Saisonstart: 19.10.2026

Eintracht Braunschweig
Nachspielzeit Eintracht Braunschweig 3. Liga
Pagel zögert und unterschreibt doch - Jubiläum ruft!

Saisonvorschau - Dein Team im Fokus (2)

29.09.2026 Fabo

Ein wilder Sommer, der lange in Erinnerung bleiben und noch den Herbst beeinträchtigen wird. Eintracht Braunschweig steht an einem Scheideweg. Eine Ära endet und die Frage nach der Zukunft beschäftigt den Verein. Zumindest die Trainerfrage ist geklärt. Dirk Pagel wird die Ausrichtung gestalten und verantworten. Das war in diesem Sommer nicht immer ganz klar gewesen, Pagel vermied zum Ende der letzten Saison ein Treuebekenntnis. Im Sommer kamen Gerüchte auf der langjährige Cheftrainer könnte in die 1. Liga abwandern. In der Tat machte der erfahrene Cheftrainer keinen Hehl daraus mit anderen Vereinen verhandelt zu haben. ​Zu einer Einigung kam es aber nicht, sodass Pagel auch in der kommenden Saison an der Seitenlinie der Braunschweiger Löwen stehen wird. Es wird die 20. Saison als Hauptverantwortlicher bei Eintracht Braunschweig werden.


Pagel hat mit den Niedersachsen schon alles erlebt. In seiner ersten Amtszeit stieg der damals vom 1. FC Saarbrücken gekommene Fussballlehrer mit dem BTSV direkt in die 1. Liga auf. Es folgte ein herausragender 7. Tabellenplatz im ersten Jahr im Oberhaus. Nach fünf Spielzeiten ging es wieder runter. Statt sich als Zweitligist zu etablieren, verlor Braunschweig nur zwei Jahre später die Abstiegsrelegation und musste den Gang in die 3. Liga antreten. Zwar wurde man in der Saison 29 noch einmal Drittligameister, doch nur eine Saison später stieg die Pagel-Elf bereits wieder aus der 2. Liga ab. Braunschweig war fortan ein gestandenes Mitglied der 3. Liga. Zuletzt reichte es viermal in Folge für einen einstelligen Tabellenplatz. Doch große Entwicklungschancen sah Pagel zuletzt wohl nicht mehr. Das könnte sich jetzt durch das Ende einer Ära und weiterer Abgänge im Kader geändert haben.


Ciro Immobile hat sein Karriereende bekannt gegeben und wird daher Eintracht Braunschweig verlassen. Diese Meldung schlug ein wie eine Bombe. Mit Immobile verliert der Verein nicht nur seine Identifikationsfigur des letzten Jahrzehnts, sondern zu gleich auch ihre Lebensversicherung. Insgesamt 691 Tore schoss der Italiener für die Niedersachsen. Damit führt der Stürmer die ewige Torschützenliste des Vereins mit weitem Vorsprung an. Im Vergleich der Zweitplatzierte Selim Teber traf 281x für den Drittligisten. Immobile kam 2021 für 900.000 Euro vom Sportclub Freiburg nach Niedersachen. Insgesamt absolvierte der Publikumsliebling 366 Spiele für die Eintracht. Zuvor war Immobile für Hannover 96 (180 Einsätze, 66 Tore), Bayern München (39/14), Holstein Kiel (34/1), Borussia Dortmund (33/17) und dem MSV Duisburg (21/30) aktiv. Mit Immobile verlässt ein ganz Großer die Fußballbühne. Auch Marcel Bär wird sich verabschieden, dabei wäre der Routinier gerne noch ein weiteres Jahr geblieben. Der Offensivspieler bestritt insgesamt 136 Spiele für den BTSV, traf dabei 138x und schoss sich so in die Herzen der Fans. Dieser Abschied trübt in diesen Tagen ebenfalls die Stimmung an der Hamburger Straße. Dass beide Spieler aufgrund ihres Alters nicht über die Draftphase ersetzt werden dürfen, passt ins Bild. Um einen Qualitätsverlust im Kader zu vermeiden, muss die Eintracht also in den eigenen Geldbeutel greifen.


Wenn auch noch mit Sven Köhler eine dritte Identifikationsfigur des Vereins nicht mehr weitermachen wird, dann steigert das nicht gerade die Gemüter der Verantwortlichen. Doch der große Umbruch bietet auch viele Chancen. Der Cheftrainer, der sich zuletzt nach Herausforderungen gesehnt hatte, muss grundlegende Fragen beantworten. Da wäre die Frage nach dem Immobile Ersatz? Wird es mit einem gestandenen Profi ein ähnlicher Spielertyp wie Immobile oder lösen die Niedersachsen das Stürmerproblem mit Perspektivspielern? Doch die Stürmerfrage ist nicht das einzige Thema. Wenn gleich drei Führungsspieler aufeinmal das Team verlassen, dann entsteht ein Vakuum in der Kabine. Die Rollen müssen neu verteilt werden und Spieler in neue Aufgaben hineinwachsen. Pagel muss die Spieler finden, die diese Aufgaben lösen können. Verlassen kann er sich dabei auf genügend finanzielle Mittel. Der Gesamtvorstand scheint zu ahnen, dass sich die Probleme nicht vollends intern lösen lassen und externe Spieler in den Vordergrund rücken. Dadurch erhält Pagel mehr Handlungsspielraum und viele Freiheiten. Die Vereinsikone darf sich also seine Eintracht von Morgen bauen.

Kommentare (0)
Noch keine Kommentare. Einloggen, um zu kommentieren.