VDFB-Pokal · Qualifikationsrunde
10.02.2009
Sparta
1 : 3
Fortuna
Karsten7281 10.02. Someg
6.600 Zuschauer
Torschützen
Sparta
  • Liesenfeld 1
Fortuna
  • Meier 1
  • Marotta 1
  • Christensen 1
Spielbericht
Gebannt erwarten die versammelten Beobachter Partie um Partie. Es ist der 28.01.2009, Auslosung der ersten Pokalrunde. Ein Raunen erfüllt den Chat, das Wort "Knaller" macht die Runde.

Das fünftschwächste Team der VDFB empfängt das Achtschwächste und doch ist es nicht weniger als

das Spiel der Spiele

Düsseldorfs Trainer wohnt der Auslosung bei, schwankt zwischen Freude und Entsetzen. Es wird eines dieser Spiele, in denen es um mehr geht als Zuschauereinnahmen, Punkte, Weiterkommen, es geht nicht einmal um Sieg oder Niederlage. Dieses ewige Duell bedeutet den Kampf ums Überleben.

Elf Mal gab es bislang das Kräftemessen zwischen Karsten Schröder und Frank Götze, so häufig wie kaum eine andere Konstellation in der VDFB. Die Tendenz ist mit 4/4/3 relativ ausgeglichen, ebenso wie 59 Friendlies mit 31/0/28.

Die Brisanz entspringt der gegenseitigen, respektvollen Verachtung.

Und so unterhielt man sich vor der Pokalpartie über Job und Familie, Saisonprognosen und Klatsch, während die Finger vor Nervosität versteiften und die Blasen kurz vor Anpfiff auf einen letzten Toilettenbesuch drängten.

6.600 Zuschauer bereiteten den Akteuren einen frenetischen Empfang im Jahnstadion im Sportpark. Ein lakonischer Pfiff eröffnete die neuste Auflage.

Das Spiel startete mit Volldampf. Beide Seiten verschwendeten keine Zeit mit Abtasten und bereits nach 5 Minuten fand sich Marcel Breitkreuz frei im Düsseldorfer Strafraum, konnte sich die Ecke aussuchen und platzierte den Ball exakt auf Schlussmann Thorsten Kirschbaum, der den Ball nur abprallen lassen konnte.

Die Fortuna wirkte beeindruckt, bekam den Ball nicht mehr unter Kontrolle, so dass Maikel Meyer nach Hereingabe Liesenfelds nur den Fuß hinhalten musste, doch er scheiterte ebenfalls an Düsseldorfs Torsteher. Das Publikum feierte sein Heimteam. Der Göttinger Favorit schien auf Kurs.

Doch dann geschah Unerklärliches. Düsseldorf bekam den Ball unter Kontrolle, baute auf Ruhe bemüht auf, der letzte Pass fand keinen Abnehmer, doch nun sah sich Göttingen außer Stande in Ballbesitz zu gelangen. Immer wieder suchten die Gäste den Weg zum Tor, scheiterten an der Göttinger Verteidigung, die hingegen den Ball nicht aus der eigenen Hälfte brachte.

In der 25. Minute spielte Bo Svensson Kim Christensen steil an, dieser ließ sich von zwei Verteidigern nicht maßgeblich stören, zog von der Strafraumgrenze ab, Göttingens Torsteher Thorsten Stuckmann kam zu seiner ersten Ballberührung, doch von seiner Hand landete der Ball im Tor. Nicht unhaltbar und ohne zu viel vorweg zu nehmen, nicht Stuckmanns größter Patzer an diesem Abend.

0:1, 25. Minute, Kim Christensen

Danach verlagerte sich das Spiel ins Mittelfeld. Nicht dass nicht beide Seiten an weiteren Treffern interessiert gewesen seien, die Konzentration der Abwehrreihen lag ABER enorm hoch. Es dauerte zehn Minuten, bis Christensen mit seinem zweiten Treffer der Fortuna einen deutlicheren Vorsprung hätte besorgen können, doch Thorsten Stuckmann machte seine Unsicherheit beim 0:1 wieder gut und parierte glänzend.

Die 40. Minute brachte dann einen schönen Spielaufbau der Gastgeber, Maikel Meyer sieht seinen Kollegen Liesenfeld an der Strafraumgrenze winken, der Pass kommt Fußgenau, Düsseldorfs Verteidiger Daniel Alabi tanzt um Liesenfeld, der ist durch doch vom Tanzfieber angesteckt, macht einen Ausfallschritt in den gegnerischen Strafraum, fordert Thorsten Kirschbaum zum Tanz, dieser ist machtlos angesichts des platzierten Abschlusses und das ganze Stadion hüpft.

