SG Dynamo Dresden
2. Liga
Dresden zündet den Turbo
Dynamo Dresden sorgt derzeit in der 2. Liga für Aufsehen. Aufsehen, das nicht unbedingt bei allen Vereinen gut an kommt. Gestern der bisherige Höhepunkt des unerwartenden Leistungsanstiegs der Ostdeutschen. Im Auswärtsspiel bei Waldhof Mannheim drehte die SGD einen 6:9 Rückstand in der Schlussviertelstunde noch zu einem 10:9 Sieg. Es war nicht nur die torreichste Begegnung in dieser Saison im VDFB, sondern zugleich eine echte Machtdemonstration der Dresdener. Durch den sechsten Sieg im sechsten Spiel unter dem neuen Chef Kylo haben die Ostdeutschen nicht nur die Waldhöfer im Aufstiegskampf wieder unter Druck gesetzt. Mit nun acht Zählern Rückstand auf den Relegationsplatz könnte Dresden nun selbst noch im Aufstiegskampf mitmischen. Ein solch krasser Leistungsschub war bei Amtsübernahme zunächst nicht zu erwarten. Weder das Präsidium um Sportdirektor Sören Gonthar, noch der neue Trainer selbst hätten solch eine Leistungsexplosion für möglich gehalten. Der Fussballlehrer mahnte daher bei öffentlichen Auftritten auch immer wieder zur Vorsicht. Bezeichnungen als "Pro" blockte er in diesen Tagen vehement ab, wies immer wieder auf die einzelnen Spiele und deren teils glückliche Umstände hin. Doch ist diese Demut berechtigt oder täuscht sie über die letzten Wochen hinweg? Fakt ist Dynamo gewann nicht nur gegen Mannheim, auch Union Berlin wurde deutlich geschlagen. Mannschaften, die neben Tabellenführer Schalke 04, zur absoluten Spitze der 2. Liga gehören. Teams gegen die Dynamo Dresden unter dem ausgeschiedenen Trainer VILLEVILLE wohl eher nicht gepunktet hätte. Hinzu kommt das Weiterkommen im Pokal, wo die SGD mit Hannover 96 eins der besten Teams der Eliteliga aus dem Wettbewerb kegelte. Die Demut also eher ein Täuschungsmanöver? Schwer einzuschätzen. Die Redaktion möchte niemanden einer möglichen Lüge oder einer Täuschung bezichtigen. Hierfür gibt es einfach keine konkreten Beweise. Klar ist auch, dass es utopisch wäre zu behaupten, man könne einen ausscheidenden Trainer 1:1 ersetzen. Schwankungen zwischen scheidenden und neuem Trainer sind daher an der Tagesordnung. Dass diese Schwankungen aber so krass ausfallen, gilt eher als Ausnahme. Dementsprechend ist es auch kein Wunder weshalb mehrere Trainer öffentlich ihren Unmut äußerten. Wichtig sei es aber nun nicht übereinander zu sprechen, sondern zusammen die Situation neutral aufzuarbeiten, um in der Zukunft solch krasse Leistungsunterschiede zu vermeiden. Dafür ist in erster Linie die Ligaleitung zuständig. In der kommenden Woche kommt Spitzenreiter Schalke 04 ins Rudolf-Harbig-Stadion. Sollte Dynamo auch dieses Spiel gewinnen, würde die Diskussion neues Futter erhalten.