
Stuttgarter Kickers
Kickers Magazin
Doch nun die sensationelle Rückkehr in das Fußballgeschäft, zu den Blauen aus Stuttgart.. Brechen nun glorreiche Zeiten für die Kickers an, oder erleben wir hier den verzweifelten Versuch eines Auslaufmodells wieder Fuß zu fassen? Auf die Frage eines Reporters, wann mit der ersten Meisterschaft der Kickers zu rechnen sei, konnte sich Rimbach vor Lachen kaum halten: „Meine Trainingsmethoden und mein Spielverständniss stammt aus dem letzten Jahrzehnt, ich werde Wochen, wenn nicht Monate brauchen um wieder Ansatzweise zu verstehen, wie überhaupt das Abseits funktioniert, von Spielzügen oder Standardsituationen ganz zu schweigen. Unser Ziel für diese Saison wird es sein, nicht jedes Spiel zweistellig unterzugehen!“. Ob es sich hierbei um Understatement im hasenöhrlschen Stil handelt, oder ob die Aussage der Wahrheit entspricht, wird die Zukunft zeigen. Klar ist, dass der Trainer die letzten fünf Jahre keine Trainingseinheit abgehalten hat und auch erst vor zwei Tagen wieder neue Fußballschuhe (aka FIFA 10) gekauft hat. Doch die Hoffnung der Fans ist groß im Waldaustadion endlich wieder erfolgreichen Fußball sehen zu können.
Die bisherige Saison verlief für die als Aufstiegskandidaten gehandelten Stuttgarter Kickers eher trostlos. So steht man nach 18 absolvierten Spielen nur auf dem zehnten Tabellenplatz und musste bereits fünf Unentschieden und fünf Niederlagen hin nehmen. Mit dem Abstieg werden die Blauen wohl nichts mehr zu tun haben, aber auch der Aufstieg ist bei 23 Punkten Rückstand pure Utopie. Und so wird Rimbach zu mindestens diese Saison Zeit haben sich wieder in der VDFB zurecht zu finden. Spätestens in der kommenden Saison wird von ihm der Aufstieg erwartet.
Kann ich die Punkte ja gleich abgeben


Stuttgart. Mit einem 5:2 zum Auftakt gegen die SG Sonnenhof Großaspach gelang im ersten Spiel unter dem neuen Trainer Pascal Rimbach direkt der erste Sieg und so schnellten die Erwartungen bei den Blauen schnell nach oben. Von Platz fünf war die Rede, welcher den FG-Abzug für diese Saison verhindern würde und dank der damit verbundenen Siegprämien wäre auch die finanzielle Zukunft der Kickers gesichert gewesen.
Doch nach vier weiteren Spielen, die alle verloren gingen, kreist der Pleitegeier über Stuttgart und vereinzelt sind Meldungen über ein Abstiegsgespenst zu lesen, dass im Waldaustadion sein Unwesen treiben soll. Hauptkritikpunkt an den Stuttgarter Kickern ist die desolate körperliche Verfassung und der damit verbundene Leistungseinbruch in der zweiten Hälfte. Schon gegen den SV Sandhausen spielte man in der ersten Hälfte teilweise begeisternen Konterfußball aus einer starken Defensive heraus und war drauf und dran dem Favoriten ein Bein zu stellen, doch in der zweiten Hälfte war die Mannschaft nicht wiederzuerkennen. So folgten drei Tore für Sandhausen. Das gleiche mussten die Fans am gestrigen Donnerstag Abend gegen den FSV Frankfurt ertragen. Die erste Hälfte mit einer 1:0 Führung abgeschlossen und eine starke Leistung vor allem in der Defensive abgeliefert, nur um dann alles wieder in der zweiten Hälfte zu verlieren.
Eine besondere Anfälligkeit für bestimmte Spielzüge lässt sich dabei eigentlich nicht erkennen. Denn die Standardsituationen die gegen Sandhausen das Problem waren, konnten gegen Frankfurt verteidigt werden. Dafür konnten die Frankfurter durch Kanninchen gleiches "Hakenschlagen" die Abwehr der Kickers aushebeln, was vorher eigentlich kaum ein Problem darstellte.
