
SV Sandhausen
Rhein-Neckar-Zeitung (24.04.2024)

Aufholjagd des Drittligisten bleibt unbelohnt!
Der SV Sandhausen muss sich früh in der Saison aus dem VDFB Pokal verabschieden. Zwar erwies sich der Drittligist für den VfL Wolfsburg als ebenbürtiger Gegner, doch die Aufholjagd des Underdogs blieb am Mittwochabend unbelohnt. WM-Held Mario Götze schoss seine Wölfe mit dem Treffer zum 3:2(2:1) Endstand in die Hauptrunde.

Im Endeffekt durften die Fans froh sein, dass das heutige Pokalspiel zwischen dem VfL Wolfsburg und dem SV Sandhausen überhaupt stattfand. Vor allem die Anhänger aus der Autostadt atmeten tief durch als sie von der Ansetzung erfuhren. Erst gestern schlossen die Niedersachsen zumindest eine Lücke im sportlichen Bereich, indem sie mit Fussballehrer Frax einen erfahrenen Cheftrainer präsentierten. Für den Pokal kam die Verpflichtung gerade noch zum richtigen Zeitpunkt, hätte am Wochenende doch das kampflose Aus am grünen Tisch gedroht. Die Gegenseite sah die ganze Geschichte gewohnt anders, hing die Angelegenheit aber auch nicht an die große Glocke. Der Drittligist sah in der kurzfristig angesetzten Begegnung vor allem die Chance sich weiter für die Liga, die zuletzt aufgrund von Spielausfällen ins Stocken geraten ist, einzuspielen. Dass der SVS das Gastspiel beim Erstligisten nicht kampflos abschenken wollen würde, erkannte man spätestens an der Startaufstellung. Dort passte Cheftrainer Fabosvw seine Aufstellung erstmals in der Saison an den Gegner an, verließ dafür sogar das gewohnte 5-3-2 System. Am heutigen Mittwoch starteten die Kicker vom Hardtwald in einer etwas offensiveren Grundordnung. Doch das 4-2-3-1 System, welches Trainer Fabo auf den Platz schickte, interpretierten die Spieler sehr defensiv, sodass man wenig an Kompaktheit einbüßte. Die Systemumstellung hatte zur Folge, dass sowohl Green als auch Idrizi auf die Außen auswichen. Innenverteidiger Rios Alonso rückte eine Position nach vorne, bildete mit Kinsombi die Doppelsechs. Die ersten Minuten gehörten dann tatsächlich dem Underdog, der den Ball zu Beginn des Spiels gut durch die eigenen Reihen laufen ließ. In die gute Anfangsphase des Drittligisten hinein, fiel dann aber der erste Treffer der Wölfe. Die erste Aktion des Spiels nutzte Lewandowski (8.) gleich zur Führung und der Pole zeigte wieso zwischen beiden Vereinen zwei Ligen liegen. Die Gäste ließen sich vom frühen Gegentreffer aber nicht beirren. Die Fabo-Elf blieb am Ball spielfreudig und hätte nur vier Minuten nach dem Rückstand eigentlich ausgleichen müssen. Über Kinsombi und Behrens landete der Ball bei Green. Der heutige Außenbahnspieler konnte Riemann im Tor der Wolfsburger aber nicht überwinden. Wiederum nur vier Minuten später klingelte es erneut auf der Gegenseite. Mit wenig Kontakten ließen die Hausherren den Ball im gegnerischen Drittel laufen. Zum Schluss hatte Embolo (16.) wenig Mühe den zweiten Treffer des Bundesligisten zu erzielen. Bitter für den Underdog, der bis dato nur zwei Torchancen zu ließ, eine eigene Großchance kreierte und doch mit 2:0 zurücklag. Als sich die Köpfe auf der Gästebank gerade etwas nach unten senkten, hauchte Behrens (19.) dem SVS wieder Leben ein. Die Wölfe schienen in dem Moment gedanklich nicht bei der Sache zu sein, zumindest störte niemand den in die gegnerische Hälfte startenden Zimmermann. Der Mittelfeldmotor des Drittligisten leitete den Ball weiter auf Idrizi, der Behrens in eine perfekte Abschlusssituation brachte. Bis zur Pause erspielten sich die Niedersachsen noch einige Ecken, die aber allesamt ungefährlich blieben. Wenn doch ein Weitschuss mal den Weg aufs Tor fand, dann war Burchert zur Stelle, wie in der 32.Minute gegen Götze. In der Kabine wechselten beide Trainer nicht. Nach dem Seitenwechsel blieb der Drittligist die spielbestimmende Mannschaft, die Wölfe lauerten zunehmend auf schnelle Gegenstöße. Die erste Chance des zweiten Durchgangs gehörte dementsprechend den Gästen. Kinsombi verschaffte sich im Zentrum etwas Platz und legte den Ball auf Green ab. Dieser wurde aber von Innenverteidiger Zagadou gut abgedrängt, sodass Riemann Greens Abschluss abwehren konnte. Nach etwas mehr als einer Stunde hätte Robert Lewandowski das Spiel entscheiden können, doch sein Abschluss lenkte Burchert noch gerade zur Ecke. In der 73.Minute kam der Drittligist dann tatsächlich zurück ins Spiel. Eigentlich wollte Schiedsrichter Fritz auf Foulspiel entscheiden, doch der Referee entschied doch auf Vorteil. Diesen nutzte Behrens um sich clever gegen gleich zwei Wolfsburger Abwehrspieler durchzusetzen und auf Green abzulegen. Green ließ sich nicht zweimal bitten und jagte den Ball mit einem Sonntagsschuss in die Maschen des Bundesligisten. Der Jubel auf der Gästebank war riesig, sollte aber nur von kurzer Dauer sein. Wolfsburgs Cheftrainer Frax, dem man anmerkte noch Zeit mit seinem neuen Team zu benötigen, reagierte sofort und stellte seine Mannschaft neu ein. Frisches Personal wechselte der erfahrene Cheftrainer aber nicht ein. Sollte er auch nicht benötigen, denn mit dem nächsten Angriff brachte Mario Götze (75.) seine Wölfe wieder auf die Siegerstraße. Der Drittligist wirkte aufgrund des Ausgleichstreffers euphorisiert, kam in den Zweikämpfen zu spät und musste so einen erneuten Rückstand hinterherlaufen. Sandhausen probierte in der Folge alles um noch einmal ins Spiel zurückzukehren. Kurz vor dem Ende kamen noch Borrello, Schröck und Dittgen für den Drittligisten ins Spiel, doch es blieb beim knappen 3:2 Erfolg für den VfL Wolfsburg.
Der Erstligist hat sich das Weiterkommen aufgrund der Vielzahl an Möglichkeiten und der Effizienz vor dem gegnerischen Tor verdient, allerdings musste die Mannschaft von Neutrainer Frax deutlich mehr Arbeit verrichten als erwartet. Für den SV Sandhausen endet die Pokalsaison früh. Am heutigen Abend wird die Mannschaft enttäuscht zurück nach Sandhausen reisen, doch schon morgen sollte die Fabo-Elf mit Stolz auf die erbrachte Leistung zurückblicken.
Für den SVS spielten:
Burchert - Okoroji, Heintz, Gulde (C), Diekmeier - Rios Alonso, Kinsombi (88. Borrello), Idrizi (88. Dittgen), Zimmermann (88. Schröck), Green - Behrens
Tore:
1:0 Lewandowski (8.)
2:0 Embolo (16.)
2:1 Behrens (19.)
2:2 Green (73.)
3:2 Götze (75.)
Stadion:
Volkswagenarena (10.800)
