Topspiel
21: Heiße Ph(r)ase in Sachsen beginnt!
21.08.2004
Karsten7281
Die sächsischen Abstiegskandidaten in der Regionalliga Nord erleben bereits kurz nach Rückrundenauftakt möglicherweise entscheidende Wochen.
So... Das lassen wir jetzt erstmal auf uns wirken.
Und nun eine kleine Mathe-Aufgabe:
8 : 4 = ?
Richtig! 2! Das bedeutet, die Hälfte dieser acht Mannschaften steigt am Ende der Saison ab! Sollen wir auch das nochmal auf uns wirken lassen? Nein? Gut, dann weiter im Text.
Böse Zungen behaupten, der SV Babelsberg 03 und die SG Wattenscheid 09 seien bereits abgestiegen. Aber sein wir doch mal ehrlich: Babelsberg kann noch auf 49 Punkte kommen und Wattenscheid sogar auf 54. Da der letzte Nichtabstiegsplatz zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit dem SC Verl jedoch lediglich 19 Punkte aufweist, braucht man nicht großartig zu erwähnen, dass hier wirklich noch alles drin ist. Die Frage ist nur: Gegen wen sollen diese beiden Mannschaften noch so viele Punkte holen? Vielleicht eher doch nicht. Es scheint aber wie jedes Jahr zu sein: Von diesen acht Teams bleibt in der Liga, wer in den Spielen gegen die anderen sieben am besten abschneidet.
Und so scheinen die kommenden zwei Wochen insbesondere für den Freistaat Sachsen zu phrasenschweinischen Wochen der Wahrheit zu werden.
18. Spieltag
Energie Cottbus
-
Erzgebirge Aue 2:1
SC Verl
-
Sachsen Leipzig 1:3
Aue mit einer knappen Niederlage in Cottbus, Sachsen Leipzig mit einem verdienten Sieg gegen den Mitkonkurrenten aus Verl. Eine positive Tendenz scheint man bei beiden Klubs ausmachen zu können.
19. Spieltag
Sachsen Leipzig
-
Fortuna Düsseldorf
Erzgebirge Aue
-
Wattenscheid 09
Beide Spiele hätten schon gespielt sein sollen, doch kam es in Leipzig zunächst im Zuge des Trainerinwechsels zu Verzögerungen. So sollte das Spiel eigentlich am vergangenen Samstag um 13 Uhr angepfiffen werden. Die neue Leipziger Übungsleiterin, Vera Sauter, hatte jedoch in einem Preisausschreiben ein Spiel ihrer Wahl auf dem Rasen des Deutschen Meisters Werder Bremen gewonnen. Logisch, dass sie sich für den Abstiegskrimi gegen die Toten Hosen entschied. Und fast ebenso logisch, dass das Spiel im Weserstadion aus technischen Gründen leider ausfiel. Dumm nur, dass der gewonnene Hauptpreis schon mit dem 90-minütigen Herumstehen auf dem Bremer Rasen eingelöst war, und dass Sauter dadurch jeden Anspruch auf ein tatsächliches Spiel an diesem Ort verlor. Nach aktuellem Stand ist das Spiel nun auf Dienstag Abend, 20 Uhr, angesetzt.
Mit etwas Glück findet auch die Begegnung zwischen Aue und Wattenscheid im Laufe dieser Woche statt. Dass dies bislang noch nicht geschehen ist, dürfte auf die inzwischen sprichwörtliche und fast schon liebenswerte Unregelmäßigkeit des Bochumer Terminplans zurückzuführen sein. Vorteile sind in diesem Spiel wohl eher auf Seiten der Erzgebirgskicker auszumachen. Ein Unentschieden allerdings, das brächte nun wirklich niemanden weiter.
Außer alle anderen.
20. Spieltag
VfL Osnabrück
-
Erzgebirge Aue 2:0
VfL Gladbach
-
Sachsen Leipzig 6:1
Während sich Aue beim Aufstiegskandidaten aus Osnabrück abermals einigermaßen beachtlich aus der Affäre zog, kam Sachsen Leipzig am Niederrhein gewaltig unter die Räder. Mit 1:6 setzte es für Vera Sauter in ihrem ersten Spiel doch eine äußerst finstere Klatsche gegen Mönchengladbach. Das Spiel einen Tag später in Verl zeigte jedoch, dass diese Niederlage der Mannschaft nicht den befürchteten Schlag versetzte, so dass das Motto für die Leipziger nur ausgerechnet vom erfolgreichsten Dresdner Exportgut stammen kann: ":lickout: :fussball:" (In Worten: "Mund abputzen, weitermachen!"
