Regionalliga Nord · 22. Spieltag
14.09.2004
Fortuna
2 : 1
Aue
Someg 14.09. TITAN
26.000 Zuschauer
Torschützen
Fortuna
  • Marotta 1
  • Shapourzadeh 1
Aue
  • Wersching 1
Spielbericht
Ein heisser Kampf gegen den Abstieg stand heute in Düsseldorf an. Die Räuchermännchen aus Aue kamen zu Besuch, doch wenig freundschaftlicher Natur, denn wie von beiden Trainern bereits im Vorfeld betont, ging es hier um das nackte Überleben in der Regio Nord, denn Aue stand mit sechs Punkten direkt vor den Düsseldorfern, die sich immer noch auf dem besten Abstiegsplatz befanden, soweit einer dieser undankbaren Plätze überhaupt gut, besser oder gar am besten sein kann.

Von beiden Seiten wurde bedingungslose Offensive und ein Sieg gefordert, auch wenn die Gäste mit einer Punkteteilung sicherlich eher leben konnten, ABER Ergebnisverwaltung ist nicht das Steckenpferd der Mannen um Trainer Martin Lautner und so legten beide Teams los.

Wie die Feuerwehr wurden die Bälle gespielt, denn Zeit für Ballhalten gab es beim engagierten Pressing aller 26 Akteure nicht. Offensichtlich hatten beide Übungsleiter verstanden, ihre Akteure schon mit dem Anpfiff zu konzentrieren.

Zunächst konnten die Gäste ein leichtes Übergewicht erlangen, scheiterten jedoch allein in der Anfangsviertelstunde dreimal an der gut eingespielten Abseitsfalle der Düsseldorfer, scheiterten besser gesagt am Pfiff des Schiris ob der Abseitssituationen, die resultierten aus der gut eingespielten Abseitsfalle der Düsseldorfer.

Dann überwanden ebend diese hinten so gut, vorne hingegen wenig eingespielten Gastgeber den Abwehrriegel der Gäste, Luiz Firminho Emerson geht über die rechte Seite, spurtet mit langen Schritten auf den gegnerischen Schlussmann zu, sieht eines Pulks Verteidiger zum Trotz den kleinen Marotta in der Mitte winken, lächelt ein wenig, da Pieros Winken aufgrund seiner recht lurzen Arme schon albern aussieht, verpasst dabei beinahe den Pass am heranstürmenden Torflitzer vorbei zu spitzeln, schon prallt der Ball an dessen rechtes Bein, wird nur leicht abgelenkt, Piero macht einen Ausfallschritt, vergleichbar mit dem Durchschnittsschritt eines Erwachsenen, erreicht das Leder, dass heutzutage mit Leder noch so viel gemein hat wie Piero mit Dirk Nowitzki, visiert das Tor an, verzieht den Schuss, der Ball hoppelt durch den Strafraum, scheint Slalom um die Spieler zu laufen, da zappelt er imt Netz.

Düsseldorf ging in der 18. Minute in Führung. Da die Fortuna diese Saison noch nie mehr als ein Tor in einem Spiel erzielte, konnte die weitere Taktik nur Halten heissen. Doch auch die Natur der Gastgeber sprach gegen Ergebnisverwaltung und so spielte man weiter nach vorne, deutlich selbstsicherer durch die Führung.

An brach die stärkste Viertelstunde der Gastgeber. Schnell wurde das Mittelfeld überbrückt und als der Ball über die linke Seite getragen, zurück in die Mitte gespielt wurde, trauten die Fans ihren Augen kaum. Eine seitenverkehrte Wiederholung des Führungstreffers? Nein, nicht der kleine Italiener erhielt den Ball, sondern Dr. Breetvelds Nachfolger Amir Shapourzadeh fackelte nicht lange und schob den Ball ein.

2:0 für Düsseldorf in der 29. Minute. Das Publikum verstummte, denn die Anhänger vom Rhein hatten alle Siegesgesänge in den vergangenen Wochen und Monaten verlernt. Lediglich vereinzelte Schlachtenbummler mit aussergewöhnlichen Erinnerungsvermögen konnten vereinzelte Gesänge anstimmen und hatten auch allen Grund. Bis zur Pause kontrollierte ihr Team das Spiel. Der Sieg schien zur Halbzeit zum Greifen nah.

Der Wiederanpfiff verzögerte sich um ein paar Minuten. Ich werde hier nicht Vermutungen über Elektrizitätswerke aufstellen. In der Pause wurde eine ungewöhnliche Szene beobachtet. Die beiden Trainer trafen sich auf dem Gang, beiden die Anspannung tief ins Gesicht geschrieben, da gratulierte Aues Martin Lautner bereits seinem Gegenüber zum Sieg. Verlorener Glaube an den Teamgeist oder nur ein Psychotrick?

Was auch immer; es half. Düsseldorf wirkte völlig konsterniert. Als in der 48. Minute eine Ecke in ihren Strafraum flog, schienen sie es noch nicht einmal zu bemerken und mit einem Mal brachte Wersching seinen Verein wieder ins Spiel zurück. Nur noch 2:1 im Paul-Jahnes-Stadion und es galt noch mindestens 42 Minuten zu spielen.

Langsam fing sich der Gastgeber, doch der Druck der Erzgebirgler ließ nicht nach. Ein ums andere Mal kamen sie nun zu guten Chancen, doch das Glück wart nicht hold.

So blieb es auch nach 90 Minuten beim 2:1 für Düsseldorf.

Stimmen nach dem Spiel:

Martin Lautner: "Düsseldorf war der zu erwartende Starke Gegner.
Hier ging es heute um Leben und Tod. Letzteres trifft wohl auf meine Mannschaft zu - gewinne wohl kein Spiel mehr - langsam aber sicher ist bei mir die Luft raus - weiss nicht was ich noch machen soll..............Naja ich hab vorne zuwenig gemacht - und hinten wieder ausgekontert worden mit den beiden Dingern - wie immer eben........
Bei mir is langsam die Luft raus - ehrlich - ständig so zu verlieren is scheisse....... immer fast am Sieg und dann das.....aber wurscht - spielen wir eben weiter und hoffen auf bessere zeiten.....

Die sind wohl leider aber vorbei....Aber zuerst möchte ich meinen Trainerstuhl verteidigen"

Frank Götze: "Natürlich bin ich froh über den Sieg. Ich würde Martin gerne etwas Aufmunterndes sagen, doch kenne ich seine Situation zu gut und weiss, dass Worte da nicht helfen. Dennoch hoffe ich auf ein erneutes Wiedersehen nächste Saison ;-)"
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