Osnabrücker Zeitung (25.06.2022)


Es ist amtlich!
Die bösen Vögel hatten es schon lange herausgezwitschert. Das böse Gerücht, der VfL Osnabrück könne die Hinrunde sportlich nicht zu Ende bringen. Am heutigen Sonnabend landete dann auch die offizielle Mitteilung der VDFB Verantwortlichen im Briefkasten der Lila Weißen am Stadion an der Bremer Brücke. Es ist ein neuer Höhepunkt der Abwärtsspirale eines Vereins, der sich vor kurzem noch von der 3.Liga in die 1.Liga hochgearbeitet hatte und so für reichlich positive Schlagzeilen sorgte. Da die Mannschaft bis zum heutigen Samstag lediglich sechs Spiele absolviert hatte, wurden auch die sieben eingefahrenen Punkte wieder abgezogen. So fällt der VfL logischerweise auf den letzten Tabellenplatz der zweiten Liga zurück. Der größte Gewinner dieser traurigen Causa in Niedersachsen ist Arminia Bielefeld. Die Mannschaft von der Alm feiert somit zumindest am grünen Tisch den ersten Sieg der Saison. Besonders bitter für den VfL ist auch die Rückforderung der beiden erspielten Siegprämien, sowie der Unendschiedenprämie gegen RB Leipzig. Da die Niedersachsen auch schon im Pokal kampflos die Segel streichen mussten, fehlen dem Verein nun wichtige Einnahmen. Schlimmer noch. Auf der spontan einberufenen Pressekonferenz konnte Sportdirektor Amir Shapourzadeh keinen Termin nennen, an dem die Mannschaft in den Spielbetrieb zurückgekehrt. Dafür entschuldigte er sich bei allen Gegnern der zweiten Liga im Namen des gesamten Vereins. Eigentlich sollte mit dem neuen Trainer Fabo an der Bremer Brücke alles besser werden. Nach dem fulminanten Doppelaufstieg in die 1.Liga trennte man sich in der Erstligasaison gleich von drei Trainern. Am Ende stieg die Mannschaft kampflos aus der ersten Liga ab. Unter dem neuen Coach sah es zu Beginn danach aus, als wären diese turbulenten Zeiten endgültig vorbei. Doch so schnell kann man sich täuschen. Die Geduld der Fans wird wieder einmal auf die Probe gestellt. Die Wut an der Bremer Brücke ist deutlich zu spüren. Bei jeder Trainingseinheit hängen schlecht gestimmte Fans Transparente gegen den Trainer und Sportdirektor Shapourzadeh auf. Deutlich sichtbar für Mannschaft, Verantwortliche und Presse. In der am Freitag erschienenen Ausgabe des Kickers wurde berichtet, dass der Trainer mittlerweile um Auflösung des laufenden Vertrages gebeten hat. Laut dem Kicker soll Sportdirektor Amir Shapourzadeh diesem Wunsch aber nicht entsprochen haben. Warum hält der schon in der 1.Liga mächtig in die Kritik geratene Sportdirektor weiter am Trainer fest? Die Antwort ist einfach und plausibel. Das Vertrauen des Aufsichtsrates in Sportdirektor Shapourzadeh ist dank der bitteren Erstligasaison bereits angeschlagen gewesen. Einen weiteren Trainerwechsel würde der ehemalige Profi wohl nicht verkraften....