Topspiel
03: Kickers Emden - Rot-Weiß Oberhausen
28.06.2003
Karsten7281
Am dritten Spieltag der aktuellen Saison in der Regionalliga Nord treffen die Kickers aus Emden auf Rot-Weiß Oberhausen. Bereits in dieser frühen Saisonphase ein Abstiegskrimi, wie er im Buche steht.
Der dritte Spieltag in der Regionalliga Nord beschert den Fans eine Paarung, in der es bereits um alles zu gehen scheint. Nicht um den Aufstieg oder um eine Steigerung des FG-Wertes. Nein, es geht schlicht und ergreifend um die nackte Existens zweier Vereine in der VDFB.
Was? So früh?
Jawohl, genau so ist es. Führen wir uns doch einmal die Sachlage vor Augen. Auf der einen Seite des Platzes werden an diesem Tag als Gastgeber die Kickers aus Emden stehen. Gerade erst aufgestiegen, verpflichteten die Ostfriesen als Trainer Frank Schulze. Jenen Coach, unter dem in der Vorsaison die Preußen aus Münster sang- und klanglos den bitteren Gang in die Viertklassigkeit antreten mussten.
Als Gast tritt in Otto Waalkes’ Heimatstadt Rot-Weiß Oberhausen unter der Führung von Trainer Chris Hauffe an. Die Elf vom Niederrhein galt in der Vorsaison bereits als sicherer Absteiger, als sie das – Verzeihung – Glück ereilte, dass Coach Chris Hauffe für längere Zeit außer Gefecht gesetzt war. Interimstrainer Andreas Weiß führte das Team ins gesicherte Mittelfeld, schoss auf dem Weg dorthin Mitkonkurrenten mühelos in Grund und Boden und machte selbst Aufstiegsaspiranten das Leben zur Hölle.
Alle Welt geht davon aus, dass beide Teams sich über kurz oder lang ganz tief im Tabellenkeller wiederfinden werden. Und nach Meinung vieler werden sie dieses Schicksal sicher mit den Teams aus Essen, Verl, Wattenscheid und Wuppertal teilen. Insgesamt also sechs „heiße“ Anwärter auf den Sturz in die Viertklassigkeit. Doch nur vier Plätze sind zu „vergeben“. Gelingt keinem der Teams ein Überraschungscoup, ist eines gewiss: Wer nicht auf den vier letzten Plätzen, die das Verderben bringen, landen möchte, der muss diejenigen schlagen, die am Ende genau dort verderben. Die beiden Teams aus dem genannten Sextett, die am Ende die meisten Punkte aus den zehn Partien gegen die mutmaßlich direkten Mitkonkurrenten geholt haben werden, spielen auch im nächsten Jahr in der Regionalliga Nord. Für die anderen gehen die Lichter aus.
So wird bereits am dritten Spieltag die Begegnung zwischen den Kickers aus Emden und Rot-Weiß Oberhausen zum Topspiel um den Klassenerhalt! Insbesondere der überraschende Punktgewinn der Wattenscheider gegen Fortuna Düsseldorf hat beide Teams in Zugzwang gebracht. Drei Punkte müssen her in einem Spiel, in dem es genau genommen um sechs der begehrten Zähler geht. Ein Unentschieden bringt hier niemanden weiter, zumal auch der SC Verl mit Siegen gegen Wattenscheid und Essen das Soll bislang absolut erfüllt hat und sowohl die Kickers als auch RWO mit null Punkten aus zwei Spielen in die Saison gestartet sind. Dabei verloren die Ostfriesen sogar das außerordentlich wichtige Spiel beim Wuppertaler SV nach schwacher Leistung klar mit 0:3. :nein:
Trotz der Brisanz des Duells läuft der Vorverkauf nur schleppend. Mit „nichteinmal 1500 Zuschauern“ rechnet der Emdener Platzwart und nippt nachdenklich an einer Tasse gefüllt mit bestem ostfriesischem Tee :drink:. Die allerdings werden alles geben, als ginge es um den Europapokal. Die große Zeit der Kickers Anfang der neunziger Jahre, als auch Jörg Heinrich hier spielte und man sich am Aufstieg in die zweite Bundesliga versuchte, ist freilich vorbei. Dennoch ist Platzwart Tore Hinnerksen überzeugt: „Der Schulze, der macht das. Dieses Jahr steigen wir nicht ab, und nächstes Jahr ist alles möglich.“ Durch den in diesem Jahr bevorstehenden Abstiegskampf müsse man halt nunmal durch, das sei für Aufsteiger eben so. Watt mutt, datt mutt, sagt ein altes friesisches Sprichwort.
