Folge 4: Die Teams in der Einzelkritik
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Für den Lüneburger SK war es ein Start-Ziel-Sieg in dieser Saison. Hatte der Vorstand nach zweimal Platz elf in den Vorjahren das Saisonziel Klassenerhalt ausgegeben, so wurden sie hier von Beginn voll übertroffen. Mit einer Ausnahme (2. Spieltag wegen einem Tor) war man immer Tabellenführer und kann sich somit am letzten Spieltag vollkommen verdient Meister und sicherer Aufsteiger der OL Nord nennen. Deutlich war die Handschrift von Coach Andreas A. zu erkennen, der damit in seinem zweiten Jahr den großen Erfolg feiern kann. Die meisten Siege, den besten Sturm und die zweitbeste Abwehr der Liga waren die Garanten für den Sieg. Andreas A. wusste zur abgelaufenen Saison leider nichts zu sagen.
Nach zweimaligem knappen Verpassens der Aufstiegsränge sollte im dritten Jahr von Gerrit Gerloff als Trainer endlich der Aufstieg des VfR Neumünster unter Dach und Fach gebracht werden. Doch leider war dem nicht so, denn Herr Gerloff trat zurück und somit war es Christian Schülling vorbehalten das Team durch 2/3 der Saison zu führen und am Ende das Erreichen des Relegationsplatzes zu feiern. Und in der Relegation wurde dann der Favorit Carl Zeiss Jena geschlagen: nach einem 2:2 im Hinspiel siegte Neumünster in Jena mit 5:1 und machte die Sensation perfekt. Christian Schülling sagte dazu folgendes: „Wir haben es geschafft. Dritte Liga! Super, das I-Tüpfelchen auf eine gelungene Saison mit Platz zwei und Sieg im Amateur-Pokal. Super!“
Ärgern könnte man sich beim SC Preußen Münster. Der Absteiger aus der Regionalliga spielte eine solide Saison, nicht mehr aber auch nicht weniger. In 14(!!) Partien mussten sich die Westfalen mit ihrem Gegner die Punkte teilen und ließen so wichtige Zähler liegen. Vor allem die Hinrunde war da enttäuschend, da man nur sieben der 17 Spiele gewinnen konnte. Daher fällt Coach David J. nichts zu dieser Saison ein.
Gut, aber leider nicht konstant genug, so könnte am Ende das Fazit in Göttingen lauten. Die heimische Sparta spielte eine gute Hinrunde (Platz vier), und startete gut in die Rückrunde, wo man sich teilweise bis auf vier Punkte an Tabellenplatz zwei rankämpfen konnte, doch am Ende ging den Spartanern etwas die Puste aus. Trotz allem war Coach Karsten Schröder mit seinem Team zufrieden und er gab folgenden Kommentar zur Saison ab: „Im Großen und Ganzen war die Saison sensationell. Leider hat man in einigen Spielen gemerkt, dass uns doch noch die Klasse fehlt, um ganz oben mitzuspielen. Nach zwei Jahren Oberliga ist ein Platz unter den ersten vier aber natürlich grandios und wird nur schwer zu toppen sein. Ich bin froh, dass der Verein mir weiterhin das Vertrauen schenkt. Wir wollen hier gemeinsam etwas aufbauen.“
Saisonziel erreicht heißt es in Düsseldorf. Der Publikumsmagnet der Liga erreichte in diesem Jahr Platz fünf und konnte dabei vor allem defensiv überzeugen, denn mit gerade einmal 16 Gegentoren stellte man die beste der OL Nord. Doch leider leistete man sich zu viele Unentschieden (immerhin 18 an der Zahl) und schoss selbst nur 34 Tore. Von den Teams in der oberen Hälfte war das die schlechteste Ausbeute. Doch trotz allem kommt Frank Götze zu einem positiven Saisonfazit:“ Wir haben den gleichen Tabellenplatz wie in der Vorsaison erzielen können. Mit der gleichen Punktzahl hätten wir sogar den dritten Rang belegen können, was vermutlich sehr ärgerlich gewesen wäre, da dieser erstmals nicht zum Aufstieg langte. Daher kann ich vom Ergebnis sehr zufrieden sein. Für alles Weitere überlasse ich Dr. Virgil Breetveld das Wort.“ Der Präsident der Fortuna sagte: „Wir konnten unsere Rekordeinnahmen aus der siebten Saison, der dunklen der jüngeren Vereinsgeschichte, um stattliche elf Prozent steigern. In der kommenden Regionalliga-Saison werden wir den Weg weiter beschreiten und möchten und im oberen Drittel etablieren. Wir sind voll auf Kurs mit "Fortuna 2069“!“
