entscheidung wurde getroffen. Wir können sie jetzt nicht mehr ändern. Ich werde meine Energie deshalb nicht länger darauf verschwenden, jeden Tag dieselbe Diskussion zu führen. Ich habe meiner Mannschaft auch gesagt: Wir dürfen uns jetzt nicht selbst zerstören. Genau das wollen manche Leute nämlich sehen. Dass wir zerbrechen. Dass Chaos entsteht. Dass wir intern explodieren. Aber das wird nicht passieren.


Die letzten Tage waren hart. Für die Spieler, für die Fans, für den gesamten Verein. Ich habe Nachrichten bekommen von Menschen, die seit Jahren Hoffenheim begleiten und die komplett fassungslos waren. Manche waren wütend, manche enttäuscht, manche einfach nur leer. Und genau deshalb sage ich jetzt ganz bewusst: Wir machen weiter.

Ich werde bleiben. Nicht weil alles perfekt ist. Nicht weil ich plötzlich mit allem einverstanden bin. Sondern weil ich diese Mannschaft weiterhin entwickeln will. Weil ich sehe, wie hart die Spieler arbeiten. Und weil ich nicht akzeptiere, dass diese Saison nur noch über einen Skandal definiert wird.


Natürlich müssen wir intern Dinge verbessern. Natürlich darf so etwas nie wieder passieren, egal wie klein oder groß der tatsächliche Einfluss gewesen sein soll. Da gibt es keine Diskussion. Verantwortung gehört zum Profifußball dazu. Aber Verantwortung bedeutet für mich eben auch, nicht sofort davonzulaufen, wenn es schwierig wird.

Ich weiß, dass manche Leute schon gehofft haben, dass ich hinschmeiße. Manche Medien hatten ihre Schlagzeilen wahrscheinlich schon vorbereitet. ‚Falkenstein vor Rücktritt‘, ‚Hoffenheim kollabiert‘, ‚Trainer verliert Kontrolle‘. Das verkauft sich gut. Aber so leicht ist das nicht.


Wir werden jetzt weitermachen. Wir werden uns auf Wiesbaden vorbereiten. Und wir werden alles dafür tun, wieder über Fußball zu sprechen. Denn am Ende sollten nicht politische Diskussionen oder mediale Schlammschlachten entscheiden, wie eine Saison wahrgenommen wird, sondern das, was auf dem Platz passiert.

Und noch etwas: Ich hoffe wirklich, dass manche Menschen in Duisburg die Größe besitzen, irgendwann auch wieder runterzukommen. Denn aktuell wirkt es teilweise so, als hätte man dort gerade die Champions League gewonnen. Vielleicht sollte man sich daran erinnern, dass die Partie sportlich verloren wurde. Alles andere kam erst danach.

Aber gut. Das ist jetzt Vergangenheit. Ich bleibe hier. Ich bleibe Trainer der TSG Hoffenheim. Und ich verspreche jedem Fan: Diese Mannschaft wird auf diese Situation antworten. Nicht mit Interviews. Nicht mit Theater. Sondern auf dem Platz.“

Statement der TSG Hoffenheim

„Die vergangenen Tage waren für unseren gesamten Verein äußerst intensiv. Die Ereignisse rund um das Auswärtsspiel in Duisburg haben sportlich, organisatorisch und emotional große Spuren hinterlassen. Umso wichtiger war es für uns, in dieser Phase Ruhe zu bewahren und gemeinsam Entscheidungen zu treffen, die langfristig im Sinne des Vereins sind.

Deshalb freuen wir uns außerordentlich, dass Thiago Falkenstein sich trotz aller Diskussionen und Belastungen dazu entschieden hat, weiterhin Cheftrainer der TSG Hoffenheim zu bleiben. In zahlreichen Gesprächen wurde deutlich, wie stark die gegenseitige Überzeugung weiterhin ist. Thiago Falkenstein ist ein zentraler Bestandteil unseres sportlichen Projekts und genießt innerhalb der Mannschaft sowie im gesamten Verein großes Vertrauen.


Natürlich hat uns die Entscheidung der Liga hart getroffen. Dennoch akzeptieren wir die Bewertung und werden intern alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, damit sich ein vergleichbarer Vorfall in Zukunft nicht wiederholen kann. Dabei geht es nicht nur um organisatorische Abläufe, sondern auch um zusätzliche Kontrollmechanismen innerhalb des gesamten sportlichen Bereichs.

Der Fokus liegt nun vollständig auf dem kommenden Spiel gegen Wiesbaden. Wir werden in allen Bereichen noch genauer arbeiten und die Abläufe weiter verschärfen. Unser Anspruch ist es, dass die sportlichen Leistungen unserer Mannschaft künftig ausschließlich auf dem Platz bewertet werden.