Der Verein Rot-Weiß Oberhausen auf der Gegenseite ist ein richtiggehender Ein-Mann-Betrieb :könig:. Chris Hauffe ist nicht nur Trainer und Manager des Teams. Nein, als Polizeibeamter und Disk-Jockey ist er zugleich noch Ordner und Stadionsprecher im Niederrheinstadion. Durch sein sympathisches Auftreten in der Öffentlichkeit stieg er darüber hinaus zum Fanbeauftragten der Kleeblätter auf. Beliebt ist er dort über alle Maßen und trotz nur sehr dürftiger sportlicher Leistungen für die Fans ein Held. Hotte Kowalski, Vorsitzender der Oberhausener Ultras: „Hömma, der Chris, datt issen feina Kerl. Mit den würd ich auch inne vierte und fünfte Liga gehn. Andere Vereine, die vielleicht sportlich so’n bissken mehr watt gebacken kriegn, da kannze den Träna inne Tonne haun. Und deswegen kann die nämlich auch keina leiden. Außadem kann der Chris ja nu auch nix dafür, wenn die Gurken auffen Platz nich gradeaus laufn könn.“
Klare Worte also beiderseits der Mittellinie des kommenden Spieltages. Bekenntnisse zu den sportlichen Übungsleitern, die auch unter den Trainerkollegen der Regionalliga hoch im persönlichen Ansehen stehen. Florian Schmidt von Sachsen Leipzig kennt Frank Schulze aus Ligaspielen gegeneinander und sagt, man habe sich vor und nach dem Spiel immer sehr gut verstanden. Er schätze ihn als guten und qualifizierten Trainer, der versuche, um jeden Punkt zu kämpfen. Union-Coach Oliver Esklavon beschreibt seinen Kollegen aus Oberhausen als „ein vorbildliches, nicht unterzukriegendes Urgestein der VDFB.“ Es werde allerdings schwer werden, Oberhausen in der Liga zu halten. Auch für Emden werde der Klassenerhalt sehr, sehr schwer, zumal nach dem verpatzten Saisonauftakt, so Esklavon. Kollege Andreas Geiser aus Hannover hält indes beide Kontrahenten für absolut faire Sportsmänner. „Nur gute Erfahrungen“ habe er mit beiden gemacht, so der junge niedersächsische Exilschwabe.
Frank Götze, Düsseldorfer Übungsleiter, äußert sich in seiner unnachahmlichen Art wie folgt: „Da ja Wuppertal anscheinend nun auch zu punkten beginnt, scheint es sich beim Duell dieser beiden Teams schon fast um das Spiel um Platz 17 zu handeln (man möge mir diese Prognose verzeihen ;-) ), ABER die Saison ist noch lang und ich erwarte von beiden, dass sie mich eines Besseren belehren :-)))) Frank ist ein netter Kerl, so weit ich ihn kennen lernte, ABER außer in und um Ligaspiele hatte ich bislang kaum Kontakt... DJ Chris 4ever!!! :-)) Chris kenne ich fast schon so lange, wie ich in der VDFB bin... Er ist so weit ich weiß der Spieler in der VDFB, der es mit der schlechtesten Leistung auf die wenigsten Abstiege bringt :respekt: , da er in Saison 2 von Wertungen und Zwangabstiegen profitierte und letzte Saison bekanntlich durch seinen Interim gerettet wurde. ABER da ich Chris sehr mag, werde ich versuchen ihn mit ein wenig Training vielleicht doch zum Klassenerhalt zu bringen *ausnahmsweise mal auf sportlichem Weg ;-) )“
Dem NewsMag ist es gelungen, beide Trainer zu einem netten Gespräch auf ein Pilsken zusammen zu bringen. Das Gespräch mit Frank Schulze und Chris Hauffe führte Karsten Schröder.
Guten Tag, die Herren!
Hauffe: Hallo, Herr Schröder.
Schulze: Hallo, Herr Schröder und an alle treuen Fans unseres Traditionsvereins.
