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10 Jahre VDFB: Versunkene Clubs Teil III

01.05.2010 · 3 Beiträge
CSchuelling 01.05.2010 · 22:00



rwe ROT-WEISS ESSENrwe

Nach dem wir in Teil II unserer Dokumentation über versunkene VDFB-Clubs im Osten der Republik waren, geht es nun wieder tief in den Westen. Wie schon der Dresdner SC tauchte RW Essen in Saison zwei das erste Mal im Rahmen des VDFB auf.

Der Ur-Verein endstand 1907 in Essen-Vogelheim, nach mehreren Fusionen endstand daraus im Jahre 1923 RW Essen. In Anlehnung an die letzte Fusion und den Standort von Vereinsheim und Stadion werden die Rot-Weißen oft als "die Bergeborbecker" bezeichnet.
Vor dem Krieg tritt der Verein national gesehen kaum in Erscheinung, obwohl man ab 1938 in der höchsten Spielklasse, der Gauliga Niederrhein spielte. In den Kampf um die deutsche Fußballmeisterschaft kann der Verein nicht eingreifen.
Nach dem Krieg erfolgte dann ein rascher Aufstieg des Vereins: 1948 gelang der Aufstieg in die Oberliga West und in den Folgejahren die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft.
1952 stieß ein gewisser Helmut Rahm vom Lokalrivalen SF Katernberg, der mit August Gottschalk eines der besten Sturmduos Deutschlands bildete. Hinzu kamen Torhüter Fritz Herkenrath (1.FC Köln) und das Essener Urgestein Penny Islacker (Rheydter SV). Mit diesem Team gelang 1953 der erste Nationale Titel, der Gewinn des DFB-Pokals.
1955 gelang der große Wurf: gegen die "Weltmeister-Elf" des 1.FC Kaiserslautern gelang mit einem 4:3 der Gewinn der deutschen Meisterschaft.
Doch schon direkt nach den Erfolgen erfolgte der Niedergang der Bergeborbecker, welcher nach diversen Rücktritten und Spielerwechseln (u.a. Rahn zum 1.FC Köln) mit dem Abstieg 1961 aus der Oberliga seinen vorläufigen Höhepunkt fand. Der Star zu dieser Zeit war im Übrigen ein gewisser Otto Rehhagel.
Mit Einführung der Bundesliga machte es sich RWE in der Regionalliga gemütlich und schaffte 1966 den Aufstieg ins Oberhaus des deutschen Fußballs. Trotz namhafter Neuzugänge ging es 1967 wieder abwärts. Erneut erfolgten zwei Jahre in der Regionalliga, ehe 1969 der Aufstieg in die Bundesliga gelang.
Diethelm Ferner und Erich Beer hießen die tragenden Säulen bis zum erneuten Wiederabstieg 1972, der durch eine schwache Rückrunde und den Bundesligaskandal nicht zu vermeiden war. Star dieser Zeit war aber zweifellos Willi "Ente" Lippens, der es 1971 auf ein Länderspiel für die Niederlande brachte. Berühmt ist folgende Begebenheit: der Schiedsrichter zeigt Lippens die gelbe Karte mti den Worten "Ich verwarne ihnen!" Darauf Lippens: "Ich danke Sie!" Folge: Feldverweis.
1974 gelang der Wiederaufstieg und man konnte die Klasse bis 1977 halten. Stars der Zeit waren Horst Hrubesch und Werner Lorant.
Von 1977 bis 1984 blieb RWE zweitklassig, ehe man das erste Mal in die dritte Liga runter musste. 1986 gelang der WIederaufstieg und man hielt die Klasse bis 1991. Nach Lizenzentzug begann der WIederaufbau, der im Aufstieg 1993 und im letzten großen Highlight, dem DFB-Pokalfinale 1994 mündete.
Es begannen wilde Jahre: Lizenzentzug 1994, Aufstieg in die zweite Liga 1996, Abstieg 1997 und Abstieg 1998 in die vierte Liga. Dazu die Fast-Insolvenz 1999.
1955rahnlippens
Bilder aus erfolgreichen Tagen: Essen feiert die Meisterschaft 1955 und Helmut Rahn und Willi Lippens diskutiert in den 70ern mit dem Schiri.

