Regionalliga Nord · 7. Spieltag
28.02.2009
Bblsbrg
1 : 3
Fortuna
didi 28.02. Someg
12.000 Zuschauer
Torschützen
Bblsbrg
  • Stanic 1
Fortuna
  • Marotta 1
  • Christensen 2
Spielbericht
Titel
Also nicht im Sinne von Meistertitel sondern von Überschrift, oder?

Babelsberg - "6 PUNKTESPIEL" bildeten Düsseldorfer und Babelsberger Fans gemeinsam aus ihren nackten Leibern, als die Akteure auf den Rasen liefen. Der Verlierer steht auf einem Abstiegsrang, der Sieger kann einmal ganz kurz durchatmen.

Die Hausherren mit dem Anstoß um Ruhe bemüht, die Fortuna aggressiv von Beginn an. Bereits in der zweiten Minute muss Dennis Prostka zum ersten Mal sein Gehäuse verlassen um einen Gästeangriff zu bremsen. "Moment!", sagt dort der interessierte Fußballfachmann, "Dennis Prostka, ist das nicht der...?" Er ist es. Von 2002 bis letzte Saison war er Stammtorsteher der Fortuna, wurde von Thorsten Kirschbaum aus der Startelf verdrängt und für stattliche 6.969 € wurde er Teil der Babelsberger Mannschaft. Unvergessen ist sein erster Platz bei der Wahl zu den Höhepunkten der Saison 2003, als er mit dem Ball über die eigene Linie sprang, doch heute war er mehr als motiviert.

In der 8. Minute kommt Piero Marotta über die rechte Seite, zieht vom Rand des Fünfmeterraums ab, Prostka pariert glänzend, die Abwehr versucht sich spielerisch zu befreien, verliert den Ball jedoch im eigenen Strafraum an Christensen, der scheitert an einem Verteidiger, kommt erneut an den Ball, holt aus, wird vom nächsten Verteidiger gestört, Luftloch, ein Schritt zur Seite, zielt und verläd Prostka dann doch.

0:1, Kim Christensen, 8. Minute

Ein Start nach Maß für die Rheinländer, die durch den ersten Saisonsieg ihren Fluch besiegt zu haben hofften. Doch schon häufig hatte man auch in dieser SPielzeit geführt ohne am Ende drei Punkte gutgeschrieben zu bekommen.

Konzentriert ging es weiter. Der Gastgeber ließ sich keineswegs beirren und es setzte eine verspätete Abtastphase ein, viel Spiel im Mittelfeld, die letzten Pässe fanden nicht ihren Abnehmer. Slaven Stanic änderte dies mit einem grandiosen Pass in den Düsseldorfer Strafraum auf Marco Reich. Der sucht die Zweikampfsituation mit Hamza Cakir, beide stürzen zu Boden, ein Pfiff, Strafstoß.

Reich schnappt sich den Ball, doch aus dem Mittelfeld kommt Slaven Stanic gespurtet, man kennt ja die Binsenweisheit und ob sie stimmt oder nicht, Stavic erzielt den Ausgleich.

1:1, Slaven Stanic, 18. Minute

Wiederholte Zeitlupenanalyse ergab, dass Reich gerade zum Schuss ansetzte, als Cakir ohne den Ball zu berühern in den Mann lief. Eine regelkonforme Entscheidung.

Also mal wieder eine Führung verspielt. Düsseldorf wollte sich davon nicht beeindrucken lassen und machte weiter Druck, doch so ganz waren die Erlebnisse der Saison wohl nicht aus den Köpfen verschwunden, so dass sich Reich in der 25 gut durchsetzen, doch aus großer Distanz nur knapp am Tor vorbei schießen konnte. Es entwickelte sich eine ansehnliche, Kräfte verschleißende Partie, in der die Gäste gegen Ende der ersten Hälfte zwei gute Möglichkeiten zur erneuten Führung ausließen. So kam es wie es kommen musste

PFIFF

Pause

PFIFF

TOR!

Bitte?

Babelsberg völlig verdattert. Ohne eine Ballberührung lagen sie wieder hinten.

1:2, Piero Marotta, 48. Minute

Nun kombinierte Düsseldorf fröhlich vor sich hin, erzielte zwei Abseitstreffer und ließ natürlich auch dem Gegner eine gute Möglichkeit, doch Svensson spitzelt Reich den Ball in letzter Sekunde vom Fuß. Kirschbaum nimmt ihn in die Hand und erstaunlicher Weise reklamiert niemand Rückpass. Also weiter. Für Düsseldorf lief es in der Phase, nur das dritte Tor vergaßen sie.

In der 70. Minute prüfte Arif Karatas den Gästekeeper mit einem Distanzschuss, dieser klärt zur Ecke. Die blieb erfolglos, doch vom Schuss inspiriert versuchte es auch Piero Marotta aus der Distanz, was ebenfalls eine Ecke zur Folge hatte. Auch unerträglich.

Die Gäste hielten den Gegner aus ihrer Hälfte fern und man hätte etwas mehr Aufopferung von Babelsberg erwarten können. Stattdessen wieder ein Versuch, den Ball aus dem eigenen Strafraum zu tragen. Amir Shapourzadeh kommt dazwischen, lässt mit einem kurzen Pass auf Piero Marotta einen Verteidiger ins Leere rutschen, Marotta am Fünfer allein vor Prostka, der wie gesagt hoch motiviert, Marotta schießt, Prostka reflexiert, kriegt die Finger an den Ball, doch der truuuuuuuuudelt... an den Pfosten prallt ab, Christensen ist da und schiebt ein.

1:3, Kim Christensen, 80. Minute

Der Fußballfan an sich würde das Spiel als entschieden betrachten, doch der Düsseldorfer erinnert sich noch gut der zwei Freistoßtreffer in der Nachspielzeit, die aus dem Triumph gegen Gladbach ein triumphales Unentschieden machten. Tatsächlich versucht Babelsberg nochmal alles, doch außer einem Fernschuss übers Tor, blieb ihnen nur die Erkenntnis, dass heute nicht ihr bester Tag war.

Die Trainer nach dem Spiel:

Olaf S. (Babelsberg): "Gegen Berlin waren wir nicht schlecht, aber was meine Leute heute gezeigt haben, war das Letzte. Sogar Kreisliga spielt besser. Der Gegner war aber auch heute gut in Form. Also  meinen Trainerkollegen noch vg und wir müssen uns Gedanken machen damit wir da unten wieder raus kommen."

Frank Götze (Düsseldorf): "Insgesamt geht der Sieg bei 1:9 Torschüssen wohl in Ordnung. Es ist schade, dass die Babelsberger nicht in der Lage waren ihr Potential abzurufen, doch wenn sie den Ball hinten einfach mal raus hauten, stünde am Ende ein 1:1 auf der Anzeigentafel. Natürlich sind wir erleichtert angesichts der drei Punkte, doch der Abstiegskampf wird hart und eng; für einige Mannschaften. Ich wünsche Olaf viel Erfolg und hoffe auf das ein oder andere Trainingsspiel bis zur Rückrundenbegegnung."
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