In der Hinserie konnten die Spiele gegen Frankfurt, Aschaffenburg und Darmstadt unter dem alten Trainer gewonnen werden und die kommenden Spieler versprechen nicht unbedingt Besserung. Nach dem Duell gegen die abstiegsbedrohten Elversberger geht es gegen die beiden Mannschaften, die in diesem Jahr die Liga dominieren - Nürnberg und Idar-Oberstein. Das Ziel kann es nun nur noch sein, möglichst schnell die 40 Punkte Marke zu erreichen und das Abrutschen auf Tabellenplatz 13 zu vermeiden, denn dies würde den Verlust eines weiteren FG Punktes bedeuten.
Nach dem gestrigen Gruselkick gegen den SSV Ulm ist der vor der Saison als Minimalziel ausgegebene fünfte Rang nun auch rechnerisch nicht mehr zu holen. 13 Punkte Rückstand hat der Tabellensechste aus Stuttgart und wird somit in der nächsten Saison einen FG-Punkt verlieren.
Doch durch die sehr starken Leistungen der Teams aus Frankfurt (6 Siege in Folge) und Unterhaching (4 Siege in Folge, seit 9 Spielen nicht verloren) in den letzten Wochen und Monaten hätten wohl selbst die verpassten Punkte gegen die in der Tabelle unter den Kickers stehenden Teams aus Darmstadt, Elversberg und Ulm nicht viel geändert.
Zwar lagen die Kickers unter dem Christian Petrovic nach sieben Spieltagen noch auf Platz 3, doch danach folgte der Einbruch, der am 14.Spieltag mit Platz 11 seinen Tiefpunkt fand. Vier weitere Spiele hatte Petrovic noch, ehe man sich von ihm trennte und mit Pascal Rimbach einen neuen Trainer fand. Der Aufstiegszug war zu diesem Zeitpunkt schon abgefahren und nach wenigen Spieltagen wurde deutlich, dass auch der neue Trainer keine Wunderdinge vollbringen konnte.
Das Restprogramm:
SpVgg Unterhaching
FK Pirmasens
Karlsruher SC
SC Freiburg
Prognose: Siege geg Pirmasens und den KSC wären Pflichterfolge, gegen einen der fünf Konkurrenten um Platz 6 - den SC Freiburg wird man wohl mit einem Unentschieden leben müssen und ob gegen die Unterhachinger überhaupt gepunktet werden kann, ist bei deren momentaner Verfassung wohl eher unrealistisch. Somit würden die Stuttgarter die Saison wahrscheinlich auf Platz 7 beenden.
Als einziger Höhepunkt der Saison würde dann wohl der 3:2 Heimsieg gegen den so gut wie sicheren Aufsteiger SC Idar-Oberstein in Erinnerung bleiben.
Was bringt die Zukunft für die Kickers?
Mit Krause und Geiger werden wohl zwei Ersatzspieler keinen neuen Vertrag erhalten, dazu kommt das Karriereende vom 34jährigen Uwe Ehlers, welcher nun seit knapp 6 Jahren für die Kickers in der Verteidigung aktiv war. In wie fern gleichwertiger Ersatz für Ehlers gefunden werden kann oder ob sogar noch weitere Stammspieler den Verein verlassen werden ist unklar, vor allem da aufgrund des FG-Wertverlustes und des Aufstieges von Zuschauermagnet Nürnberg (das Heimspiel lockte 7.700 Zuschauer an, über 3.500 mehr als im Durchschnitt) in der nächsten Saison die Einnahmen schrumpfen werden und folglich auch die Ausgaben angepasst werden müssen.
Von Seiten des Vereins äußerte man sich bisher nicht zu den Zukunftsplanungen und auch die Trainerstelle ist wohl noch nicht geklärt. Das Trainer Rimbach, der neben seiner Tätigkeit bei den Kickers auch noch beim VfR Mannheim eingesprungen ist und dort um den Klassenerhalt in der 3.Liga kämpft, als ehemaliger Meistertrainer weiterhin in den Niederungen der Regionalliga verbleibt, gilt als unwahrscheinlich. Das unbestätigte Zitat Rimbachs ("Für einen Verein würde ich alles stehen und liegen lassen, aber das weiß man auch in Stuttgart"), lässt darauf schließen, dass er mit einer erneuten Anstellung beim MSV Duisburg liebäugelt, doch ob die Zebras, die mit Christian Henner bereits einen erfolgreichen Trainer haben, überhaupt daran interessiert wären, liess sich bisher nicht in Erfahrung bringen.