Oberliga Nord · 21. Spieltag
19.06.2007Torschützen
- Zinnow 1
- Galuschka 1
FC 85 - Manemann 1
- Stegmann 1
Spielbericht
Schwere Ausschreitungen an der Hafenstraße
Es war alles angerichtet für ein Spiel voller Brisanz, das gestern Abend in Essen für reichlich Aufregung sorgen sollte. Die Sonne strahlte über die gut gefüllten Traversen, die Currywuuurst war in aller Munde und auch die Bierbecher waren gut gefüllt. Für beide Mannschaften stand eine Menge auf dem Spiel. Während die Bergedorfer jeden Zähler in Kampf um die begehrten Aufstiegsplätze benötigen, hat für RWE spätestens seit letzter Woche der Überlebenskampf begonnen. Dementsprechend hoch motiviert sollten nicht nur die Akteure auf dem Rasen zur Sache gehen.
Beide Mannschaften wirkten zu Beginn des Spiels reichlich nervös. Es dauerte knapp eine Viertelstunde, bis die Gäste die rot-weiße Abwehr erstmals in Bedrängnis bringen konnten. RWE versteckte sich zwar keineswegs, agierte aber wieder aus einer "kontrollierten Defensive" getreu dem Motto "Die Null muss stehen!". Dafür, dass dies nicht gelang, sorgte aber bereits nach 30 Min. Niklas Stegmann in Kooperation mit Essener Nachlässigkeit in der Abwehr. Benjamin Lense, Essens rechter Verteidiger, befand sich wohl gerade in seiner Tiefschlafphase und übersah das Herausrücken seiner Nebenleute, um den Angreifer ins Abseits zu stellen. Knapp, aber in der Wiederholung deutlich erkennbar nicht im Abseits, netzte Stegmann unhaltbar zum 0:1 ein und versetzte nicht nur den Essener Spielern einen gewaltigen Schock. Auf den Rängen brodelte es schon vor diesem Treffer, als sich Unzufriedenheit über einige fragwürdige Entscheidungen des Schiedsrichters Udo Pilsmann aus Wernigerode (Sachsen-Anhalt) breit machte. Aber mit diesem Tor zeigten sich die heimischen Zuschauer ganz und gar nicht einverstanden, was leider einige Chaoten dazu animierte, ihre pyrotechnischen Erzeugnisse dem Schiri um die Ohren zu knallen. Pilsmann brach das Spiel sofort ab und ordnete eine 10 minütige Pause an, in der sich die Gemüter auf den Rängen aber nur langsam abkühlten.
Den Gastgebern tat die Unterbrechung sichtlich gut, denn sie kamen mit frischem Schwung zurück auf den Rasen. Einen trockenen Schuss von Emara kurz vor der Pause konnte Gästekeeper Hahnel noch mit letztem Einsatz um den Pfosten lenken, die anschließende Ecke wuchtete Galluschka aber per Kopf unhaltbar unter die Latte. 1:1! Erleichterung bei Trainer Pabst und friedlich ausgelassene Freude auf der Tribüne.
Nach dem Wechsel das gleiche Bild wie in Halbzeit eins. Die Gäste fuhren Angriff auf Angriff, hatten aber immer wieder Pech im Abschluss. Kaum Entlastung auf der Gegenseite. Bis zur 60.Minute, als Ulrich Manemann sehenswert freigespielt wurde, der sich diesmal die Gelegenheit nicht nehmen ließ. 1:2! Stille auf der Nordtribüne, große Freude bei den mitgereisten Hanseaten. Zu große Freude! Offensichtlich hatte heute nicht nur der Essener Mob Ausgang, nein, auch unter den Hamburgern waren ein paar Geistesgestörte, die meinten, den Treffer ihrer Mannschaft mit einer Rauchbombe feiern zu müssen. Wiederum sah sich der Referee auf Grund der eingeschränkten Sichtverhältnisse gezwungen, das Spiel für mehrere Minuten zu unterbrechen. Gästetrainer Grahl war es dann zu verdanken, dass sich durch seinen Einsatz vor dem Gästefanblock die Gemüter schnell wieder beruhigten und das Spiel wieder angepfiffen werden konnte, als sich die Rauchwolke so langsam nordostwärts verabschiedete.
