
SV Sandhausen
Rhein-Neckar-Zeitung (29.04.2024)

Sandhausen glückt Saisonstart dank Sieg in der Hauptstadt!
Der SV Sandhausen hat weitere Zähler im Kampf um den Klassenverbleib in der 3.Liga sammeln können. In der Hauptstadt holte sich die Mannschaft von Trainer Fabosvw den dritten Auswärtssieg im dritten Auftritt in der Fremde!

Der fehlende Spielrhythmus stand in der letzten Woche immer wieder im Fokus, wenn man mit den Verantwortlichen vom SV Sandhausen ins Gespräch kam. Dabei zeigte die Mannschaft in der vergangenen Woche, beim einzigen Pflichtspiel, keinerlei Anzeichen von einem fehlenden Rhythmus. Im Gegenteil, konnte die Fabo-Elf den Favoriten aus Wolfsburg (2:3) doch über weite Strecken der Partie Paroli bieten. Fünf Tage nach dem bitteren Pokalaus in Niedersachsen reiste der SVS in die Hauptstadt. Beim 1.FC Union Berlin wartete auf die Kicker vom Hardtwald eine Mannschaft mit enormer individuellen Qualität, die bislang auf dem Platz aber selten an ihre Leistungsgrenze anknüpfen konnte. Vielleicht war die Besetzung des Kaders der Eisernen auch der Grund weshalb Trainer Fabosvw auf die gleiche Formation aus dem Pokalspiel setzte und somit erstmals in der Liga vom gewohnten 5-3-2 System abrückte. Auch am Personal änderte sich nichts, sodass Idrizi und Green wieder die beiden Außenbahnen bekleideten. Was sich im Duell mit den Niedersachsen als cleverer Schachtzug erwies, hauchte auch heute der Mannschaft Sicherheit ein. Zwar gehörte die erste Aktion im Spiel den Hausherren, doch die Flanke von der rechten Seite konnte Rechtsverteidiger Diekmeier aus der Gefahrenzone köpfen (1.). Fortan entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor, ein Spiel auf das Tor der Eisernen. Sandhausen bewies sehr viel Geduld, ließ den Ball immer wieder über die Innenverteidigung laufen, ehe man im letzten Drittel nach Lösungen suchte. Erstaunlich war wie tief sich Union in die eigene Hälfte zurückzog. Teilweise standen alle Spieler der Gäste in der gegnerischen Hälfte. Trotz der Kompaktheit der Hauptstädter schaffte es der SVS sich immer wieder Torchancen zu kreieren. Das Manko war allerdings, wie bereits in den anderen Ligapartien zuvor, die mangelnde Chancenverwertung. Zahlreiche Einschussmöglichkeiten blieben ungenutzt. Spieler der ersten Halbzeit war dementsprechend der Berliner Torhüter Casteels. Einmal musste der Belgier aber doch hinter sich greifen. Nämlich nach etwa einer halben Stunde als Behrens (29.) mit dem Kopf nach einer Flanke vom aufgerückten Zimmermann zur Stelle war und für die überfällige Halbzeitführung sorgte. Die Überlegenheit der Sandhausener spiegelte sich auch in der Halbzeitstatistik wieder, in der es einen X-Goal Stand von 0,0 zu 3,0 gab. Aus der Halbzeitpause kamen beide Teams unverändert, allerdings rückte bei den Gästen Zimmermann auf die rechte Außenbahn. Idrizi übernahm die Position im Zentrum neben Kinsombi. Am Spielverlauf änderte sich nichts, weiter war ein Klassenunterschied erkennbar. Union schaffte es im zweiten Durchgang zumindest teilweise am Spiel teilzunehmen, die Gäste blieben im Defensivverbund allerdings griffig. Nur einmal musste Gästekeeper Sascha Burchert im Spiel eingreifen, als er gegen den aus spitzem Winkel in den Strafraum startenden Haller (69.) der Sieger blieb. Zur ganzen Wahrheit gehörte aber auch, dass es neben der Haller-Chance an Gelegenheiten im zweiten Durchgang mangelte. Sandhausen hatte zwar weiter die Spielkontrolle, doch im letzten Drittel fehlte nun der letzte Wille die Begegnung vorzeitig zu entscheiden. Weil aber weiterhin das Gegenpressing bei Ballverlust optimal klappte, geriet der dritte Sieg in der Fremde nicht mehr in Gefahr. Auch weil die Wege für die Eisernen bei Ballgewinn zu weit waren, um aus Fehlern der Gäste Kapital zu schlagen. So blieb es beim hochverdienten, aber doch knappen 0:1 Erfolg des SV Sandhausen.