21. Spieltag
Sachsen Leipzig
- :svw: SV Wilhelmshaven
Erzgebirge Aue
-
SC Verl
Kommen wir also zum aktuellen Spieltag. In diesen zwei Abstiegsknallern gibt es genau eine Mannschaft, die - komme was wolle - gewinnen muss, und das ist der SV Wilhelmshaven. Es wird sich noch zeigen müssen, wie stark die Sachsen unter Sauter wirklich sind, doch gehen die Gastgeber durchaus als Favoriten in dieses Spiel. Sollten jedoch aus den Spielen gegen Düsseldorf und Wilhelmshaven mindestens vier Punkte geholt werden, so sind die Leutzscher wohl bereits frühzeitig aus dem Gröbsten raus. Andernfalls - insbesondere im Falle einer Heimniederlage gegen Düsseldorf - würde das große Zittern beginnen.
Zur Woche der Wahrheit
und zu anderen sie und die Welt bewegenden Themen befragten wir die Trainerin des FC Sachsen Leipzig.
NewsMag: Frau Sauter, 1:6 in Gladach und 3:1 in Verl. Sind Sie mit Ihrem Einstand zufrieden?
Vera Sauter: Naja, 6:1 zu verlieren ist natürlich kein Traumergebnis für das erste Spiel, aber ich denke, man konnte mit keinem Sieg gegen die Gladbacher rechnen. Mit dem 3:1 gegen Verl bin ich hochzufrieden. Wir haben das Spiel fast über die gesamten 90 Minuten dominiert und verdient gewonnen.
NewsMag: Wie sind Sie mit den gegenwärtigen Trainingsleistungen Ihrer Mannschaft zufrieden? Erkennen Sie Fortschritte und haben Sie schnell Erkenntnisse über Ihre mögliche Stammformation gewonnen?
Sauter: In den ersten Tagen war es nicht so leicht. Nicht alle Spieler akzeptierten mich sofort als ihre Trainerin. Mitlerweile haben wir uns besser kennengelernt und kommen klasse miteinander aus. Beim ersten Spiel musste ich leider meinem Vorgänger vertrauen und mit seiner Aufstellung spielen. Im zweiten Spiel gegen Verl konnte ich schon meine eigenen Ideen mit einbringen. Wir haben mit einer neuen Taktik versucht zu spielen, die wir jedoch flexibel ändern können. Die Stammelf wird sich nicht groß verändern. Florian Schmidt hat klasse Arbeit geleistet, und ich hoffe, ich kann diese fortsetzen und den Klassenerhalt schaffen.
NewsMag: Wenn ich Ihnen nun im Zusammenhang mit der angefangenen Woche die Namen Wilhelmshaven und Düsseldorf nenne, welche Gedanken befallen Sie da?
Sauter: Ich denke, wir können in die Spiele ziemlich gelassen gehen. Wir haben mit dem Sieg gegen Verl erstmal ein bisschen Luft nach unten geschaffen. Wenn wir die beiden Spiele nun verkrampft angehen und uns denken: "Hier müssen wir gewinnen" sinken unsere Siegchancen. Zur Zeit herrscht gute Stimmung in der Mannschaft
und die wollen wir behalten. Die Spieler sind topmotiviert und wissen um die Wichtigkeit dieser Spiele
, bewerten sie aber nicht über. Ich bin zuversichtlich, dass aus den Spielen gegen Wilhelmshaven und Düsseldorf drei bis vier Punkte rausspringen.
NewsMag: Ein Wort vielleicht mal zum Fußballgeschäft im Allgemeinen. Sie wurden in dieser zuweilen chauvinistischen Männerdomäne als Frau begeistert empfangen. Wie gehen Sie damit um, soviel mehr Resonanz auszulösen als jeder männliche Kollege vor Ihnen? Und haben Sie auch schon richtig plumpe Anmachen erlebt?
