Saison 28: Interviews 1.Liga (07.10.2022)

Der FSV Mainz 05 hat wieder einen neuen Trainer! Dabei schaffte es Sportvorstand Heidel mit Feulner einen echten Sympathieträger für die Rheinhessen zu verpflichten. Der glühende 05er Feulner war bereits vor drei Jahren Cheftrainer der Bruchwegkicker, musste aber aus familiären Gründen den Trainerstuhl 2019 räumen. Nun hat es den im VDFB bestens vernetzte Coach über den Umweg Würzburg zurück auf den Trainerstuhl der 05er verschlagen. Am gestrigen Donnerstagabend gab Feulner uns einen exklusiven Einblick in sein aktuelles Seelenleben:
Moin Feulner, du bist langjähriger Bestandteil des VDFBs. Nun geht es bereits in die 28.Saison und für dich zurück zu deinem Herzenzverein Mainz 05. Wie groß ist die Vorfreude auf die kommende Spielzeit?
"Hallo Fabo, die Vorfreude ist natürlich riesengroß. Leider musste ich meinen Sessel in Mainz damals wegen der Geburt meines Sohnes räumen und habe mich einige Zeit intensiv um die Familie gekümmert. Jetzt bin ich einfach nur froh darüber endlich wieder hier zu sein und diesen Verein leben zu können."
Allerdings gibt es nicht nur positive Stimmen rundum dein Comeback am Bruchweg. Immerhin warst du es, der bei den Würzburger Kickers einen Aufstieg in die 1.Liga, trotz sportlichem Höhenflug, nicht als sonderlich hilfreich bezeichnet hast. Nun wechselst du dennoch in die 1.Liga. Wie kam diese Wandlung zustande?
"Das ist eigentlich ganz einfach zu erklären. Würzburg war ein Verein im Aufbau und ist es immer noch, was auch die Platzierung in der letzten Saison gezeigt hat. Im ersten Jahr haben wir weit über unseren Möglichkeiten gespielt. Die zweite Saison war nicht mehr ganz so stark, aber wir haben trotzdem einen Platz im oberen Mittelfeld erreichen können. In Mainz hingegen sind die Voraussetzungen gänzlich anders. Sie sind seit einigen Jahren fester Bestandteil der 1.Liga und haben solide gewirtschaftet. Aber ganz unter uns, egal bei welchem Verein ich beschäftigt war, für Mainz habe ich mir immer eine Ausstiegsklausel in den Vertrag schreiben lassen."
Du hast die Wirtschaftlichtkeit der Mainzer angesprochen. Auch hat sich der FSV in der ersten Liga etabliert. Während man unter Ribery noch um den Klassenerhalt zittern musste, brachte vorallem Ex Trainer Ixxi die Mainzer auf eine neue Stufe. In dieser Saison peilt ihr Verein einen einstelligen Tabellenplatz an. In welchen Bereichen siehst du deine Mannschaft wirklich, immerhin hat die erste Liga seit Jahren enorm an Qualität gewonnen?
"Gerade die Abschiede von Martin Hinteregger und Pierre Kunde Malong (Foto) werden nicht einfach zu verkraften sein. Mein Ziel ist es den Kader breiter aufzustellen und dafür lieber auf die großen Namen und Starspieler zu verzichten. Auch wenn es unter Ixxi in Mainz sehr gut lief, planen wir zuerst nur den Klassenerhalt. Bescheidenheit und Bodenständigkeit waren schon immer eine Tugend in Mainz und diese werden wir fortführen. Das die erste Liga ein noch schwereres Pflaster als früher geworden ist, ist mir dabei durchaus bewusst."

Im VDFB Pokal gab es in der vergangenen Saison gleich zwei Spiele, die mit Mainzer Beteiligung am grünen Tisch gewertet werden mussten. Dabei gilt der VDFB Pokal als lukrative Geldeinnahmequelle. Du bist nun schon lange im Trainergeschäft tätig. Welchen Stellenwert hat der Pokal bei dir und welche Erinnerungen hast du an das Pokaldrama der vergangenen Spielzeit?
"Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf der Liga und dem Klassenerhalt. Den Pokal sehen wir als zusätzliche Chance uns zu präsentieren und einfach nur Spaß zu haben. Über das Szenario der letzten Saison werde ich mir kein Urteil erlauben, weil ich daran nicht beteiligt war."