Bester Aufsteiger der Saison darf sich ETB SW Essen nennen. Der „kleine“ Essener Verein sicherte sich dank einer sehr starken Rückrunde (32 Punkte) den sechsten Rang. Von den letzten 12 Spielen verlor man nur die Begegnungen mit den beiden Top Teams der Liga und konnte sich mit Siegen u.a. gegen den Lokalrivalen RW oder auch gegen Sparta Göttingen in der vierten Liga behaupten. Ganz wichtig: die Essener Stadtmeisterschaft wurde sich klar gesichert. Leider verlässt Erfolgstrainer Frank Schäfer Essen in Richtung Wuppertal, ohne aber folgende Worte zu verlieren: „Mir hat die Arbeit in Essen sehr viel Spaß gemacht. Als ich die Truppe am Anfang der Saison auf Platz 17 mit einem Pünktchen aus 5 Spielen übernommen hatte, wurden wir als Abstiegskandidat Nummer 1 gehandelt. Gerade unsere Stadtinterne Konkurrenz von Rot Weiß hat sowohl den Führungsstil, als auch unsere Spieler belächelt und uns keine 10 Punkte zugetraut. Wir haben danach den Kader im Rahmen unserer Möglichkeiten verstärkt und schließlich auf einem beachtlichen 5. Platz die Saison beendet.“
Platz sieben, aber trotz allem eine turbulente Saison für den zweiten Aufsteiger Erzgebirge Aue. Sage und schreibe vier (in Zahlen 4!!) Trainer wurden verschlissen. Markus Reinhold schmiss ebenso hin wie Danny Merl und zu allem Überfluss wurde Artur Menser entlassen ohne dass er ein Spiel absolvierte. Der neueste Trainer Roland Tyroll brachte zwar Stabilität in den Verein, aber die Mannschaft war schon in Mitleidenschaft gezogen worden, so dass eine tolle Hinrunde (mit Platz 3 und Schlagdistanz zu den Beiden da oben) in der Rückrunde zu Nichte gemacht wurde. Der scheidende Trainer Tyroll gab leider kein Statement zur Saison ab.
Mehr als enttäuschend war die Saison für den FC RW Erfurt. Den direkten Wiederaufstieg als Ziel vor Augen spielte das Team von Coach Daniel Mucha eine grauenhafte Rückrunde. War man zur Halbzeit der Saison noch in Reichweite der Aufstiegsränge, so konnte man in der Rückrunde nur sechs der 17 Spiele gewinnen und verlor damit schnell den Anschluss an die Spitzenränge. Kleiner Trost: im kommenden Jahr kommt es vielleicht wieder zum Derby gegen den FC Carl Zeiss oder was meinen Sie, Herr Mucha: „Als Absteiger aus der Regionalliga konnte für uns nur das Ziel direkter Wiederaufstieg, doch früh war uns klar, dass es schwer werden würde. Der völlig talentfreie Torschütze vom Dienst Leopold hatte nur allzu oft Ladehemmung und offensiv fehlte es allgemein an Durchschlagskraft. Auch wenn wir passabel in der Defensive standen konnten wir gerade gegen die „Kleinen“ keine Punkte einfahren.“
Absolutes Mittelmaß war auch der zweite Ostabsteiger, der 1.FC Magdeburg. Nach dem Coach Andi Hauffe (immerhin fast drei Saisons im Amt) kurz nach der Sommerpause leise Servus sagte, übernahm Ralph Schäfer das Kommando in Sachsen-Anhalt. Doch auch unter ihm verlief die Saison nicht gut, trotz glanzvoller Siege wie gegen Neumünster. Zu viele Rückschläge und Peinlichkeiten (Niederlagen in Osnabrück, Babelsberg und Erkenschwick) waren in diesem Jahr dabei. Der Coach zieht daher folgendes Fazit:“ Ich habe leider erst gegen Ende der Saison das Tollhaus Magdeburg übernommen. Die Strukturen des Vereins sind katastrophal, die Erwartungen des Umfeldes hingegen riesig. Zur neuen Saison bekommt der FC Magdeburg eine neue Chefetage, die ganzen alt eingesessenen Vorstände und Aufsichtsräte werden getauscht.“
Platz 10 und damit weit jenseits von Gut und Böse, so heißt es am Ende beim Halleschen FC. Eine mittelmäßige Saison geht ruhig zu Ende und Trainer Uwe B. kann nicht zufrieden sein. Zu allem Überfluss platziert sich der 1.FC Magdeburg knapp vor Halle und vom Ziel, irgendwann mit dem Erzrivalen Sachsen Leipzig gleich zu ziehen ist man meilenweit entfernt. Der Trainer wusste allerdings nicht so recht was er zu der Saison sagen sollte und unterließ es deshalb auch.
Enttäuschung pur beim Absteiger SV Babelsberg 03. Das Team aus der brandenburgischen Landeshauptstadt enttäuschte auf der ganzen Linie. Nach dem Abstieg 07 sollte in diesem Jahr zumindest ein Platz unter den ersten fünf bis sechs raus springen, doch die Mannschaft von Trainer Aleksandar Angeleski kam nie richtig in Tritt und wurde am Ende nur 11. Auf die Zukunft baut Angeleski, dem allerdings wegen der schwachen Saison seiner Mannschaft so recht die Worte fehlen.