Sauter: Natürlich ist Fußball eine Männerdomäne, doch muss man dazu sagen, dass die fußballbegeisterten Frauen vor allem in Deutschland immer mehr zunehmen. (Treiben die denn selber keinen Sport? Anm. d. Red. :D :D :D ) Gerade die deutsche Damennationalmannschaft zeigt in letzter Zeit super Spiele und ist erfolgreicher als die der Herren. Ich denke, es ist zumindest heute noch normal, dass eine Frau im Fußball, gerade als Trainerin einer Herrenmannschaft, auffällt, und natürlich kommen immer wieder dumme Sprüche, aber ich versuche sie zu ignorieren
und denke, dass es mir ganz gut gelingt. Aber insgesamt kommen mehr positive Bemerkungen als negative. Der Erfolg gegen Verl kam genau richtig, so haben viele zunächst skeptische Fans ihre Meinung geändert und akzeptieren mich nun.
NewsMag: Um dieses Thema abzuschließen: Habe ich noch Chancen auf den blödesten Anmachspruch, der Ihnen bislang in Ihrer Trainerinkarriere untergekommen ist, wenn ich Ihnen sage, dass Sie heute bedrückend schön aussehen?
Sauter: Ich dachte, Sie wollten mich zu Fußball und meinem Trainerposten bei Sachsen Leipzig befragen und denke, dass diese Frage darum hier nichts zu suchen hat...
(Drei Euro, da gleichbedeutend mit: "Ich beantworte nur Fragen zum Spiel." Anm. d. Red.)
NewsMag: Schon gut. Ich sollte ja nur im Auftrag Ihres Lebensgefährten den Treuetester hier abgeben :( Aber zurück zum Fußball und zu meiner letzten Frage, die unsere Leser natürlich auch alle brennend interessiert: Wer steigt denn ab?
Sauter: Das weiß ich natürlich nicht. Ich habe mich bis jetzt mehr mit meiner eigenen Mannschaft beschäftigt als mit den Konkurrenten
und sehe in meiner Mannschaft genug Potential um die Klasse zu halten.
Aber eins ist klar...es wird nochmal ganz eng da unten.
Für die, die momentan auf einem Abstiegsplatz sind, sieht es natürlich am schlechtesten aus
, wobei Düsseldorf und Wilhelmshaven mit Siegen gegen uns wieder ganz nah rankämen. Für Wattenscheid und vor allem Babelsberg ist schon fast ein Wunder oder zumindest ein guter Lauf nötig um nochmal ranzukommen
, denn 13 bzw. 15 Punkte auf einen Nicht-Abstiegsplatz sind ne Menge. Bis oben Hannover kann es noch alle treffen und ich kann in meiner Situation wohl kaum Wunschkandidaten benennen, sondern einfach nur froh sein wenn wir drin bleiben.
NewsMag: Dann wünsche ich Ihnen im Namen der Redaktion und unserer Leser alles Gute und bedanke mich für das Interview.
Sauter: Vielen Dank.
Der zweite Knaller des 21. Spieltags steigt im Erzgebirgsstadion zwischen den FC Erzgebirge Aue und dem SC Verl. Die Gäste gelten neben Schönberg als unberechenbarster Abstiegskandidat. Es scheint fast, als würden die Westfalen sich in den direkten Duellen gegen Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt verlorene Punkte gegen die Größen den Liga zurückholen. Nach einer sang- und klanglosen 0:3-Pleite gegen Chemnitz gelang plötzlich ein sensationeller 1:0-Erfolg beim den Chemnitzern mindestens ebenbürtigen KFC Uerdingen. Einen Tag später unterlag man dann zu Hause mit 1:3 gegen Sachsen Leipzig.