Generell verlief die letzte Saison in der 1.Liga ziemlich holprig . Neben dem Cheatingskandal, der wohl die komplette Liga erschrocken hatte, blieben zahlreiche Teams wochenlang trainerlos und entschieden somit teilweise den kompletten Abstiegskampf. Zur neuen Saison sind allerdings wieder alle Teams vergeben. Du hast schon einiges im VDFB erlebt, was macht für dich diese Liga einzigartig?
"Den VDFB macht so vieles einzigartig. Das Wichtigste war aber schon immer die Community mit vielen Trainern, die schon seit Jahren dabei sind und immer wieder mit tollen neuen Leuten ergänzt werden. Auch das Spielsystem mit einem Wochenrythmus von 2 Spielen kommt mir sehr entgegen, da man als Vater und Häuslebauer nicht immer so viel Zeit hat."
Viele Trainer sagen der VDFB sei wie eine Droge. Selbst wenn man sein Traineramt aufgibt, bleibt man dem Projekt dennoch immer verbunden. Du bist das beste Beispiel. 2019 bist du schweren Herzens von deinem Herzensverein zurückgetreten. Nach kurzer Pause bist du auf den Trainerstuhl zurückgekehrt und hast die Aufgabe Würzburg angenommen. Wie geht es der Familie und wie kommst du inzwischen mit dieser Doppelbelastung zurecht?
"Der Familie geht es sehr gut. Unser Zwerg ist mittlerweile im Kindergarten angekommen, weshalb wir auch etwas mehr Luft haben. Leider ist da noch unsere Baustelle Garten, welche sich bis zum nächsten Herbst noch ziehen wird. Aber solange der Kleine Abends schläft, was seit einem Jahr sehr gut läuft, steht einem gepflegten Fußballabend nichts im Wege."
Am kommenden Montag geht die neue Saison in ihre erste heiße Phase. Viele der 54 Vereine müssen zur anstehenden Spielzeit Spieler ersetzen, die nicht mehr in der Datenbank enthalten sind. Du hattest vorhin bereits die Abschiede von Kunde Malong, sowie Martin Hinteregger angesprochen. Ebenfalls hat sich Stürmer Sukuta-Paso von ihrer Mannschaft verabschiedet. Zumindest Kunde Malong darfst du adäquat ersetzen. Hast du da bereits einen Spieler im Visier?
"Ja wir haben hier als Ersatz bereits einen Spieler im Visier. Wer es allerdings werden soll, bleibt bis zur offiziellen Verkündung ein Geheimnis zwischen mir und meinem Sportdirektor. Wir hoffen allerdings das wir die Lücke von Pierre mit ihm adäquat schließen können. Bei Hinti sieht das schon ganz anders aus. Hier bleibt uns leider nur die Möglichkeit unser Glück auf dem Transfermarkt zu versuchen, um für die kommende Saison gut gerüstet zu sein."
Bereits eine Woche später öffnet der Transfermarkt. Wenn man sich deinen Kader anschaut, dann erkennt man schnell ein Ungleichgewicht in deiner Abwehr. Während für die rechte Abwehrseite gleich drei Spieler zur Verfügung stehen, ist es für die linke Seite nur Bensebaini. Auch in der Innenverteidigung fehlt neben Niakhate ein zweiter gestandener Innenverteidiger. Wie sehen da deine Planungen für die Transferperiode aus?
"Da wir noch nicht zu 100 Prozent wissen mit welcher Formation wir in die Saison gehen wollen, versuchen wir einen ausgewogenen und flexiblen Kader zusammenzustellen. Hierbei fehlt uns noch ein Linksverteidiger, obwohl Pierre-Gabriel auf dieser Position auch schon überzeugen konnte. Bensebaini ist hingegen für die Innenverteidigung geplant. Hier fehlt uns allerdings noch ein Rechtsfuß, da sowohl er als auch Niakhate beide Linksfüßer sind. Ein weiterer Flügelspieler soll kommen und wir suchen noch nach einem gestandenen 6er und einem Stürmer. Ob und wie das alles umgesetzt wird, bleibt allerdings noch offen."
Die Fans dürfen sich also noch auf einige Transferaktivitäten freuen. Du hattest gesagt das primäre Ziel sei der Klassenerhalt. Dennoch, der Vorstand fordert einen einstelligen Tabellenplatz. Wo landet der FSV denn nun?
"Da wir uns vorgenommen haben den Kader ausgeglichener zu gestalten, wird auch der Vorstand mit seinem Saisonziel noch etwas nach unten gehen, denke ich. Wir werden zuerst den Klassenerhalt fix machen und alles was danach kommt ist ein Bonus für uns."
Danke Sebi, dass du dir für uns die Zeit genommen hast! Viel Erfolg bei deinem Lieblingsverein!...
