2. Liga · 33. Spieltag
12.08.2026
Waldhof
2 : 5
RWE
Kreyam 12.08. P3RYPL3X
Carl-Benz-Stadion · 16.800 Zuschauer (68 %)
WaldhofRWE
1. Halbzeit
2. Halbzeit
Spielverlauf
1. HALBZEIT1 : 4
10'0:1 Terrier
19'0:2 Mateta (Terrier)
34'1:2 Becker (Horvath)
44'1:3 Mateta
45'1:4 Mateta (Brandt)
2. HALBZEIT1 : 1
55'2:4 Alidou
59'Becker
61'2:5 Gayret (Mateta)
62'Becker
67'Neudecker (für Gnabry)
67'Waidner (für Brandt)
67'Moustier (für Gayret)
67'Kwarteng (für Bebou)
Spieler des Spiels
Jean-Philippe Mateta (RWE)Note 10,0
Statistiken
45 %
Ballbesitz
55 %
2,9
Erwartete Tore (xG)
5,9
13
Schüsse
11
161
Pässe
167
86 %
Passgenauigkeit
86 %
22
Zweikämpfe
22
4
Gew. Zweikämpfe
7
16
Abgefangene Bälle
15
9 s
Ballrückeroberung
7 s
3
Gelbe Karten
0
1
Rote Karten
0
Spielbericht

Waldhofs Rätsel: Essen gewann – und keiner weiß warum

Manchmal schreibt der Fußball Geschichten, die selbst erfahrene Sportjournalisten mit einem achselzuckenden Kopfschütteln zurücklassen. Der 33. Spieltag der 2. Liga lieferte in Mannheim ein solches Kuriosum: Der SV Waldhof Mannheim 07 empfing Rot-Weiss Essen, verlor am Ende sang- und klanglos mit 2:5, doch der eigentliche Krimi spielte sich wohl im Bereich der Logik ab. Das finale Tor durch Gayret in der 61. Minute, auf Vorlage des überragenden Mateta, zementierte einen Essener Sieg, dessen Zustandekommen nach Ansicht der Hausherren wohl noch auf mehreren Analysetafeln zerlegt werden muss.

Dabei deutete der Spielverlauf zunächst auf ein echtes Spektakel hin, das sich über die gesamte Spieldauer entfaltete. Bereits nach zehn Minuten eröffnete Terrier den Torreigen für Rot-Weiss Essen. Mateta, der an diesem Abend einen goldenen Fuß zu tragen schien, legte in der 19. Minute, ebenfalls durch Terrier vorbereitet, nach. Waldhof schien da schon auf dem besten Wege, ins Frustpotenzial zu rennen, konnte aber durch Becker nach Vorarbeit von Horvath verkürzen. Doch Essen hatte in Person von Mateta vor der Pause noch ein Ass im Ärmel: Binnen zwei Minuten, in der 44. und 45. Minute, schlug er erst aus dem Nichts zu und verwertete dann eine Brandt-Vorlage zum lupenreinen Hattrick, der die Führung auf 1:4 ausbaute.

Die nackten Zahlen verraten eine Geschichte von Effizienz und unerklärlicher Waldhof-Schludrigkeit. Mit 13 zu 11 Schüssen lagen die Mannheimer sogar leicht vorn, auch der Ballbesitz (45% zu 55%) war keine Katastrophe. Doch der Blick auf die erwarteten Tore (xG) erzählte eine andere Wahrheit: 2.9 für Mannheim gegenüber unfassbaren 5.9 für Essen. Es war also kein Zufall, dass die Gäste trafen; es war vielmehr ein Wunder, dass sie nicht noch höher gewannen, während der Waldhof seine Chancen wohl eher zum Aufwärmen nutzte. Als Alidou in der 55. Minute noch einmal auf 2:4 verkürzte, keimte kurz Hoffnung auf, die Gayret jedoch sechs Minuten später endgültig begrub.

Am Ende verließ der SV Waldhof Mannheim das Feld nicht nur als Verlierer, sondern auch mit einer Gelb-Roten und einer weiteren Gelben Karte, während Essen makellos ohne Verwarnung blieb. Das zeigte wohl die aufgestaute Frustration auf Mannheimer Seite, die sich trotz der vielen Bemühungen in den Zweikämpfen (4 gewonnene zu Essens 7) am Ende mit der bitteren Erkenntnis abfinden mussten: Manchmal gewinnt die Mannschaft, die es schafft, den Ball häufiger ins Netz zu befördern, selbst wenn das Wie für den Unterlegenen ein Mysterium bleibt. Ein echtes VDFB-Spektakel, bei dem die Essener die Rätsel um ihre Tore wohl am wenigsten hinterfragen werden.

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