Den Westfalen ist also wirklich alles zuzutrauen, in der Hinrunde gelang sogar ein Sieg gegen den VfL Osnabrück. Doch auch die Sachsen sind nicht von Pappe: Auch die Mannschaft von Trainer Martin Lautner vermied zumeist hohe Niederlagen gegen Aufstiegsaspiranten und siegte in der Hinrunde mit 2:0 gegen Hannover 96 und gar mit 7:2 gegen das Schlusslicht aus Babelsberg. Überhaupt ist Aue der Verein unter den letzten acht, der in den Spielen der letzten acht untereinander die meisten Punkte geholt hat. Zwar haperte es in vielen Trainingsspielen an allen nur erdenklichen Ecken, Enden und Kanten, doch ist den Auern zweifellos ein Sieg gegen den SC Verl zuzutrauen. Da man selbst noch die am besten positionierte Mannschaft im Abstiegskampf stellt, könnte man sogar mit einem Unentschieden recht gut leben. Nur eine Niederlage wäre vielleicht schlecht ;)
Der Ausblick auf den 22. Spieltag offenbahrt, dass es ein weiteres Mal zu direkten Duellen kommen wird. Der FC Schönberg wird beim SC Verl anzutreten haben - dieses Spiel wird garantiert 0:0 enden ;) Und Fortuna Düsseldorf bekommt es mit der Mannschaft aus Aue zu tun. Nicht nur für den Freistaat Sachsen sondern auch für das Land Nordrhein-Westfalen mit Düsseldorf und Verl stehen also Wochen der Wahrheit
an. Prognose: Keine. :D
| Pl. | Team | Trainer | Interim | Sp. | S | U | N | T+ | T- | TD | Pkt. | |||
| 11. | ![]() | FC Erzgebirge Aue | Martin Lautner | Nein | 19 | 6 | 2 | 11 | 25 | 33 | -8 | 20 | ||
| 12. | ![]() | Sachsen Leipzig | Vera Sauter | Ja | 19 | 5 | 4 | 10 | 19 | 33 | -14 | 19 | ||
| 13. | ![]() | FC Schoenberg 95 | Toni von Ehr | Nein | 19 | 5 | 4 | 10 | 19 | 36 | -17 | 19 | ||
| 14. | ![]() | SC Verl | Udo Neese | Nein | 20 | 5 | 4 | 11 | 14 | 32 | -18 | 19 | ||
| 15. | ![]() | Fortuna Duesseldorf | Frank Goetze | Nein | 18 | 3 | 4 | 11 | 8 | 21 | -13 | 13 | ||
| 16. | ![]() | SV Wilhelmshaven 92 | Oliver Buchthal | Ja | 19 | 3 | 2 | 14 | 10 | 60 | -50 | 11 | ||
| 17. | ![]() | SG Wattenscheid 09 | Thorsten Gersdorf | Nein | 18 | 1 | 3 | 14 | 3 | 40 | -37 | 6 | ||
| 18. | ![]() | SV Babelsberg 03 | Frank Schulze | Nein | 19 | 1 | 1 | 17 | 11 | 62 | -51 | 4 |
So... Das lassen wir jetzt erstmal auf uns wirken.
Und nun eine kleine Mathe-Aufgabe:
8 : 4 = ?
Richtig! 2! Das bedeutet, die Hälfte dieser acht Mannschaften steigt am Ende der Saison ab! Sollen wir auch das nochmal auf uns wirken lassen? Nein? Gut, dann weiter im Text.
Böse Zungen behaupten, der SV Babelsberg 03 und die SG Wattenscheid 09 seien bereits abgestiegen. Aber sein wir doch mal ehrlich: Babelsberg kann noch auf 49 Punkte kommen und Wattenscheid sogar auf 54. Da der letzte Nichtabstiegsplatz zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit dem SC Verl jedoch lediglich 19 Punkte aufweist, braucht man nicht großartig zu erwähnen, dass hier wirklich noch alles drin ist. Die Frage ist nur: Gegen wen sollen diese beiden Mannschaften noch so viele Punkte holen? Vielleicht eher doch nicht. Es scheint aber wie jedes Jahr zu sein: Von diesen acht Teams bleibt in der Liga, wer in den Spielen gegen die anderen sieben am besten abschneidet.
Und so scheinen die kommenden zwei Wochen insbesondere für den Freistaat Sachsen zu phrasenschweinischen Wochen der Wahrheit zu werden.
18. Spieltag
Energie Cottbus
-
Erzgebirge Aue 2:1
SC Verl
-
Sachsen Leipzig 1:3
Aue mit einer knappen Niederlage in Cottbus, Sachsen Leipzig mit einem verdienten Sieg gegen den Mitkonkurrenten aus Verl. Eine positive Tendenz scheint man bei beiden Klubs ausmachen zu können.
