Regionalliga Nord · 3. Spieltag
15.02.2010
ZFC Not gegen Elend oder war es nicht genau anders herum? Den neutralen Beobachtern untern den 1500 Zuschauern dürfte lange Zeit nicht klar gewesen sein, für welche Sportart sie denn hier Eintritt zahlen durften. Immerhin erinnerten sich die Gäste als erste und eigentlich auch als einzige der beteiligten Mannschaften daran, worum es bei dieser ballorientierten Sportart hauptsächlich geht. Allerdings fiel es auch ihnen schwer, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Über gute Vorsätze kamen sie in der 1.Halbzeit nicht hinaus. Dass das Runde ins Eckige muss, dürfte Trainer Uwius beim Pausentee nochmal eindringlich an die Taktiktafel skizziert haben, nur an der Umsetzung haperte es auch in Hälfte zwei weiterhin. Die Pointe des Meuselwitzes gab es dann in der 80.Minute, als Sahin, der Einäugige unter den blinden Kneipentretern, aus Dreimeterfünfzig völlig freistehend das Tor traf. Trotz des harten Schusses blieb dieses aber stehen, so dass auch die wenigen verbleibenden Minuten des Spiels noch bedeutungslos runtergezählt werden konnten.
Und Aue? Nichts, gar nichts! 0:11 Schüsse, die in der ran-Datenbank aktenkundig wurden, lassen keine Zweifel daran aufkommen, dass die Erzgebirgler sich dem Spiel verweigerten. Dass sie auch anders wollen, wenn sie können, zeigten sie leider erst in der Verlängerung, als sie mit dem einzigen Schuss des Tages einen Treffer erzielten.
Nach dem Spiel plauderten beide Trainer beim Pils an der berühmten Theke, die ihren Kickern den Namen verleihen durfte, über die Darbietungen ihrer Schützlinge.
Uwe:
"Ich habe heute ein wirklich gutes Spiel meiner Mannschaft gesehen. Alle Anwesenden dürften sich wohl darüber einig sein, dass ein Sieg nicht unverdient gewesen wäre. Wir konnten ein ganz klares Übergewicht erzielen, und erarbeiteten uns gute Chancen. Die größte vergab Sahin, der aus drei Metern ganze einfach das Tor machen muss. Leider traf er nur den Pfosten, und so rettete das Gestänge dem Team meines Trainerfreundes Jirrschi den Punkt."
Jürgen:
"Um das nächste halbe Jahr nicht dem Spott meines Trainerkollegen ausgesetzt zu sein, wollten wir dieses Spiel auf keinen Fall verlieren. Dies ist uns gelungen, weil meine Mannschaft heute defensiv sehr gut gearbeitet hat. Der Gegner hatte zwar ein optisches Übergewicht, an die Wand gespielt hat er uns bei diesem Fehlpassspektakel aber nicht. Im nächsten Spiel werde ich meinen Jungs auch wieder erlauben, die Mittellinie zu überqueren. Kopf hoch, Uwe, beim nächsten Mal wird es nicht besser! ;-)"