Wie beurteilen Sie beide Ihren eigenen Saisonstart?
Hauffe: Der Saisonstart ist leider voll in die Hose gegangen, was aber zu erwarten war, schließlich hatten wir mit Kiel einen Aufstiegsaspiranten als Auftaktgegner. Außerdem lief die Vorbereitung nicht so gut. Es gab leider nur wenig Trainingsspiele, um die Form zu testen. Unser 2. Match gegen Uerdingen ließ auch nicht an einen Sieg glauben. Dazu kamen zahlreiche Abgänge aus meinem Kader, die aus finanziellen Gründen auch nicht gleichwertig ersetzt werden konnten.
Schulze: Das Team und das gesamte Umfeld war übermotiviert. Das Anfangsprogramm sah nicht zu schwierig aus. Viele träumten schon von einem 8-Punkte-Start und Platz 1 der Tabelle. Doch diesen Druck hielt das Team nicht aus, wie man am Eröffnungsspiel gegen die Mitaufsteiger aus Leipzig sah. Es folgte das Debakel gegen Wuppertal. Schlechter geht es kaum. Ich überlege bereits, in den Ruhestand zu gehen.
Hauffe: Oh Gott. Die Niederlage von Emden gegen Wuppertal hat mich selbst geschockt, zumal ich Wuppertal als härtesten Gegner im Abstiegskampf sehe.
Das Ergebnis setzt uns natürlich unter Zugzwang, wobei ich überzeugt bin, dass Frank sein Team gegen uns ganz heiß machen wird. Ich denke, dass dieses Spiel ein ganz heißer Fight wird.
Über Ruhestand sollte Frank nicht nachdenken, dafür ist er zu sehr mit Leib und Seele Fußballtrainer. Mir geht es ja seit meinem Einstand vor vier Spielzeiten nicht besser. Ich lebe von Niederlage zu Niederlage, aber die Flamme brennt immer noch ganz heftig. Ich wünsche ihm nur ein ruhiges Umfeld, dass man ihn in Ruhe weiter arbeiten lässt, dann wird der Verein auch Erfolge feiern. Man darf nicht vergessen, dass Emden gerade erst aufgestiegen ist.
Ich bin übrigens im letzten Spieljahr nach unserem Zweitligaabstieg auch mit dem Anspruch in die Runde gegangen, oben mitzuspielen, und wir fanden uns ganz schnell auf einem Abstiegsplatz wieder. Diese Liga ist einfach gut besetzt.
Ich hoffe aber dennoch, dass wir die überaus wichtigen Punkte am nächsten Spieltag einfahren können. Vielleicht schwächt der jetzt entstehende Druck ja die Kickers aus Emden. Letztendlich möge aber das bessere Team in einem schönen Spiel gewinnen.
Klare Rückenstärkung vom Gegner, Herr Schulze. Daher nochmal die Frage an Sie: Meinten Sie die Rücktrittsdrohung eigentlich Ernst?
Schulze: Ja, ich hatte 2 Sekunden ernsthaft drüber nachgedacht. Doch ich bin jung und brauche das Geld ;-)
Gut, wenn ein gutes Angebot aus Thailand käme, würde ich zugreifen, aber ansonsten fühle ich mich in Ostfriesland ganz wohl. Und das Trainingsgelände auf dem Deich ist auch nicht ohne.
Wie sehen Sie Ihr kommendes Programm?
Hauffe: Das Spiel gegen Schalke dürfte nur Außenseiterchancen zulassen. Wenn wir hier nicht einen Glückstag haben und völlig unterschätzt werden, gibt es hier eine derbe Niederlage. Unsere Vorbereitung zielt in erster Linie auf die "6-Punkte-Spiele" ab. Hier müssen wir punkten. Cottbus, Emden oder RW Essen sind extrem wichtige Spiele. Gott sei Dank liegen diese Spiele nicht an den ersten beiden Spieltagen, so dass uns etwas Spielpraxis bis dahin gut tun könnte.
Schulze: Mit Oberhausen und Schönberg kommen durchaus schlagbare Gegner. Noch besteht also Hoffnung auf einen guten Start. Aber wehe, man verliert, dann sind die Chancen auf 0 Punkte in der kompletten Saison nicht ausgeschlossen.