19. Spieltag
Sachsen Leipzig
-
Fortuna Düsseldorf
Erzgebirge Aue
-
Wattenscheid 09
Beide Spiele hätten schon gespielt sein sollen, doch kam es in Leipzig zunächst im Zuge des Trainerinwechsels zu Verzögerungen. So sollte das Spiel eigentlich am vergangenen Samstag um 13 Uhr angepfiffen werden. Die neue Leipziger Übungsleiterin, Vera Sauter, hatte jedoch in einem Preisausschreiben ein Spiel ihrer Wahl auf dem Rasen des Deutschen Meisters Werder Bremen gewonnen. Logisch, dass sie sich für den Abstiegskrimi gegen die Toten Hosen entschied. Und fast ebenso logisch, dass das Spiel im Weserstadion aus technischen Gründen leider ausfiel. Dumm nur, dass der gewonnene Hauptpreis schon mit dem 90-minütigen Herumstehen auf dem Bremer Rasen eingelöst war, und dass Sauter dadurch jeden Anspruch auf ein tatsächliches Spiel an diesem Ort verlor. Nach aktuellem Stand ist das Spiel nun auf Dienstag Abend, 20 Uhr, angesetzt.
Mit etwas Glück findet auch die Begegnung zwischen Aue und Wattenscheid im Laufe dieser Woche statt. Dass dies bislang noch nicht geschehen ist, dürfte auf die inzwischen sprichwörtliche und fast schon liebenswerte Unregelmäßigkeit des Bochumer Terminplans zurückzuführen sein. Vorteile sind in diesem Spiel wohl eher auf Seiten der Erzgebirgskicker auszumachen. Ein Unentschieden allerdings, das brächte nun wirklich niemanden weiter.
Außer alle anderen.
20. Spieltag
VfL Osnabrück
-
Erzgebirge Aue 2:0
VfL Gladbach
-
Sachsen Leipzig 6:1
Während sich Aue beim Aufstiegskandidaten aus Osnabrück abermals einigermaßen beachtlich aus der Affäre zog, kam Sachsen Leipzig am Niederrhein gewaltig unter die Räder. Mit 1:6 setzte es für Vera Sauter in ihrem ersten Spiel doch eine äußerst finstere Klatsche gegen Mönchengladbach. Das Spiel einen Tag später in Verl zeigte jedoch, dass diese Niederlage der Mannschaft nicht den befürchteten Schlag versetzte, so dass das Motto für die Leipziger nur ausgerechnet vom erfolgreichsten Dresdner Exportgut stammen kann: ":lickout: :fussball:" (In Worten: "Mund abputzen, weitermachen!"
21. Spieltag
Sachsen Leipzig
- :svw: SV Wilhelmshaven
Erzgebirge Aue
-
SC Verl
Kommen wir also zum aktuellen Spieltag. In diesen zwei Abstiegsknallern gibt es genau eine Mannschaft, die - komme was wolle - gewinnen muss, und das ist der SV Wilhelmshaven. Es wird sich noch zeigen müssen, wie stark die Sachsen unter Sauter wirklich sind, doch gehen die Gastgeber durchaus als Favoriten in dieses Spiel. Sollten jedoch aus den Spielen gegen Düsseldorf und Wilhelmshaven mindestens vier Punkte geholt werden, so sind die Leutzscher wohl bereits frühzeitig aus dem Gröbsten raus. Andernfalls - insbesondere im Falle einer Heimniederlage gegen Düsseldorf - würde das große Zittern beginnen.
Zur Woche der Wahrheit
und zu anderen sie und die Welt bewegenden Themen befragten wir die Trainerin des FC Sachsen Leipzig.
NewsMag: Frau Sauter, 1:6 in Gladach und 3:1 in Verl. Sind Sie mit Ihrem Einstand zufrieden?
Vera Sauter: Naja, 6:1 zu verlieren ist natürlich kein Traumergebnis für das erste Spiel, aber ich denke, man konnte mit keinem Sieg gegen die Gladbacher rechnen. Mit dem 3:1 gegen Verl bin ich hochzufrieden. Wir haben das Spiel fast über die gesamten 90 Minuten dominiert und verdient gewonnen.
