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Die Meister und ihre Geschichten

14.05.2010 · 6 Beiträge
CSchuelling 14.05.2010 · 14:08

Zehn Jahre VDFB, das bedeutet natürlich auch zehn Meister der ersten Bundesliga.
Denkt man natürlich bei 10 Jahren VDFB, aber der geneigte Betrachter und aufmerksame Leser weiß natürlich, dass in zehn Jahren VDFB 11 Meisterschaften ausgespielt wurden. Einige interessante Geschichten sind hier zusammengetragen.

Provinz I: Der erste Meister kommt aus Schwaben
Bei der Überschrift denkt natürlich jeder an den VfB Stuttgart. Was hatten die damals für ein Team: Franz Wohlfart als Nummer 1 im Tor, Marcelo Bordon und Thomas Berthold als beinharte Manndecker, Krassimir Balakov und Zvonimir Soldo als die Strategen im Mittelfeld und vorne das Torkrokodil Sean Dundee...mit diesem Team war die Meisterschaft doch ein Klacks......halt Stop!!!
1. kommt es anders und 2. als man denkt.
Denn der erste Meister des VDFB kam zwar aus Schwaben, aber nicht aus der Metropole. Nein, an der Grenze zu Bayern gab es einen kleinen Verein, den die Fans liebevoll "die Spatzen" nennen. Natürlich ist vom SSV Ulm 1846 die Rede, dem kleinen Verein aus der Stadt im Regierungsbezirk Tübingen. Mehr Provinz geht eigentlich nicht.
Aber irgendwie passt das zum VDFB der Anfangszeit und Wolfgang Hütter konnte dies für sich und die kleine Stadt nutzen.
Angeführt vom heutigen Bayern-Chefpsychologen Philipp Laux im Tor, der die wenigsten Gegentore aller Teams bekam und David Allen Zdrilic als Organisator der Abwehr und Dragan Trkulja als Antreiber im Mittelfeld formte Trainer Coach Hütter ein Team, dass immerhin 13 seiner 17 Saisonspiele gewinnen konnte. Am Ende war es ein mickriges Pünktchen Vorsprung der Spatzen, aber das interessierte in Ulm niemanden und es kam zur größten Party in der Stadt seit des Absturzes des Schneiders.
Apropos Absturz: für den Verein ging es danach bergab. Nach Platz sieben in der Saison zwei, erfolgte der Lizenzentzug und Absturz in Liga drei. Es folgte der komplett Absturz in Liga vier raus aus dem VDFB. Dies geschah auch nach dem Wiederaufstieg direkt in Saison sechs erneut.
Seit Saison 8 und der Übernahme des Vereins durch Witalli Bär konnte man sich stabilisieren und kontinuierlich spielt der SSV Ulm in der Regionalliga. Erst dritt-, nun viertklassig. Aber an die goldenen Zeiten aus Saison 1 konnte bisher nicht angeküpft werden. Die Stars heute heißen Jan-Philipp Kalla und Mustafa Kucukovic und haben nicht mehr als Drittligaqualität.
Übrigens: zwei Spieler der Meistermannschaft spielen noch. David Allen Zdrilic steht kurz vor Karriereende und ist Kapitän beim VfR Neumünster und Sascha Rösler kämpft mit dem KSV Hessen Kassel um den Wiederaufstieg in die Regionalliga.

Provinz II: Ostwestfalen als Nabel der VDFB-Welt
Und auch hier könnte ein Irrtum vorliegen. Immerhin ist Ostwestfalen Stammland von Arminia Bielefeld und auch die großen Revierclubs Schalke 04 und Borussia Dortmund lassen einen Großteil ihrer Fans aus dem Wilden Osten NRWs herankutschieren. Und jetzt soll diese unwirtliche Gegend der Nabel der Fußballwelt sein?
So sieht es aus, zumindest wenn es um den Bereich Rekordtitelträger geht. Denn im Schatten der Arminia, von Herne-West und Lüdenscheid-Nord hat sich ein kleiner Verein, der von Spöttern als "Paddelboot" beschrieben wird, aufgemacht die VDFB-Welt zu erobern.
Aufgetaucht ist dieser Verein das erste Mal in Saison drei in der Regionalliga Nord. Ein gewisser Thomas Nöckel übernahm den Verein in seinem ersten Jahr und der Regionalliga Nord und sogleich wurde Aufstieg in die zweite Bundesliga geschafft.
Nöckel gab nun sein Amt ab und mit Stefan Bromund übernahm ein junger Mann den Verein, der sich als Glücksfall für die Ostwestfalen erweisen sollte. "Brodo" ließ in der ersten Saison schon seine Klasse aufblitzen und führte den SCP gleich auf Rang 4.
Der Rest der Geschichte ist eigentlich einfach und auf ein Wort zu reduzieren: MEGAERFOLGREICH.
Aufstieg 2003, Meisterschaft 2004, Pokalsieg 2004, Meisterschaft 2005, Pokalsieg 2006 und Meisterschaft 2007, soweit die Titelsammlung des Sportkameraden Bromund und des SC Paderborn. Erfolgreicher war kein Trainer im VDFB und schon gar kein Verein.
Die schlechteste Platzierung war übrigens ein vierter Platz.
Doch nun hat auch Paderborn eine neue Ära: Bromund geht zu den Bayern und Ex-Bayerntrainer Matthias B. versucht an die erfolgreichen Zeiten anzuknüpfen. Doch trotz vieler Stars (Tom Stark, Imre Szabics, Eljero Elia, Benjamin Huggel), viel Knete auf dem Konto und einem Schmuckkästchen namens Hermann-Löns-Stadion (45000 Plätze) dürfte es eine schwierige Saison werden.
Schauen wir mal was der Rekordmeister und Rekordpokalsieger noch auf die Reihe bringt.
Übrigens: der SC Paderborn 07 ist nicht nur der Rekordmeister, sondern auch der einzige Verein, den den Titel erfolgreich verteidigen konnte.