Zum Spiel zwischen Ihren beiden Teams: Herr Hauffe, erklären Sie doch mal bitte unseren Lesern, warum Ihr Team die Kickers aus Emden schlagen wird.
Hauffe: Weil wir das Spiel einfach gewinnen müssen, um nicht wieder aussichtslos in Rückstand zu geraten. Außerdem hatte ich bislang extrem viel Pech mit meinem Team. Sehr oft fielen Gegentreffer in der letzten Saison erst nach großem Kampf in der Schlussphase.
Und Herr Schulze, was sagen Sie, warum dieser Fall nicht eintreten wird und stattdessen Ihre Mannschaft als Sieger den Platz verlässt?
Schulze: Wir haben aus dem Leipziger Spiel gelernt. Das Team wurde in ein gesondertes Trainingslager geschickt. Unser Gegner wird wohl nach dem 0:8-Debakel gegen Kiel und dem 0:7 gegen Uerdingen noch etwas angeschlagen sein. Das wollen wir ausnutzen. Aber natürlich werden wir Oberhausen nicht unterschätzen.
Kennen Sie beide eigentlich einander und das jeweils gegnerische Team?
Hauffe: Klar kenne ich Frank, den ich extrem schätze. Wir haben auch schon einige Spiele gegeneinander bestritten. Ein Sportsmann, wie er im Buche steht. Fair, freundlich und sportlich. Seine Mannschaft kenne ich noch nicht. Ich selbst bin aber davon überzeugt, dass Frank sich mit seinem neuen Team schnell einspielen wird. Er ist ein guter Trainer und wird mit diesem Team schnell Erfolge feiern und den Klassenerhalt ganz schnell sicher haben. Nur hoffe ich, dass dies erst nach unserem Match passiert.
Schulze: Chris Hauffe ist ein erfahrener Trainer. Wir kennen seine Stärken. Und sein Team ist im Gegensatz zu unserem eingespielt. Wer will auch schon aus Oberhausen weg?
Was entgegnen Sie denen, die Sie bereits als sichere Absteiger sehen?
Hauffe: Leider muss ich sagen, dass diese Leute Recht haben aber wir alles dran setzen werden, dass dies trotzdem nicht passieren wird. Soviel Glück wie im letzten Jahr, als ein Interimscoach mit einer tadellosen Leistung und Siegesserie das Team vor dem sicheren Abstieg bewahrt hat, wird es in diesem Jahr nicht geben. Ich werde mit meinem Team entweder absteigen oder die Sensation schaffen. Dafür werden wir nun viel trainieren. Wenn es trotz aller Anstrengung nicht zum Klassenerhalt reichen sollte, dann haben wir es eben nicht verdient. Aber wir werden immer den 100 prozentigen Einsatz gegeben haben.
Schulze: Schade, daß Sie ihr gutes Geld verlieren, wenn Sie auf uns tippen. Unser Ziel ist ein Mittelfeldplatz und daran halten wir immer noch fest. Und ich bin davon überzeugt, daß wir mit dem Abstieg rein gar nichts zu tun haben. Unser Vorteil ist, dass uns viele Gegner unterschätzen.
Dann Ihnen beiden vielen Dank und gut Sport!
Hauffe: Danke auch.
Schulze: Danke auch und auf viele faire Spiele.
Wie unser Gespräch mit beiden Trainern zeigt, hat man den Existenzkampf in Oberhausen von Saisonbeginn an angenommen. In Emden hingegen ist der Kampf um den Klassenerhalt eher ein Gespenst, das man dort überhaupt nicht sehen möchte I). Nun müssen die Kickers aufpassen, nicht über die eigenen Ansprüche zu stolpern. Dies ist schon ganz anderen Vereinen in der Vergangenheit passiert. Die Pleite in Wuppertal spricht Bände. Gibt es auch gegen Oberhausen keinen Sieg, kann an der Emsmündung schnell Panik ausbrechen :shock1:. Die Gäste sind indes im Abstiegskampf erfahren, hier stellt sich jedoch mehr als anderswo die Frage nach der sportlichen Qualität. Gelingt allerdings ein Sieg in Emden, so ist der Klassenerhalt durchaus möglich.