1:1, 40. Minute, Fabian Liesenfeld

Zwei Minuten später prüft Fejz Hodzaj seinen eigenen Schlussmann mit einem Kopfball, doch Stuckmann bewahrte sich weitere Patzer für wichtigere Gelegenheiten auf. So ging es in die Pause.

Nach dem Wechsel legten beide Mannschaften eine Offensivpause ein. Der Ball kam einige Minuten ausschließlich mit der Mittellinie in Berührung über die er hin und her geschoben wurde.

Amit Shapourzadeh läutete in der 55. Minute mit einem Fernschuss die zweite Hälfte auch spielerisch ein. Im Anschluss kam es zu einer Reihe Düsseldorfer Ecken. Die vierte spielt Shapourzadeh auf Piero Marotta, Direktabnahme, Yakubu Adamu steht am kurzen Pfosten, lenkt den Ball, der vermutlich am Pfosten gescheitert wäre, in Richtung Tormitte, Thorsten Stuckmann bekommt ihn am Boden liegend an die linke Hand und lenkt ihn ins eigene Tor. Doch das sollte nicht sein größter Patzer des Abends sein

1:2, 62. Minute, Piero Marotta

Die Hausherren waren nun ein wenig von der Rolle, so dass fünf Minuten später Marcell Großkreutz seinem Schlussmann den Ball aus den Händen trat und fast das 1:3 besorgte.

In der 75. dann der traurige Höhepunkt eines Mißglückten Abends für den Göttinger Torsteher. Nach raumgreifenden Zuspiel Christensens kommt Alex Meier über den linken Flügel, sieht in der Mitte den mitgelaufenen Marotta, setzt zur Flanke an, der Ball rutscht über den Spann, fliegt auf das kurze Eck zu, Thorsten Stuckmann sieht ihn lange kommen, streckt den rechten Arm aus, an diesen kommt der Ball auch, prallt ab, Innenpfosten, Tor.

1:3, 75. Minute, Alex Meier

Wer das Spiel nun für entschieden hielt, kannte die Kontrahenten schlecht. Kurz nach dem Treffer verpasste Meyer den Anschlusstreffer nur um Zentimeter am Pfosten vorbei. Göttingen entfachte die Schlussoffensive, machte ordentlich Druck.

Dass es an diesem Abend nicht sein sollte, zeigte die 85. Minute. Durch schnelles Kurzpassspiel kommt Manuel Endres völlig frei vor Thorsten Kirschbaum, schießt, der Ball prallt ab, hüpft Richtung Torlinie, Alabi erreicht ihn, will ihn rausspielen, trifft nur den hereinrutschenden Meyer, doch von dort prallt der Ball statt ins freie Tor in die Arme des Düsseldorfer Schlussmanns.

Danach schaukelte Düsseldorf den Sieg Heim.

Insgesamt war es ein ausgeglichener, fairer Kampf, in dem Göttingen das deutlich reifere Spielsystem mit ausgeklügelten Spielzügen demonstrierte, während Düsseldorf Glück und besseres Spielermaterial den Sieg brachten.

Göttingens Torsteher Thorsten Stuckmann als Hauptverantwortlichen zu brandmarken, wäre ein zu einfaches doch nicht unpassendes Resumee.

Göttingens Trainer Karsten Schröder wirkte nach der Partie deutlich geknickt, stand zu keinem Kommentar bereit.

Frank Götze: "Ich bin hoch überrascht, dass es keine Verlängerung und Elfmeterschießen gab. Hoffentlich können wir das gesehene Glück auch in die Liga retten und ein wenig gegen den Abstieg punkten. Am 16. Spieltag fahren wir wieder nach Göttingen und ich kann nur jedem raten ins Stadion zu gehen, denn es wird garantiert wieder eines dieser Spiele!"
Kommentare (4)
OHA :-D. Glückwunsch Frank :)
Morph · 11.02.2009 16:16 Uhr
Schröder raus !
Yoda · 11.02.2009 22:20 Uhr
krasses teil! gratz frank und an den kanzler, deine amtszeit is schon lange vorbei ;o)
fluschi · 11.02.2009 23:43 Uhr
Stuckmann raus!
Karsten7281 · 12.02.2009 03:21 Uhr