Der Wechsel zum VDFB erfolgte im Jahre 2000 und RENE PICKARD übernahm die Geschicke des Vereins. Er führte den Verein im Debütjahr auf Ranf 12 in der Regionalliga Nord. Nach gescheitertem Saisonstart 2001/02 übernahm CHRISTIAN KILIMANN das Ruder in Essen und konnte den Verein auf die beste Platzierung aller Zeiten führen, einen sechsten Platz.
Und wie so oft folgen Erfolgstrainer dem Ruf des Geldes, so dass 2002/2003 MARTIN LAUTNER das Kommando übernahm. Unter ihm entging RWE in Saison vier knapp dem Abstieg, ehe in Saison fünf Platz 16 erreicht wurde und der Verein für ein Jahr in den Niederungen der Verbandsliga verschwand. Lautner verschwand nach Aue, doch RWE schaffte den direkten Wiederaufstieg.
2005 übernahm OLIVER B. das Ruder, stieg mti dem Verein doch prompt aus Regionallig Nord ab. Doch man fiel weich und landete in der neugeschaffenen Oberliga Nord. Dort hatte man das Ziel Wiederaufstieg, doch dieses wurde gründlich verfehlt. Man spielte gegen den Abstieg und erst mit dem alten und neuen Trainer Martin Lautner entkam man so gerade dem Gang in die Fünftklassigkeit. Ein Punkt wurde am Ende vor dem Lokalrivalen ETB SW Essen gerettet.
2007 übernahm dann JÜRGEN PABST RW Essen und spielte von Beginn an gegen den Abstieg. Es reichte am Ende erneut zu Platz 14 und so ging man frohen Mutes in die Saison 2008. Diese wurde dann die Erfolgreichste seit langer Zeit und RWE erreichte jenseits von Gut und Böse Rang 12.
Mit der Ligenreform zu Beginn des Jahres 2009 kam Essen automatisch in die Regionalliga, stand aber fast von Beginn an auf verlorenem Posten. So blieb am Ende der Saison 2009 der erneute Gang in die fünfte Liga und so spielt Rot-Weiß Essen, der Traditionsverein aus dem Pott, nun in der NRW-Liga.

Seine Heimspiel trägt der Verein im 25800 Zuschauer fassenden Georg-Melches Stadion an der Hafenstraße in Essen-Bergeborbeck aus. Dieses Stadion wurde zu Beginn der 50er Jahre erbaut und galt lange als Vorbild für moderne Stadien, insbesondere nach der Installation der ersten Flutlichtanlage auf deutschem Boden 1956. 40000 Zuschauer sahen 1969 ein Spiel der deutschen Nationalmannschaft in Essen.
Stadion

Die heutige Mannschaft hat durchaus Potential -für die NRW-Liga. Viertligatauglich ist die Mannschaft um ihren Kapitän Stefan Zinnow (29 Jahre, Stürmer, Stärke 66) auf keinen Fall, denn zuviele gute Spieler haben den Verein im Laufe der Jahre verlassen. Stützen des Teams sind neben Zinnow  sind Torhüter Markus Eismann (23, 67) und Linksverteidiger Rüdiger Rehm (31, 68). Problematisch ist auch die Alterstruktur: mit Ausnahme von Eismann und Stürmer Serkan Calik sind alle SPieler mindestens 26 Jahre alt, ein Drittel der Spieler gehört bereits zur Ü30-Fraktion.
rehmzinnow
Die Stützen der Mannschaft: Rüdiger Rehm und Kapitän Stefan Zinnow.

Mit Hochdruck arbeitet der Vorstand an der Zukunft. Die könnte angesichts gut gefüllter Kassen rosig sein, sofern sich ein Trainer findet, der den Anforderungen des Vereins gerecht wird. Doch blicken wir auf die NRW-Liga: wir sind uns sicher: 2011 sehen wir RW Essen wieder in der vierten Liga.
Someg 01.05.2010 · 22:33
RWE war immer extrem schwer zu spielen, egal ob unter Titan oder jirrschi, also sollen sie ruhig bleiben wo sie sind. Wobei es mich nicht wunderte, würden sie nächste Saison wieder jirrschi engagieren ;-)
hidirkpagel 02.05.2010 · 11:32
Naja bevor ich heule sag ich lieber...
Arbeitslos und kein Geld im Portmonai, scheiß RWEBigGrin2

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