Wie auch immer es kommen mag, fest steht, dass die Zuschauer im Dr.-Helmut-Riedl-Stadion einen aufopferungsvollen Kampf von der ersten bis zur letzten Minute erleben werden, in dem letztendlich die Mannschaft die Nase vorn haben wird, die es besser versteht, neben dem bloßen Kampfeswillen auch ihre spielerischen Qualitäten einzusetzen und die in den entscheidenden Momenten wacher ist :sleep: oder einfach ein bisschen mehr Glück hat. Gelegenheit zur Revanche hat der Verlierer bereits wenige Tage später, wenn es zwischen beiden Teams im Oberhausener Niederrheinstadion um den Einzug in die erste Hauptrunde des VDFB-Vereinspokals geht. Bei beiden Vereinen dürfte jedoch das vorherige Punktspiel absolute Priorität genießen.
Emdens Dr.-Helmut-Riedl-Stadion - hier geht es zwischen den heimischen Kickers und Rot-Weiß Oberhausen um die Wurst
Hauffe: Hallo, Herr Schröder.
Schulze: Hallo, Herr Schröder und an alle treuen Fans unseres Traditionsvereins.
Wie beurteilen Sie beide Ihren eigenen Saisonstart?
Hauffe: Der Saisonstart ist leider voll in die Hose gegangen, was aber zu erwarten war, schließlich hatten wir mit Kiel einen Aufstiegsaspiranten als Auftaktgegner. Außerdem lief die Vorbereitung nicht so gut. Es gab leider nur wenig Trainingsspiele, um die Form zu testen. Unser 2. Match gegen Uerdingen ließ auch nicht an einen Sieg glauben. Dazu kamen zahlreiche Abgänge aus meinem Kader, die aus finanziellen Gründen auch nicht gleichwertig ersetzt werden konnten.
Schulze: Das Team und das gesamte Umfeld war übermotiviert. Das Anfangsprogramm sah nicht zu schwierig aus. Viele träumten schon von einem 8-Punkte-Start und Platz 1 der Tabelle. Doch diesen Druck hielt das Team nicht aus, wie man am Eröffnungsspiel gegen die Mitaufsteiger aus Leipzig sah. Es folgte das Debakel gegen Wuppertal. Schlechter geht es kaum. Ich überlege bereits, in den Ruhestand zu gehen.
Hauffe: Oh Gott. Die Niederlage von Emden gegen Wuppertal hat mich selbst geschockt, zumal ich Wuppertal als härtesten Gegner im Abstiegskampf sehe.
Das Ergebnis setzt uns natürlich unter Zugzwang, wobei ich überzeugt bin, dass Frank sein Team gegen uns ganz heiß machen wird. Ich denke, dass dieses Spiel ein ganz heißer Fight wird.
Über Ruhestand sollte Frank nicht nachdenken, dafür ist er zu sehr mit Leib und Seele Fußballtrainer. Mir geht es ja seit meinem Einstand vor vier Spielzeiten nicht besser. Ich lebe von Niederlage zu Niederlage, aber die Flamme brennt immer noch ganz heftig. Ich wünsche ihm nur ein ruhiges Umfeld, dass man ihn in Ruhe weiter arbeiten lässt, dann wird der Verein auch Erfolge feiern. Man darf nicht vergessen, dass Emden gerade erst aufgestiegen ist.
Ich bin übrigens im letzten Spieljahr nach unserem Zweitligaabstieg auch mit dem Anspruch in die Runde gegangen, oben mitzuspielen, und wir fanden uns ganz schnell auf einem Abstiegsplatz wieder. Diese Liga ist einfach gut besetzt.
Ich hoffe aber dennoch, dass wir die überaus wichtigen Punkte am nächsten Spieltag einfahren können. Vielleicht schwächt der jetzt entstehende Druck ja die Kickers aus Emden. Letztendlich möge aber das bessere Team in einem schönen Spiel gewinnen.
Klare Rückenstärkung vom Gegner, Herr Schulze. Daher nochmal die Frage an Sie: Meinten Sie die Rücktrittsdrohung eigentlich Ernst?
Schulze: Ja, ich hatte 2 Sekunden ernsthaft drüber nachgedacht. Doch ich bin jung und brauche das Geld ;-)
Gut, wenn ein gutes Angebot aus Thailand käme, würde ich zugreifen, aber ansonsten fühle ich mich in Ostfriesland ganz wohl. Und das Trainingsgelände auf dem Deich ist auch nicht ohne.