Gleichzeitig möchten wir uns ausdrücklich bei unseren Fans bedanken. Die Unterstützung in den vergangenen Tagen war außergewöhnlich. Viele Menschen haben dem Verein und der Mannschaft trotz der schwierigen Situation Rückhalt gegeben. Dieses Vertrauen bedeutet uns sehr viel.

Wir blicken jetzt nach vorne. Gemeinsam.“

Medienreaktionen und Expertenmeinungen zum Duisburg-Skandal

Die Reaktionen in den Medien auf den Duisburg-Fall fallen äußerst unterschiedlich aus. Während einige Experten die Entscheidung der Liga als alternativlos betrachten, sehen andere die nachträgliche Spielwertung kritisch und halten die sportlichen Auswirkungen für unverhältnismäßig.


Der ehemalige deutsche Nationalspieler Lothar Matthäus äußerte sich bei einer TV-Analyse verständnisvoll gegenüber Hoffenheim:

„Wenn der tatsächliche sportliche Einfluss so gering war, wie berichtet wird, dann muss man zumindest diskutieren dürfen, ob eine komplette Spielwertung wirklich verhältnismäßig ist.“

Auch Dietmar Hamann zeigte Verständnis für Falkensteins Frust:

„Ich verstehe absolut, warum Hoffenheim sich ungerecht behandelt fühlt. Die Mannschaft hat das Spiel sportlich gewonnen.“

Auf der anderen Seite stellte sich Stefan Effenberg eher hinter die Liga:

„Regeln sind Regeln. Wenn man anfängt Ausnahmen zu machen, verliert der Wettbewerb seine Glaubwürdigkeit.“

Ähnlich äußerte sich auch Marcel Reif:

„Emotional verstehe ich Hoffenheim. Juristisch verstehe ich Duisburg.“

Besonders verwundert zeigten sich viele Experten allerdings über die Geschwindigkeit, mit der die Diskussion öffentlich eskalierte. Mehrere Medien kritisierten, dass das Thema bereits wenige Minuten nach Spielende offensiv in Interviews angesprochen wurde.

Der bekannte Journalist Florian Plettenberg sprach von einer „ungewöhnlich aggressiven öffentlichen Dynamik“, während Jan Aage Fjørtoft meinte:

„Der Fall hätte intern deutlich ruhiger behandelt werden müssen.“

Auch verschiedene Trainer aus der Liga meldeten sich zu Wort. Mehrere Coaches zeigten Verständnis für Hoffenheim und argumentierten, dass der tatsächliche sportliche Vorteil kaum entscheidend gewesen sei. Andere betonten wiederum, dass Duisburg nach dem Last-Minute-Gegentor selbstverständlich jedes Recht gehabt habe, auf eine Untersuchung zu bestehen.

Dadurch entstand in der öffentlichen Wahrnehmung eine nahezu perfekte Spaltung: ungefähr fünfzig Prozent Verständnis für Duisburg und die konsequente Anwendung der Regeln, ungefähr fünfzig Prozent Verständnis für Hoffenheim und die Kritik an der Härte der Entscheidung.

Genau diese Spaltung macht den Fall inzwischen zu weit mehr als nur einer einfachen Spielwertung. Er ist zu einer Grundsatzdiskussion über Fairness, Verhältnismäßigkeit und die Grenzen sportlicher Entscheidungen geworden.

Kommentare (5)

Die Meinung von Alfred Draxler hätte mich zu diesem Thema brennend interessiert 😅

Fabo · 14.05.2026 11:47 Uhr

Regeln sind Regeln, hast dich nicht dran gehalten.


Daher liegt das verschulden bei dir und nicht bei jemand anderen.

bergsen08 · 14.05.2026 12:14 Uhr

Was ist denn passiert wenn ich fragen darf?

Final · 14.05.2026 14:31 Uhr
Final schrieb:

Was ist denn passiert wenn ich fragen darf?

Hoffenheim hat im Spiel gegen Duisburg einen alten Datenstand genutzt.

Sein Bakayoko hatte Ingame eine 78 und auf der Seite eine 77. Seit dem 4.5 haben wir aber genau das Updat,e in dem der GES gefallen ist, eingespielt.



Dusiburg hat auf Wertung bestanden ( was sein Recht ist nach Regelwerk ).

bergsen08 · 14.05.2026 15:40 Uhr
bergsen08 schrieb:

Hoffenheim hat im Spiel gegen Duisburg einen alten Datenstand genutzt.

Sein Bakayoko hatte Ingame eine 78 und auf der Seite eine 77. Seit dem 4.5 haben wir aber genau das Updat,e in dem der GES gefallen ist, eingespielt.



Dusiburg hat auf Wertung bestanden ( was sein Recht ist nach Regelwerk ).

Aha das kenn ich irgendwo her. Ich habe wegen der blöden Datenbank ein Strafpunkt geschenkt bekommen ☹

DerFighter · 15.05.2026 16:45 Uhr
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