Das Spiel geriet zwar längst zur Nebensache, aber was in selbigem folgte, war eine Kopie des 1.Wiederanpfiffs. RWE, nun wieder mutiger im Spiel nach vorn, versuchte die Gäste frühzeitig in deren Hälfte zu Fehlern zu zwingen. Dies gelang bereits keine 5 Min. nach der Zwangspause, als Emara einen Fehlpass im Mittelfeld abfing, allein auf Hahnel zusteurte und im Sechsehner den mitgeeilten Zinnow bediente. Dieser hatte keine Mühe und schob zum viel und diesmal friedlich umjubelten 2:2-Ausgleich ein. In der Schlussviertelstunde setzte der ASV zwar nochmal alles auf eine Karte, aber ein weiterer Treffer blieb ihnen am heutigen Tage trotz einer so genannten Hundertprozentigen kurz vor Ultimo versagt, was nicht nur den völlig überforderten Ordnungskräften die Arbeit erleichterte. Auch Trainer Pabst fiel nach dem Schlusspfiff ein Stein vom Herzen:
"Mit dem Ergebnis bin ich natürlich sehr zufrieden, auch mit dem Auftreten meiner Mannschaft. Wie schon gegen Neumünster, als wir ebenso mehrmals Rückständen hinterlaufen mussten, hat man gesehen, dass die Moral in der Truppe stimmt. Wenn wir unser Spiel nach vorn zielstrebiger gestalten können, blicke ich auch positiv in die Zukunft. Aber was sich auf den Rängen heute abgespielt hat, darf sich keinesfalls wiederholen. Ich hoffe sehr, dass man diese Chaoten zur Rechenschaft ziehen kann. Bei meinem Trainerkollegen Christian kann ich mich nur entschuldigen, rein spielerisch war sein Team heute das Leidtragende des Pöbels."
Trainer Grahl nach dem Schlusspfiff:
"Hallo erstmal. Ich bin noch ein wenig aus der Puste! Lange habe ich meine Offensive nicht mehr so einfallslos gesehen wie heute. In der Schlussminute dann noch ein klares Tor zu vergeben indem man sich nicht traut draufzuhalten und den Ball nochmal querpasst, um ihn dann an den gegnerischen Abwehrspielern zu vertändeln ist sehr sehr bitter! Die nächste Woche stehen Torschüsse auf dem Plan. Die Gegentore waren Ärgerlich und unnötig. Ecke und dann Kopfballtor. Na ja. Und das 2:2 war ein Glückspass. Aber eben solche Tore klauen Punkte wenn man die eigenen Chancen zu Hauf nicht verwandelt. Dennoch nehme ich dieses Unentschieden positiv. Es war der nötige Dämpfer zur richtigen Zeit. Sie werden sehen. Nächste Woche in Emden gibt es wieder Schiessbudenfussball zu sehen - Alles Gute für Jürgen und seine Mannschaft, die in dieser Verfassung auf gar keinen Fall absteigen werden. Bis zum nächsten Mal."
Es war alles angerichtet für ein Spiel voller Brisanz, das gestern Abend in Essen für reichlich Aufregung sorgen sollte. Die Sonne strahlte über die gut gefüllten Traversen, die Currywuuurst war in aller Munde und auch die Bierbecher waren gut gefüllt. Für beide Mannschaften stand eine Menge auf dem Spiel. Während die Bergedorfer jeden Zähler in Kampf um die begehrten Aufstiegsplätze benötigen, hat für RWE spätestens seit letzter Woche der Überlebenskampf begonnen. Dementsprechend hoch motiviert sollten nicht nur die Akteure auf dem Rasen zur Sache gehen.
Beide Mannschaften wirkten zu Beginn des Spiels reichlich nervös. Es dauerte knapp eine Viertelstunde, bis die Gäste die rot-weiße Abwehr erstmals in Bedrängnis bringen konnten. RWE versteckte sich zwar keineswegs, agierte aber wieder aus einer "kontrollierten Defensive" getreu dem Motto "Die Null muss stehen!". Dafür, dass dies nicht gelang, sorgte aber bereits nach 30 Min. Niklas Stegmann in Kooperation mit Essener Nachlässigkeit in der Abwehr. Benjamin Lense, Essens rechter Verteidiger, befand sich wohl gerade in seiner Tiefschlafphase und übersah das Herausrücken seiner Nebenleute, um den Angreifer ins Abseits zu stellen. Knapp, aber in der Wiederholung deutlich erkennbar nicht im Abseits, netzte Stegmann unhaltbar zum 0:1 ein und versetzte nicht nur den Essener Spielern einen gewaltigen Schock. Auf den Rängen brodelte es schon vor diesem Treffer, als sich Unzufriedenheit über einige fragwürdige Entscheidungen des Schiedsrichters Udo Pilsmann aus Wernigerode (Sachsen-Anhalt) breit machte. Aber mit diesem Tor zeigten sich die heimischen Zuschauer ganz und gar nicht einverstanden, was leider einige Chaoten dazu animierte, ihre pyrotechnischen Erzeugnisse dem Schiri um die Ohren zu knallen. Pilsmann brach das Spiel sofort ab und ordnete eine 10 minütige Pause an, in der sich die Gemüter auf den Rängen aber nur langsam abkühlten.