Wie sehen Sie Ihr kommendes Programm?
Hauffe: Das Spiel gegen Schalke dürfte nur Außenseiterchancen zulassen. Wenn wir hier nicht einen Glückstag haben und völlig unterschätzt werden, gibt es hier eine derbe Niederlage. Unsere Vorbereitung zielt in erster Linie auf die "6-Punkte-Spiele" ab. Hier müssen wir punkten. Cottbus, Emden oder RW Essen sind extrem wichtige Spiele. Gott sei Dank liegen diese Spiele nicht an den ersten beiden Spieltagen, so dass uns etwas Spielpraxis bis dahin gut tun könnte.
Schulze: Mit Oberhausen und Schönberg kommen durchaus schlagbare Gegner. Noch besteht also Hoffnung auf einen guten Start. Aber wehe, man verliert, dann sind die Chancen auf 0 Punkte in der kompletten Saison nicht ausgeschlossen.
Zum Spiel zwischen Ihren beiden Teams: Herr Hauffe, erklären Sie doch mal bitte unseren Lesern, warum Ihr Team die Kickers aus Emden schlagen wird.
Hauffe: Weil wir das Spiel einfach gewinnen müssen, um nicht wieder aussichtslos in Rückstand zu geraten. Außerdem hatte ich bislang extrem viel Pech mit meinem Team. Sehr oft fielen Gegentreffer in der letzten Saison erst nach großem Kampf in der Schlussphase.
Und Herr Schulze, was sagen Sie, warum dieser Fall nicht eintreten wird und stattdessen Ihre Mannschaft als Sieger den Platz verlässt?
Schulze: Wir haben aus dem Leipziger Spiel gelernt. Das Team wurde in ein gesondertes Trainingslager geschickt. Unser Gegner wird wohl nach dem 0:8-Debakel gegen Kiel und dem 0:7 gegen Uerdingen noch etwas angeschlagen sein. Das wollen wir ausnutzen. Aber natürlich werden wir Oberhausen nicht unterschätzen.
Kennen Sie beide eigentlich einander und das jeweils gegnerische Team?
Hauffe: Klar kenne ich Frank, den ich extrem schätze. Wir haben auch schon einige Spiele gegeneinander bestritten. Ein Sportsmann, wie er im Buche steht. Fair, freundlich und sportlich. Seine Mannschaft kenne ich noch nicht. Ich selbst bin aber davon überzeugt, dass Frank sich mit seinem neuen Team schnell einspielen wird. Er ist ein guter Trainer und wird mit diesem Team schnell Erfolge feiern und den Klassenerhalt ganz schnell sicher haben. Nur hoffe ich, dass dies erst nach unserem Match passiert.
Schulze: Chris Hauffe ist ein erfahrener Trainer. Wir kennen seine Stärken. Und sein Team ist im Gegensatz zu unserem eingespielt. Wer will auch schon aus Oberhausen weg?
Was entgegnen Sie denen, die Sie bereits als sichere Absteiger sehen?
Hauffe: Leider muss ich sagen, dass diese Leute Recht haben aber wir alles dran setzen werden, dass dies trotzdem nicht passieren wird. Soviel Glück wie im letzten Jahr, als ein Interimscoach mit einer tadellosen Leistung und Siegesserie das Team vor dem sicheren Abstieg bewahrt hat, wird es in diesem Jahr nicht geben. Ich werde mit meinem Team entweder absteigen oder die Sensation schaffen. Dafür werden wir nun viel trainieren. Wenn es trotz aller Anstrengung nicht zum Klassenerhalt reichen sollte, dann haben wir es eben nicht verdient. Aber wir werden immer den 100 prozentigen Einsatz gegeben haben.
Schulze: Schade, daß Sie ihr gutes Geld verlieren, wenn Sie auf uns tippen. Unser Ziel ist ein Mittelfeldplatz und daran halten wir immer noch fest. Und ich bin davon überzeugt, daß wir mit dem Abstieg rein gar nichts zu tun haben. Unser Vorteil ist, dass uns viele Gegner unterschätzen.
Dann Ihnen beiden vielen Dank und gut Sport!
Hauffe: Danke auch.
Schulze: Danke auch und auf viele faire Spiele.