Für das päbstliche Team von RW Essen war die Saison so, wie man es erwartete. Ein einstelliger Tabellenplatz sollte es werden, am Ende war es Rang 12. Doch damit war man am Ende noch recht gut bedient, denn nach der Hinrunde schwebte der Traditionsclub in akuter Abstiegsgefahr. Doch das Präsidium und Trainer Jürgen P. blieben ruhig und am Ende konnte man dank einer guten Rückrunde locker den Klassenerhalt erschaffen. Da ist der Verlust der Essener Stadtmeisterschaft schon schwerwiegender, auch wenn Jürgen P. optimistisch ist:“ Klar, der vergeigte inoffizielle Stadtmeistertitel tut zwar vor allem unseren Fans weh, wir können aber damit leben. Die Mannschaft steckt immer noch in einer Umbruchphase, die nichts Anderes als ein einschneidendes Spar- und Konsolidierungsprogramm ist. Vor diesem Hintergrund sind wir mit dem Erreichen des 12.Platzes und damit auch einem Platz vor dem Erzrivalen aus Köln sehr zufrieden. Basierend auf unserer stabilen Abwehr - mit nur 29 Gegentoren sind wir in den Top Ten - werden wir in der nächsten Saison hoffentlich auch im Spiel nach vorn unser Potential besser ausschöpfen."
Platz 13 steht am Ende für Fortuna Köln zu Buche. Der Vorstand hatte zwar reichlich optimistisch den Aufstieg als Ziele ausgerufen, doch schnell wurde klar, dass dieses Ziel viel zu hoch war für die Truppe um Trainer Mike A. Letztendlich war es trübes Mittelmaß was die Fortuna bot, auch wenn er einzelne Ergebnisse aufhorchen ließen. Trainer Mike A., der wahrscheinlich sein Team verlassen wird, sagte zu der Saison: „Nach einer spannenden Saison haben wir drei Spieltage vor Schluss verdient den Klassenerhalt nach einem kurzen Durchhänger geschafft. Ich gratuliere dem OL Nord Meister Lüneburg zum Aufstieg in die 3. Liga und drücke Neumünster die Daumen in der Relegation. Ich hoffe, die Trainer der Absteiger nach diesem packenden Finale auch nächste Saison an der Seitenlinie zu treffen.“
Glückseligkeit und tiefes Durchatmen in Erkenschwick. Die SpVgg 07 konnte erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt perfekt machen und rettete sich so gerade vor dem Absturz in Liga fünf. Eine schwache Saison des Ruhrgebietsclubs, aber schussendlich reichte es am Ende für den Klassenerhalt, auch wenn man beide Halbserien für sich genommen auf einem Abstiegsplatz beendete. Trainer Dennis Breisinger sah die Sache daher auch ganz nüchtern: „Mission Klassenerhalt erfüllt.“
Erneut ein Abstieg für Micael Tristao Duarte. Nach dem Abstieg mit Norderstedt konnte er auch mit dem FC Altona 93 die Klasse nicht halten, auch wenn es denkbar knapp war. Nach solider Hinrunde war man in der Rückrunde das schwächste Team in der OL Nord und musste sich so am Ende doch den Erkenschwickern geschlagen geben. Duarte war nach dem Abstieg untröstlich und verschwand Wort- und grußlos vom Gelände des FCA.
Leider absteigen muss der BFC Türkiyemspor aus Berlin. Das zweite Jahr in der Oberliga war das erwartet Schwere und es wurde am 33. Spieltag bange Gewissheit, dass sich der Kultklub aus Berlin nicht in der Liga würde halten können. Trainer Bernd R. konnte dem Team nicht seinen Stempel aufdrücken und so wird man am Ende mit der schlechtesten Abwehr der Liga den Gang in Liga fünf antreten müssen. Bernd R. brachte das Dilemma seines Teams auf den Punkt:“ Ich habe alles versucht um mit meiner Mannschaft nicht abzusteigen, leider konnte ich es nicht verhindern. Die wichtigen Spiele konnten nicht gewonnen werden, gingen meist nur Unentschieden aus. Wo wir mit einem Punktgewinn gerechnet haben, diese Spiele haben wir zu allem übel auch noch verloren dank unserer miserablen Torausbeute .Und unsere Abwehr war alles andere als dicht: 61 Gegentore sprechen eine deutliche Sprache.“
Ebenfalls abgestiegen ist der VfL Osnabrück. Das Team von Coach Michael Wegener enttäuschte auf der ganzen Linie und konnte nie die hochgesteckten Ziele erfüllen. Nur siebzehn mickrige Törchen erzielten die Mannen aus Süd-West Niedersachsen und zeigten damit keine Klasse für die Oberliga. Michael Wegener war dementsprechend frustriert und verbat sich jegliche Fragen zur Saison und zu seiner Zukunft.
Die rote Laterne geht in diesem Jahr an die Freie Turnerschaft Braunschweig. Eine völlig missratene Hinrunde ohne Sieg war der „Grundstein“ für den Abstieg, den auch starke Ergebnisse gegen Spitzenklubs nicht mehr abwenden konnten. Doch den Ausflug in die Oberliga genossen die Braunschweiger sichtlich, so dass der Vorstand ein positives Fazit zog und Coach Jan Fricke für seine hervorragende Arbeit lobte. Allerdings war der Coach für ein Statement nicht erreichbar.
gruß
uwius ;-)