NewsMag: Wie sind Sie mit den gegenwärtigen Trainingsleistungen Ihrer Mannschaft zufrieden? Erkennen Sie Fortschritte und haben Sie schnell Erkenntnisse über Ihre mögliche Stammformation gewonnen?
Sauter: In den ersten Tagen war es nicht so leicht. Nicht alle Spieler akzeptierten mich sofort als ihre Trainerin. Mitlerweile haben wir uns besser kennengelernt und kommen klasse miteinander aus. Beim ersten Spiel musste ich leider meinem Vorgänger vertrauen und mit seiner Aufstellung spielen. Im zweiten Spiel gegen Verl konnte ich schon meine eigenen Ideen mit einbringen. Wir haben mit einer neuen Taktik versucht zu spielen, die wir jedoch flexibel ändern können. Die Stammelf wird sich nicht groß verändern. Florian Schmidt hat klasse Arbeit geleistet, und ich hoffe, ich kann diese fortsetzen und den Klassenerhalt schaffen.
NewsMag: Wenn ich Ihnen nun im Zusammenhang mit der angefangenen Woche die Namen Wilhelmshaven und Düsseldorf nenne, welche Gedanken befallen Sie da?
Sauter: Ich denke, wir können in die Spiele ziemlich gelassen gehen. Wir haben mit dem Sieg gegen Verl erstmal ein bisschen Luft nach unten geschaffen. Wenn wir die beiden Spiele nun verkrampft angehen und uns denken: "Hier müssen wir gewinnen" sinken unsere Siegchancen. Zur Zeit herrscht gute Stimmung in der Mannschaft
und die wollen wir behalten. Die Spieler sind topmotiviert und wissen um die Wichtigkeit dieser Spiele
, bewerten sie aber nicht über. Ich bin zuversichtlich, dass aus den Spielen gegen Wilhelmshaven und Düsseldorf drei bis vier Punkte rausspringen.
NewsMag: Ein Wort vielleicht mal zum Fußballgeschäft im Allgemeinen. Sie wurden in dieser zuweilen chauvinistischen Männerdomäne als Frau begeistert empfangen. Wie gehen Sie damit um, soviel mehr Resonanz auszulösen als jeder männliche Kollege vor Ihnen? Und haben Sie auch schon richtig plumpe Anmachen erlebt?
Sauter: Natürlich ist Fußball eine Männerdomäne, doch muss man dazu sagen, dass die fußballbegeisterten Frauen vor allem in Deutschland immer mehr zunehmen. (Treiben die denn selber keinen Sport? Anm. d. Red. :D :D :D ) Gerade die deutsche Damennationalmannschaft zeigt in letzter Zeit super Spiele und ist erfolgreicher als die der Herren. Ich denke, es ist zumindest heute noch normal, dass eine Frau im Fußball, gerade als Trainerin einer Herrenmannschaft, auffällt, und natürlich kommen immer wieder dumme Sprüche, aber ich versuche sie zu ignorieren
und denke, dass es mir ganz gut gelingt. Aber insgesamt kommen mehr positive Bemerkungen als negative. Der Erfolg gegen Verl kam genau richtig, so haben viele zunächst skeptische Fans ihre Meinung geändert und akzeptieren mich nun.
NewsMag: Um dieses Thema abzuschließen: Habe ich noch Chancen auf den blödesten Anmachspruch, der Ihnen bislang in Ihrer Trainerinkarriere untergekommen ist, wenn ich Ihnen sage, dass Sie heute bedrückend schön aussehen?
Sauter: Ich dachte, Sie wollten mich zu Fußball und meinem Trainerposten bei Sachsen Leipzig befragen und denke, dass diese Frage darum hier nichts zu suchen hat...
(Drei Euro, da gleichbedeutend mit: "Ich beantworte nur Fragen zum Spiel." Anm. d. Red.)
NewsMag: Schon gut. Ich sollte ja nur im Auftrag Ihres Lebensgefährten den Treuetester hier abgeben :( Aber zurück zum Fußball und zu meiner letzten Frage, die unsere Leser natürlich auch alle brennend interessiert: Wer steigt denn ab?
Sauter: Das weiß ich natürlich nicht. Ich habe mich bis jetzt mehr mit meiner eigenen Mannschaft beschäftigt als mit den Konkurrenten
und sehe in meiner Mannschaft genug Potential um die Klasse zu halten.