Die Mannschaft von Trainer Fabosvw belohnte sich für einen couragierten und vor allem über die gesamte Spielzeit konzentrierten Auftritt mit dem dritten Auswärtssieg im dritten Auswärtsspiel. Mit nun neun Zählern aus den ersten vier Spielen darf man ruhig von einem gelungenen Saisonstart sprechen. Allerdings zeigte der SVS wieder deutliche Schwächen im Abschluss. Auch der Auftritt im zweiten Durchgang verdeutlicht, dass man sich trotz Tabellenplatz 6 weiter auf die Kernaufgabe Klassenerhalt konzentrieren sollte.
Für den SVS spielten:
Burchert - Okoroji, Heintz, Gulde (C), Diekmeier - Rios Alonso, Kinsombi, Idrizi, Zimmermann, Green - Behrens
Tor:
0:1 Behrens (29.)
Stadion:
Stadion an der alten Försterei (4.200)


Wieder keine Punkte vor heimischer Kulisse!
Der SV Sandhausen konnte seinen Aufwärtstrend vor heimischer Kulisse gegen den SV Waldhof Mannheim nicht fortsetzen. Auch das zweite Spiel vor eigenem Publikum ging verloren. In einer turbulenten Partie setzte sich Mannheim etwas schmeichelhaft mit 3:4(1:3) durch.

Die Kicker vom Hardtwald wollten natürlich an ihre guten Leistungen aus den Spielen zuvor (1:2 gegen Wolfsburg, 1:0 gegen Union Berlin) anknüpfen. Der Trainer hatte wenig Grund am Personal zu ändern, dementsprechend starteten die gleichen elf Spieler wie zuletzt. Allerdings schraubte Cheftrainer Fabosvw an der Ausrichtung, verzichtete auf einen fünften Mittfeldspieler und holte so Rios Alonso zurück in die Innenverteidigung. Der Grund dürfte der Mannheimer Stürmer Milik gewesen sein, der beim Waldhof als Lebensversicherung gilt. Die Gäste reisten nicht wirklich selbstbewusst in den Hardtwald, nur zwei der ersten fünf Spiele konnte die Mannschaft von Trainer Owel für sich entscheiden. Wer den Cheftrainer der Mannheimer kennt, der weiß, dass diese Ausbeute derzeit nicht für gute Laune beim Trainer sorgt. Daher war es wenig verwunderlich, dass die Gäste sehr forsch ins Spiel starteten. Sandhausen begann sehr Ballsicher, doch der erste Angriff verpuffte, weil der aufgerückte Okoroji im letzten Moment die falsche Entscheidung traf. Besser machte es gegenüber der Rekordtorschütze der Mannheimer Milik. Nach elf Minuten konnte Burchert zwar seinen Abschluss noch zur Ecke klären, doch weil Gulde im Sechszehner Milik beim Abschluss foulte, zeigte Schiedsrichter Schröder auf den Punkt. Gulde sah zudem die gelbe Karte. Den fälligen Strafstoß verwandelte der Gefoulte höchstpersönlich zur Gästeführung (12.). Nur zehn Minuten später sollte sich Milik als mitspielender Stürmer beweisen, als er sich aus dem Strafraum heraus bewegte und den Ball auf Horvath passte, der wiederum mit einem satten Abschluss Torhüter Burchert keine Abwehrchance ließ (22.). Bitter für den SVS, denn Sandhausen war bis zu diesem Zeitpunkt durchaus im Spiel, doch die Gäste präsentierten sich an diesem Abend gnadenlos effektiv vor dem Burchert-Gehäuse. Ein weiteres Beispiel war die 44.Minute. Eigentlich roch zu diesem Zeitpunkt vieles nach einem Anschlusstreffer. Busk