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Kieler Nachrichten (10.02.2025)

10.02.2025 Final

Kieler Nachrichten

Holstein Kiel: Besoffen, aber irgendwie nicht unterzukriegn


Es grenzt an ein Wunder – oder vielleicht doch einfach an Après-Ski-Fußball in Reinform? Holstein Kiel hat in einem Spiel, das man eigentlich schon nach 45 Minuten abhaken konnte, einen legendären 6:5-Sieg gegen Heidenheim eingefahren. Und das Beste daran? Keiner weiß so genau, wie das passiert ist. Und als wäre das nicht schon verrückt genug, hat sich Patrick Schick mit seinen 4 Treffern auch noch in die Geschichtsbücher beim Holstein Kiel eingetragen: Mit seinem 217. Tor für Kiel hat er den ewigen Vereinsrekord von Dimitrijus Guscinas eingestellt. Glückwunsch!


Die Ausgangslage war eigentlich glasklar: Heidenheim als Aufstiegskandidat auf Platz 5, Kiel als akut abstiegsgefährdete Chaos-Truppe irgendwo zwischen sportlichem Totalschaden und finanzieller Katastrophe. Dann fiel Kiel auch noch in den ersten 45 Minuten auseinander wie mein IKEA-Schrank – 0:4 zur Halbzeit. Selbst die treuesten Fans hatten sich da vermutlich schon mit dem Schicksal abgefunden und nur noch gehofft, dass man wenigstens kein zweistelliges Debakel erleidet. Die Fans verließen sogar bereits das Stadion.


Aber dann kam der zweite Durchgang – und mit ihm ein Kieler Team, das scheinbar komplett vergessen hatte, dass es eigentlich schon erledigt war. Vielleicht lag es daran, dass man sich selbst keine Hoffnungen mehr machte und deshalb einfach nur noch zum Spaß Fußball spielte? Vielleicht lag es auch daran, dass Kevin Danso sich dachte: "Abwehr? Heute nicht!" und kurzerhand als Stürmer mitmischte – obwohl der Trainer das gar nicht so vorgesehen hatte? Aber hey, wenn Après-Ski-Logik auf Fußball trifft, dann stellt sich hier eben auch mal ein Innenverteidiger als eiskalter Knipser heraus.


Jedenfalls folgte ein Torfestival, das so absurd war, dass selbst die DFL langsam darüber nachdenken sollte, Alkoholkontrollen vor den Spielen einzuführen. Schick, Danso, Hartel – sie alle trafen, und am Ende stand tatsächlich ein 6:5 auf der Anzeigetafel. Unfassbar. Mit diesem völlig irren Sieg steht Kiel nun bei 30 Punkten, was im Abstiegskampf eine hervorragende Ausgangslage bedeutet. Zwar wird man wohl eher nicht mehr in den internationalen Wettbewerb einziehen (ach was?!), aber mit Blick auf die düsteren Prognosen der letzten Wochen kann man wohl endlich sagen: Der direkte Abstieg ist ziemlich unwahrscheinlich. Und vielleicht – ganz vielleicht – war dieses Spiel genau das, was das Team brauchte, um endlich befreit aufzuspielen.


Aber mal ehrlich: Wenn das so weitergeht, dann braucht Kiel bald nicht nur neue Spieler, sondern auch einen Sponsorendeal mit einer Brauerei.


Nach diesem Spiel kam es übrigens zu Wechselgerüchten des umworbenen Kieler Starstürmers Schick, welcher schon lange bei Heidenheim und Die_Brat_Henne25 auf der Liste steht. Gerüchten zufolge muss Kiel in der nächsten Saison Spieler verkaufen, um irgendwie den absoluten bankrott noch abwenden zu können. Da wären Angebote jenseits der 3 Millionen für Schick durchaus vorstellbar und man würde sich gesprächsbereit zeigen.

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