Regionalliga Nord · 12. Spieltag
12.09.2003
Kiel
3 : 2
TeBe
Buster 12.09. -olliginal-
6.000 Zuschauer
Torschützen
Kiel
  • Sforza 1
  • Grzegorczyn 1
TeBe
  • Eigentor 1
  • Zentrich 1
  • Soerensen 1
Spielbericht
Die Zitterpartie zu Kiel

Kiel - Im Nachholspiel vom 12.Spieltag erwarteten die Kieler Störche im Holsteinstadion die Mannschaft von Trainer Brizzco auch bekannt als Tennis Borussia Berlin.
Trainer Neumann, wie er im normalerweise genannt wird hat sine Jungs stets im Griff, doch weiß man nie genau wo die Mannschft hin will, denn Potential ist genügend da, doch oft scheitern sie an der Konstanz.
In Kiel hingegen spricht man nach dem verkorksten Saisonabschluss vom letzten Jahr nur unter vorgehaltener Hand vom Aufstieg auch wenn die Euphorie der Fans keine Grenzen kennt, selbst nach den Niederlagen gegen Schalke und Union Berlin.

Am heutigen Abend bot zunächst TBB das, was man Fußball nennt. Sie rackerten und arbeiteten und gingen dann früh in Führung. Es sollte also wieder mal eine Aufholjagd werden nach dem Treffer von Soerensen, das kennt man zur Zeit in Kiel zu Genüge. Man muss aber aufpassen, dass dieser Schuss mal nicht nach hinten losgeht.
Kaum war das Tor gefallen legten auch die Kieler Jungs los und ebenso nach kurzer Zeit war Guscinas am Ball, schießt und Krontiris grätscht in den Ball, doch wohin? In das eigene Tor, das hätte er mal lieber lassen sollen, denn so hatte er seinen eigenen Torwart behindert und der Stand von 1:1 war nun Fakt.
Es geschah dann nicht mehr viel bis zur Halbzeit, da sich das Spiel vermehrt ins Mittelfeld verlagerte.
So war eine spärliche Schussbilanz von 2 Schüssen auf beiden Seiten auch kein Wunder und die Folge.
Als der Schiri wieder das Spiel anpfiff nahm zunächst Kiel das Heft in die Hand und spielte souverän weiter, erarbeitete sich Chance um Chance, doch wer machte das Tor nach einem Konter? Genau, die Hauptstädter. Die Abwehr war völlig falsch gestanden und Zentrich musste den Ball nur noch am herausstürmenden Preuss vorbeischieben.
Die mitgereisten Fans jubelten und in Kiel sah man schon einer Niederlage ins Auge. Doch da gab es 11 Mann, die das nicht akzeptieren wollten. Die Truppe von Trainer Scheidl gab noch einmal alles, und so geschah es, dass 10 Minuten vor Schluss Sforza zur Stelle war um den Ball nach einer Flanke ins Tor zu befördern. Nun wieder der Jubel auf der Seite der Hausherren. Beflügelt vom erneuten Ausgleich ging Kiel auf volles Risiko und versuchte die 3 Punkte mit aller Macht an sich zu reißen.
Beinahe wäre das fehl geschlagen, doch im Getümmel schoss Guscinas, der Ball prallt von einem Abwehrspieler ab, Nachschuss Sforza und der Torhüter lenkt zur Ecke ab. Diese Ecke gab Gerber herein - wieder Getümmel, noch wenige Minuten zu spielen. Sforza schießt, gehalten. Guscinas bekommt den Ball, Benschneider nimmt ihm den Ball ab. Guscinas hilt in sich zurück und schießt. Heinen hält, der Ball fliegt zu Gregorczyn, der dreht sich und schießt und der Ball landet im Netz. Kiel hat es also doch noch geschafft, das Spiel endgültig zu drehen.
TBB sichtlich geschockt probierte seinerseits wieder über Zentrich sich den Punkt zurückzuholen, doch Ramzy schnappt sich die Kugel haut sie weg und der Schiedsrichter pfeift ab.
Daraufhin sah man jubelnde Kieler, die sich umarmten und freuten, als wäre dies schon der Aufstieg gewesen.
Der Schlussminutensieg brachte natürlich die Berliner Gemüter zum Überlaufen und die Fans buhten den Gastgeber aus.

Trainer Neumann meinte nach dem Spiel:
Mhhm soo ein scheiss. Verdammt knappes Spiel.Die Jungs haben ihr bestes gegeben und haben schon sichere dinger von der linie gekratzt.So will ich auch meine Spieler aufs höchste loben gegen ein so starkes Team mehr als gut mitgehalten zu haben. Aus diesem Grund ist es umso tragischer das wir verloren haben und ich fühle mich im Momment wie Herr Völler am Samstagabend.

Trainer Scheidl hingegen meinte:
Wahnsinn, die Jungs haben sich am Schluss noch einmal alle am Riemen gerissen und sich ein Herz gefasst. Für mich ist heute Sebastian der Matchwinner, hatte er doch in einem hitzigen Moment einen kühlen Kopf bewahrt. Aber auch alle anderen Spieler haben beide Rückstände super verkraftet und alles gegeben, dass wir weiter ganz oben dran bleiben. Das ist schon wunderbar.
Jedoch müssen wir unsere momentane Abwehrschwäche in den Griff bekommen, denn so kann es nicht weitergehen. Wir müssen jederzeit bereit stehen, dem Gegner die Pille abzunehmen und nicht so einen Krampf zu machen.
Heute ging es ja nochmal gut, ich hoffe, dass ich die nächsten Wochen nicht so bis zum Schluss schwitzen und zittern muss.

Mittlerweile hörte man von Berliner Hooligans, die sich in der Kieler Innenstadt rumtreiben und ihr eigenes Weltbild aus derselbigen machen wollen. Bei den Ausschreitungen wurden bereits mehrere Leute von den Hundertschaften der Polizei festgenommen.
Leider wollen wir ihnen auch diese tragische Szenen aus der dritten Halbzeit nicht vorenthalten.


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