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Martin Guzdaj im Interview
Hintergrund

Martin Guzdaj im Interview

04.08.2009 Maginho
BVB-Coach Martin Guzdaj spricht über seine Zukunft als Trainer.

Aufgezeichnet von Papa di Monte

PdM: Herr Guzdaj, ihr Interimsvertrag beim BVB läuft aus, verlängern wird der Verein mit ihnen wohl nicht, da die Meisterschaft jetzt schon so gut wie verspielt wurde nach den Niederlagen gegen Wolfsburg und Dresden. Wird es ihnen schwer fallen, den Platz zu räumen?

MG: Nein. Ich fühle mich hier in Dortmund nicht wirklich wohl, das habe ich dem Vorstand bereits nach einigen Tagen gesagt. Wenn die Spieler meinen, ich höre nicht zu, reden sie immer drüber, wie viel besser es mit dem Ex-Coach Patrick H. war. Ich bin nun mal neu im Geschäft und sicherlich kein Alex Ferguson. Aber ich möchte mal einer sein, das kann ich nicht in Dortmund werden. Der Verein ist schon komplett.

PdM: Wie meinen Sie das?

MG: Hier gibt es nichts mehr aufzubauen. Stadion ist riesig, Geld ist da, Topspieler sind da. Dieser Verein lebt jetzt von keiner Euphorie mehr, von keinem Tatendrang mehr, nur noch vom kommerziellen Erfolg. Hier prophezeihe ich keinem Trainer mehr als 3 Jahre Amtszeit.

PdM: Wo wollen Sie etwas "aufbauen"?

MG: Am liebsten in meiner Heimatstadt. Die Spielvereinigung Preußen Hameln 07 ist gerade sehr gut dabei, in die Regionalliga Nord aufzusteigen. Ich habe bereits einige Gespräche mit dem Verein geführt und jetzt liegt es an ihnen, dafür zu sorgen, dass ich komme.

PdM: Was ist, wenn die SpVgg es nicht schafft?

MG: Darüber mache ich mir keine Gedanken.

PdM: Nehmen Sie trotz ihrer missglückten Mission etwas aus Dortmund mit?

MG: Auf jeden Fall! Wenn ich hier nicht trainiert hätte, hätte ich nie im Leben so einen Vertrag mit der SpVgg zu solchen Bezügen und solchen Befugnissen aushandeln können. Im Aufstiegsfall natürlich, das wollte ich noch einmal anführen.

PdM: Sie sagten, Sie wollen in Hameln etwas aufbauen. In wie vielen Jahren wollen Sie in der 1. Bundesliga sein?

MG: Unter 10 Saisons halte ich für nicht realistisch. Aber ich möchte in spätestens 20 Jahren mit Hameln das erreichen, was ich mit dem BVB dieses Jahr nicht mehr erreichen werde, dafür ist Dynamo zu abgezockt.

PdM: Wenn ich es mir recht überlege, haben Sie eigentlich keine Bedenken, dass der Verein Sie vorzeitig freistellt, wenn er das hier liest?

MG: Das geht deshalb nicht, weil er mir sonst ein Schmerzensgeld in Milliardenhöhe überweisen müsste, wegen Vertragsbruch *grinst*.

PdM: Ich danke Ihnen.

MG: Ich habe zu danken.
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