Aber eins ist klar...es wird nochmal ganz eng da unten.
Für die, die momentan auf einem Abstiegsplatz sind, sieht es natürlich am schlechtesten aus
, wobei Düsseldorf und Wilhelmshaven mit Siegen gegen uns wieder ganz nah rankämen. Für Wattenscheid und vor allem Babelsberg ist schon fast ein Wunder oder zumindest ein guter Lauf nötig um nochmal ranzukommen
, denn 13 bzw. 15 Punkte auf einen Nicht-Abstiegsplatz sind ne Menge. Bis oben Hannover kann es noch alle treffen und ich kann in meiner Situation wohl kaum Wunschkandidaten benennen, sondern einfach nur froh sein wenn wir drin bleiben.
NewsMag: Dann wünsche ich Ihnen im Namen der Redaktion und unserer Leser alles Gute und bedanke mich für das Interview.
Sauter: Vielen Dank.
Der zweite Knaller des 21. Spieltags steigt im Erzgebirgsstadion zwischen den FC Erzgebirge Aue und dem SC Verl. Die Gäste gelten neben Schönberg als unberechenbarster Abstiegskandidat. Es scheint fast, als würden die Westfalen sich in den direkten Duellen gegen Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt verlorene Punkte gegen die Größen den Liga zurückholen. Nach einer sang- und klanglosen 0:3-Pleite gegen Chemnitz gelang plötzlich ein sensationeller 1:0-Erfolg beim den Chemnitzern mindestens ebenbürtigen KFC Uerdingen. Einen Tag später unterlag man dann zu Hause mit 1:3 gegen Sachsen Leipzig.
Den Westfalen ist also wirklich alles zuzutrauen, in der Hinrunde gelang sogar ein Sieg gegen den VfL Osnabrück. Doch auch die Sachsen sind nicht von Pappe: Auch die Mannschaft von Trainer Martin Lautner vermied zumeist hohe Niederlagen gegen Aufstiegsaspiranten und siegte in der Hinrunde mit 2:0 gegen Hannover 96 und gar mit 7:2 gegen das Schlusslicht aus Babelsberg. Überhaupt ist Aue der Verein unter den letzten acht, der in den Spielen der letzten acht untereinander die meisten Punkte geholt hat. Zwar haperte es in vielen Trainingsspielen an allen nur erdenklichen Ecken, Enden und Kanten, doch ist den Auern zweifellos ein Sieg gegen den SC Verl zuzutrauen. Da man selbst noch die am besten positionierte Mannschaft im Abstiegskampf stellt, könnte man sogar mit einem Unentschieden recht gut leben. Nur eine Niederlage wäre vielleicht schlecht ;)
Der Ausblick auf den 22. Spieltag offenbahrt, dass es ein weiteres Mal zu direkten Duellen kommen wird. Der FC Schönberg wird beim SC Verl anzutreten haben - dieses Spiel wird garantiert 0:0 enden ;) Und Fortuna Düsseldorf bekommt es mit der Mannschaft aus Aue zu tun. Nicht nur für den Freistaat Sachsen sondern auch für das Land Nordrhein-Westfalen mit Düsseldorf und Verl stehen also Wochen der Wahrheit
an. Prognose: Keine. :D Kommentare (6)
Die Saison dauert 34 Spiele und nach der Saison ist vor der Saison ;-)
Someg · 23.08.2004 09:17 Uhr
wie man aus so langweiligen antworten noch so nen bericht schafft...*wunderundbewunder* ;-)
Vera · 23.08.2004 12:59 Uhr
toll dass es endlich wieder nen bericht gibt. Danke Karsten!
Urlauber · 23.08.2004 16:25 Uhr
Wenn Karsten will, kann er ja auch ;)
Yoda · 24.08.2004 17:34 Uhr
Und dafür, dass bestimmte Personen plötzlich nicht mehr antworten, wenn ich sie nach nem Bericht frage, kann ich auch nichts :-(
Karsten7281 · 24.08.2004 21:37 Uhr
Ich würde den Wattenscheidern den Klassenerhalt sichern, kann das jemand an das Präsidium schicken!
JurekOne · 31.08.2004 21:24 Uhr
Einloggen, um mitzureden.