NRW gegen den Rest der VDFB-Welt
Gehen wir nur nach der reinen Anzahl der Meisterschaften, so wird diese nur zwischen NRW und Baden-Württemberg unter leichter Beteiligung Sachsens gespielt. So hat es den Anschein, denn die NRW-Vereine konnten bisher fast alles Meisterschaften unter sich ausmachen. Woran liegt das?
Nun, der geneigte Betrachter sagt natürlich, dass gleich 11 Mannschaften aus Nordrhein-Westfalen zu den Gründungsmitgliedern zählten (davon fünf in Liga eins), dass NRW 17,5 Millionen Einwohner hat und zwangsläufig mit 19 von 90 Mannschaften die meisten Clubs im VDFB stellt (insgesamt waren es 26). Alles richtig, aber wieso schaffen es die Bayern oder der HSV nicht, in diese Phalanx einzudringen? Warum spielen Werder und Kaiserslautern nicht in der ersten Liga?
Es stellen sich noch mehr Fragen, aber nicht alle können wir beantworten.
Es sollte aber beachtet werden, dass sich allein fünf Meisterschaften der SC Paderborn 07 (3) und Bayer Leverkusen (2) geteilt haben, so dass eigentlich für den Rest nicht mehr übrig bleibt. Ferner sind mit Ausnahme von Paderborn und Borussia Dortmund (Meister 2008) alle NRW-Clubs nicht konstant. Sowohl Leverkusen (Meister 2002 und 2/2003) wie auch der MSV Duisburg (1/2003) und RW Ahlen (2007) sind schon abgestiegen oder wie Dortmunds Vorort in diesem Jahr vom Abstieg bedroht. Von daher gibt es auch in NRW keine konstante.
Allerdings sind sie dabei in illustrer Runde denn auch Ulm (wie angesprochen) und Waldhof Mannheim (2001) mussten in die Niederungen und sind dort teilweise nicht mehr hinaus gekommen.
Einzig weitere konstante ist der Meister von 2009, Dynamo Dresden. Die Sachsen spielen konstant oben mit und konnten sich neben der Meisterschaft noch zwei Pokalsiege einheimsen.

Von daher ist es nicht verwunderlich, dass wir illustre Clubs wie den Hamburger SV, Bayern München und Werder Bremen nicht in den Meisterschaftslisten führen, denn auch diese Vereine haben schon mehrfach in den unteren Ligen gespielt.

Übrigens: die Bayern scheinen sich dieses Jahr endlich in die Liste der Meister eintragen zu dürfen und die Phalanx von NRW wird auch wohl gebrochen. Denn mit Ahlen, Duisburg und Siegen spielen gleich drei Westvertreter gegen den Abstieg.

Zum Abschluss: Ehre wem Ehre gebürt, die Meistermannschaften und ihre Trainer.

2000:  SSV Ulm 1846   Wolfgang Hütter
2001: Waldhof Mannheim Stefan "Scryypy" W.
2002: Bayer 04 Leverkusen Peter "Piotrek" Mandrella
1/2003: MSV Duisburg Pascal "Pascal" Rimbach
2/2003: Bayer 04 Leverkusen Peter "Piotrek" Mandrella
2004: SC Paderborn 07 Stefan "BroDo" Bromund
2005: SC Paderborn 07 Stefan "BroDo" Bromund
2006: Rot-Weiß Ahlen Patrick "Patty1205" Halbgewachs
2007: SC Paderborn 07 Stefan "BroDo" Bromund
2008: Borussia Dortmund  Patrick "Patty1205" Halbgewachs
2009: SG Dynamo Dresden Stefan "Stefan" Berndt
Maginho 14.05.2010 · 14:25
Hm da ist kein Klub aus dem Norden dabei...:(
Cobra 14.05.2010 · 14:33
Außer Ulm sind das alles Nordklubs
Someg 14.05.2010 · 14:54
Beachtlich, dass noch zwei Spieler der Ulmer Meistermannschaft aktiv sind. Ich liebe solche Details! Danke für die Recherche! :-)
Maginho 14.05.2010 · 15:48
@Cobra: Ich meine aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Meck-Pomm und Schleswig-Holstein ;-)
avantasia 14.05.2010 · 17:53
Cobra schrieb:
Außer Ulm sind das alles Nordklubs


WALDHOOOOOOOOOF!!!!!!

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