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Ein Mann lebt die VDFB

Ein Mann lebt die VDFB

14.01.2010 Someg
Nicht schillernde Stars alleine machen den Reiz aus...

Sven Boy
Er sieht aus wie ein gewisser Medikamenten abhängiger Chirurg,
der einen Flugzeugabsturz auf einer einsamen Insel überlebt
und dort als Anführer kämpft um zu überleben.

Seine glänzende Mentalität (75) wird nur übertroffen von seiner
Schnelligkeit (80). Als Innenverteidiger ist sein größter Ruhm
nicht aufzufallen.

Rückschläge steckt er weg. Als Thekenkicker verdient er sein
Geld als Physiotherapeut.

Er ist Sven Boy.

13.06.2003Boy sorgt für Aufsehen, weil er als Amateur für die Rekord-
summe vom 399.100 EUR zu Union Berlin wechselt. Der Wirbel
lies sogar den Transfermarkt zusammen brechen.

Probleme 1. Transferrunde
Toppspielbericht 1. Spieltag 5. Saison
Toppspielbericht 6. Spieltag 5. Saison
 
Dazu Sven Boy: "Es war unglaublich. Ich sollte andauernd Interviews
geben und die Erwartungen an mich stiegen ins Unendliche; kein
Wunder angesichts dieser Summe."

Doch es gab auch Schattenseiten:
"Unser Trainer war damals honcho, eine VDFB-Legende. Ich lernte
unglaublich viel bei ihm, doch konnte seinen wahnwitzigen
Anforderungen nie gerecht werden. Deswegen wechselte ich schnell
wieder."


01.09.2003
Nach nur 10 wöchigem Gastspiel in Berlin wechselt Boy von der
Bundes- in die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens für
206.969 EUR.
"In Düsseldorf war alles eine Stufe beschaulicher. Schon damals war
Frank Götze Trainer. Virgil Breetveld, der damals noch keinen Doktor
und erst kurz zuvor die aktive Laufbahn beendet hatte, bereitete mir
mit dem gesamten Team einen herzlichen Empfang. Ich fühlte mich
wohl und konnte meine Stärken in der Startelf ausspielen."

Bevor er auch nur eine Minute spielen konnte, musste er sich
um Schlussmann Prostka therapeutisch kümmern

Chemnitzer FC - Fortuna Düsseldorf 2:0 (31.08.2003)

2003 - 2007
Es folgte die Zeit in der Stammelf, aus der er erst von Bo
Svensson verdrängt wurde. Wenn man bedenkt, dass Verteidiger
meist negativ in der Presse auffallen, ist es erstaunlich, wie wenig
Boy in Erscheinung trat.

Sachsen Leipzig - Fortuna Düsseldorf 1:4 (11.11.2003)
Boy massiert sein Rektum anstatt den Pass zu stoppen.

Fortuna - Babelsberg 0:0 (29.06.2004)
Boy bindet sich den Schuh.

Fortuna - Uerdingen 0:2 (29.08.2004)
Boy sieht rot.

RW Essen - Fortuna 2:2 (30.03.2005)
Boy verursacht Strafstoß und sieht rot

Fortuna - Sachsen Leipzig 2:5 (12.09.2005)
Boy per Flugkopfball ins eigene Tor.

Hannover 96 - Fortuna 1:1 (06.04.2006)
Vorlage zum Ausgleich der Gegner.

Schönberg - Fortuna 1:1 (13.08.2006)
Notbremse, rot, Elfmeter.

Erkenschwick - Fortuna 3:3 (12.02.2007)
Notbremse, rot, Wadenbeinbruch des Gegners.

Kleine Fortuna - Fortuna 1:2 (21.02.2007)
Boy passiv.

Fortuna - HSV 2:3 (02.2007)
Boy im legendären Pokalknaller.

Göttingen - Fortuna 1:2 (09.05.2007)
Solidaritätsbekundungen für Boy auf der Bank.

"Es war eine schöne Zeit. Das Pokalspiel gegen Hamburg ist bisher
mein Karrierehighlight. Wir waren ganz nah dran an der Sensation. Ich
verlor meinen Stammplatz und kam kaum noch zu Einsätzen. Das war
richtig vom Trainer. Ich war wohl auch ein wenig satt geworden."


2007 - 2010
Boy trat nur selten in Erscheinung. Immer wieder geisterte er
durch die Boulevardblätter mit dem Gerücht seiner
Homosexualität.
"Weil ich mit nachlässig gesäuberten Schuhen zum Training
auflief, muss ich im Trainingslager das Zimmer mit Milorad
teilen", berichtet Jan Sandmann vom neuen Wind in Düsseldorf.
Mit dem knallharten Innenverteidiger Popovic das Zimmer teilen
zu müssen gilt mannschaftsintern als Höchststrafe ausser bei
Sven Boy, bei dem es sich entgegengesetzt verhält.
(Rheinische Post, 04.03.2005)

Bekannt ist er für seine soziale Ader, die manchmal in Mitleid mit
dem Gegner gipfelt:
"Sven Boy ließ mit seinem Eigentor das Ergebnis nicht ganz so
desaströs für die Gäste wirken."
(Rheinische Post, 06.07.2004)

"Medien, Ansehen, Geld. Das hat mir alles nie viel bedeutet. In der
Zeit auf der Bank habe ich viel gelernt über mich und Menschen im
allgemeinen."


2010 - 2013
"Ich möchte nochmal angreifen! Es geht nicht um Geld. Ich möchte mir
und meinen Fans nochmal beweisen, dass ich mithalten kann. Ich will
gerne bei einem kleinen Verein spielen und mit meiner Erfahrung im
Abstiegskampf als Leitwolf fungieren. Und natürlich möchte ich einmal
Piero
[Marotta, d. Red.] das Leben schwer machen."

 Der Mann der beim ersten Transfermarkt der VDFB-Geschichte
für Fuore sorgte, dem Sportsgeist die Adern pulsieren lässt, der
den Rasen und alle auf ihm vor dem Abpfiff nie als Freund sah,
der rot sieht bevor er sich aufregt, der manchen Gegner weiter
tritt als einen Rettungsschlag, dem ängstliche Blicke der Gegner
und Buhrufe gegnerischer Fans fast als Bezahlung langt, vor dem
sich die Pfosten ehrfürchtig verneigen, steht ab sofort
auf der Transferliste.
  
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