rettete mehrfach für sein Team. Kurz vor der Pause machte es die Fabo-Elf den Gästen dann aber wieder einmal zu einfach. Auf der linken Seite setzte sich Pledl durch, sein Pass fand den Weg zu Amiri, der wiederum mit einem schönen Steckpass Milik in Szene setzte. Der Ausnahmestürmer hatte keine Mühe den dritten Gästetreffer nachzulegen (44.). Sandhausen ließ sich trotz des aberwitzigen Rückstandes nicht aus der Bahn werfen und tatsächlich belohnte der Fußballgott die Kicker vom Hardtwald noch vor der Pause mit einem Eigentor von Torhüter Busk (45.+). So blieb die Hoffnung auf ein Punktgewinn bestehen. In der Pause gab es keine Wechsel. Trainer Fabosvw vertraute weiter seinem Personal. Man konnte es nachvollziehen, hatte seine Mannschaft trotz dreier Gegentore doch einen ordentlichen ersten Durchgang absolviert. Die ersten Momente nach Wiederanpfiff gehörte der Owel-Elf, die nun griffiger in den Zweikämpfen wirkte als noch in der letzten halben Stunde der ersten Halbzeit. Die Hausherren hatten aber weiterhin mehr vom Spiel und kamen nach mehr als einer Stunde durch Green (65.) zurück ins Spiel. Mit der Euphorie des Anschlusstreffers im Rücken erspielte sich der SVS in der Folge mehrere hochkarätige Ausgleichschancen. Erst scheiterte Idrizi (70.) freistehend an Busk, dann setzte Green einen Abschluss ebenfalls freistehend neben das Tor der Gäste. Genau in diese Phase hinein entschied der Pole Arkadiusz Milik die Partie. Ein satter Schuss von der Strafraumgrenze sorgte für pure Ernüchterung auf der Heimseite (75.). Das Spiel hätte noch einmal eine Wende nehmen können, doch auch in der 80.Minute scheiterte Idrizi am herausragend haltenden Busk. Die letzten Minuten plätscherten vor sich hin. Mannheim war nun auf Kontrolle fixiert, den Hausherren fehlte mittlerweile neben dem Glauben auch die notwendige Kraft. In der Nachspielzeit gab es dann doch nochmal einen Konter, den Green auf der linken Seite einleitete und Kinsombi mit einem schönen Pass auf Behrens veredelte. Der Stürmer, der am heutigen Abend insgesamt blass blieb, betrieb zumindest noch Ergebniskosmetik (90+).
Auch im zweiten Heimspiel der Saison bekommt der SVS den Flow aus den Auftritten in der Fremde nicht auf den Rasen. Zwar ist der Sieg der Mannheimer aufgrund der Vielzahl an Möglichkeiten für die Fabo-Elf schmeichelhaft, doch geht der Sieg vor allem aufgrund der Effektivität vor dem gegnerischen Tor in Ordnung. Wie in den Spielen zuvor schafften es die Kicker vom Hardtwald nicht ihre Abschlussschwäche abzustellen. Nun haben die Jungs zwei Tage frei, dann können sie weiter an ihren Defiziten arbeiten. In der nächsten Woche wartet der VfL Bochum (A) und der SC Verl (H) auf den SVS.
Für den SVS spielten:
Burchert - Okoroji, Heintz, Gulde (C), Rios Alonso, Diekmeier - Kinsombi, Idrizi, Zimmermann, Green - Behrens
Tore:
0:1 Milik (12.)
0:2 Horvath (22.)
0:3 Milik (44.)
1:3 Eigentor Busk (45+)
2:3 Green (65.)
2:4 Milik (75.)
3:4 Behrens (90+)
Stadion:
Stadion am Hardtwald (5.400)