Den Gastgebern tat die Unterbrechung sichtlich gut, denn sie kamen mit frischem Schwung zurück auf den Rasen. Einen trockenen Schuss von Emara kurz vor der Pause konnte Gästekeeper Hahnel noch mit letztem Einsatz um den Pfosten lenken, die anschließende Ecke wuchtete Galluschka aber per Kopf unhaltbar unter die Latte. 1:1! Erleichterung bei Trainer Pabst und friedlich ausgelassene Freude auf der Tribüne.
Nach dem Wechsel das gleiche Bild wie in Halbzeit eins. Die Gäste fuhren Angriff auf Angriff, hatten aber immer wieder Pech im Abschluss. Kaum Entlastung auf der Gegenseite. Bis zur 60.Minute, als Ulrich Manemann sehenswert freigespielt wurde, der sich diesmal die Gelegenheit nicht nehmen ließ. 1:2! Stille auf der Nordtribüne, große Freude bei den mitgereisten Hanseaten. Zu große Freude! Offensichtlich hatte heute nicht nur der Essener Mob Ausgang, nein, auch unter den Hamburgern waren ein paar Geistesgestörte, die meinten, den Treffer ihrer Mannschaft mit einer Rauchbombe feiern zu müssen. Wiederum sah sich der Referee auf Grund der eingeschränkten Sichtverhältnisse gezwungen, das Spiel für mehrere Minuten zu unterbrechen. Gästetrainer Grahl war es dann zu verdanken, dass sich durch seinen Einsatz vor dem Gästefanblock die Gemüter schnell wieder beruhigten und das Spiel wieder angepfiffen werden konnte, als sich die Rauchwolke so langsam nordostwärts verabschiedete.
Das Spiel geriet zwar längst zur Nebensache, aber was in selbigem folgte, war eine Kopie des 1.Wiederanpfiffs. RWE, nun wieder mutiger im Spiel nach vorn, versuchte die Gäste frühzeitig in deren Hälfte zu Fehlern zu zwingen. Dies gelang bereits keine 5 Min. nach der Zwangspause, als Emara einen Fehlpass im Mittelfeld abfing, allein auf Hahnel zusteurte und im Sechsehner den mitgeeilten Zinnow bediente. Dieser hatte keine Mühe und schob zum viel und diesmal friedlich umjubelten 2:2-Ausgleich ein. In der Schlussviertelstunde setzte der ASV zwar nochmal alles auf eine Karte, aber ein weiterer Treffer blieb ihnen am heutigen Tage trotz einer so genannten Hundertprozentigen kurz vor Ultimo versagt, was nicht nur den völlig überforderten Ordnungskräften die Arbeit erleichterte. Auch Trainer Pabst fiel nach dem Schlusspfiff ein Stein vom Herzen:
"Mit dem Ergebnis bin ich natürlich sehr zufrieden, auch mit dem Auftreten meiner Mannschaft. Wie schon gegen Neumünster, als wir ebenso mehrmals Rückständen hinterlaufen mussten, hat man gesehen, dass die Moral in der Truppe stimmt. Wenn wir unser Spiel nach vorn zielstrebiger gestalten können, blicke ich auch positiv in die Zukunft. Aber was sich auf den Rängen heute abgespielt hat, darf sich keinesfalls wiederholen. Ich hoffe sehr, dass man diese Chaoten zur Rechenschaft ziehen kann. Bei meinem Trainerkollegen Christian kann ich mich nur entschuldigen, rein spielerisch war sein Team heute das Leidtragende des Pöbels."
Trainer Grahl nach dem Schlusspfiff:
"Hallo erstmal. Ich bin noch ein wenig aus der Puste! Lange habe ich meine Offensive nicht mehr so einfallslos gesehen wie heute. In der Schlussminute dann noch ein klares Tor zu vergeben indem man sich nicht traut draufzuhalten und den Ball nochmal querpasst, um ihn dann an den gegnerischen Abwehrspielern zu vertändeln ist sehr sehr bitter! Die nächste Woche stehen Torschüsse auf dem Plan. Die Gegentore waren Ärgerlich und unnötig. Ecke und dann Kopfballtor. Na ja. Und das 2:2 war ein Glückspass. Aber eben solche Tore klauen Punkte wenn man die eigenen Chancen zu Hauf nicht verwandelt. Dennoch nehme ich dieses Unentschieden positiv. Es war der nötige Dämpfer zur richtigen Zeit. Sie werden sehen. Nächste Woche in Emden gibt es wieder Schiessbudenfussball zu sehen - Alles Gute für Jürgen und seine Mannschaft, die in dieser Verfassung auf gar keinen Fall absteigen werden. Bis zum nächsten Mal."
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