Wie unser Gespräch mit beiden Trainern zeigt, hat man den Existenzkampf in Oberhausen von Saisonbeginn an angenommen. In Emden hingegen ist der Kampf um den Klassenerhalt eher ein Gespenst, das man dort überhaupt nicht sehen möchte I). Nun müssen die Kickers aufpassen, nicht über die eigenen Ansprüche zu stolpern. Dies ist schon ganz anderen Vereinen in der Vergangenheit passiert. Die Pleite in Wuppertal spricht Bände. Gibt es auch gegen Oberhausen keinen Sieg, kann an der Emsmündung schnell Panik ausbrechen :shock1:. Die Gäste sind indes im Abstiegskampf erfahren, hier stellt sich jedoch mehr als anderswo die Frage nach der sportlichen Qualität. Gelingt allerdings ein Sieg in Emden, so ist der Klassenerhalt durchaus möglich.
Wie auch immer es kommen mag, fest steht, dass die Zuschauer im Dr.-Helmut-Riedl-Stadion einen aufopferungsvollen Kampf von der ersten bis zur letzten Minute erleben werden, in dem letztendlich die Mannschaft die Nase vorn haben wird, die es besser versteht, neben dem bloßen Kampfeswillen auch ihre spielerischen Qualitäten einzusetzen und die in den entscheidenden Momenten wacher ist :sleep: oder einfach ein bisschen mehr Glück hat. Gelegenheit zur Revanche hat der Verlierer bereits wenige Tage später, wenn es zwischen beiden Teams im Oberhausener Niederrheinstadion um den Einzug in die erste Hauptrunde des VDFB-Vereinspokals geht. Bei beiden Vereinen dürfte jedoch das vorherige Punktspiel absolute Priorität genießen.
Emdens Dr.-Helmut-Riedl-Stadion - hier geht es zwischen den heimischen Kickers und Rot-Weiß Oberhausen um die Wurst Kommentare (8)
Sehr schöner Bericht:-) Das Spiel wird bestimmt ein Knaller und hoffentlich auch live übertragen und das Pokalspiel bitte direkt hinterher!!!;-)
Someg · 30.06.2003 00:09 Uhr
respekt...da is einer motiviert :D
ich hoffe das hält auch so an...bei mir hats nach 1 saison topspielberichte nachgelassen ;-)
soviel text hab ich zuletzt nur von someg gelesen ^^
ich hoffe das hält auch so an...bei mir hats nach 1 saison topspielberichte nachgelassen ;-)
soviel text hab ich zuletzt nur von someg gelesen ^^
Moskito · 30.06.2003 11:45 Uhr
Daher haben wir ja das System eingeführt, dass nicht einer die Berichte verfasst, sondern es reihum geht. 1. vergeht dem Schreiber dann nicht die Lust und zweitens ist es für die Leser abwechslungsreicher. Hoffetnlich geht das konzept auch wie geplant auf:-)
Someg · 30.06.2003 12:38 Uhr
Meine Herrentorte, schreibt Karsten viiiiiiiiiiiieeeeel. Da komme ich mir mit meinen Berichten recht "spärlich" vor. Saubaaaaaa Karsten ;o)
oneandonlyNeo · 30.06.2003 14:11 Uhr
Auch in der Kürze kann liegen die Würze, Neo...;-) Du bist als Gastautor vorgemerkt :-)
Karsten7281 · 30.06.2003 14:30 Uhr
sensationeller und lustig geschriebener bericht. jetzt freu ich mich noch mehr auf unser abstiegskampfmatch.
@ someg: übrigens hab ich in der 2. saison den abstieg nicht nur durch wertungen verhindert, sondern durch das glück, dass es in diesem jahr 2 zwangsabsteiger gab, sonst hätten die wertungen auch nichts gebracht. :-))
@ someg: übrigens hab ich in der 2. saison den abstieg nicht nur durch wertungen verhindert, sondern durch das glück, dass es in diesem jahr 2 zwangsabsteiger gab, sonst hätten die wertungen auch nichts gebracht. :-))
chauffe · 30.06.2003 16:03 Uhr
Dessen bin ich mir durchaus bewusst;-)
honcho · 30.06.2003 16:08 Uhr
Ich wünsch dir viel Glück im Abstiegskampf Chris! Cooler Bericht!
Osiris · 30.06.2003 16:28 Uhr
Einloggen, um mitzureden.