2. Liga · 32. Spieltag
16.08.2026Torflut in Elversberg: Ulmer Glück im Überfluss
Als der Schlusspfiff in Elversberg ertönte, war die Stimmung auf der einen Seite eine Mischung aus Erleichterung und ungläubigem Kopfschütteln, auf der anderen eher ein tiefes Seufzen, das nach einer verpassten Chance klang. Ein 4:4-Unentschieden war das Endresultat eines Abends, an dem man sich fragen durfte, ob die Torhüter vielleicht nur fürs Spektakel da waren, oder ob beide Abwehrreihen kollektiven Urlaub beantragt hatten. Die Zuschauer, so mancher vermutete, hatten ihre Eintrittskarten wohl doppelt und dreifach amortisiert.
Die Gäste aus Ulm schienen den Startschuss eher als Startschuss für ein Feuerwerk missverstanden zu haben, denn sie legten eine fulminante Frühphase hin. Nach nur 8 Minuten zappelte der Ball nach einem Schuss von Demirovic im Netz, gefolgt nur sieben Minuten später vom Treffer von Kramaric. Beide Tore? Natürlich von außerhalb des Strafraums. Man kennt das ja: Wenn der Sechzehner überfüllt ist, muss man eben neue Wege gehen. Die Elversberger, so schien es, waren in dieser ersten Halbzeit die klar bessere Mannschaft, und der Anschlusstreffer von Undav in der 29. Minute war nur eine logische Konsequenz. Der Treffer nährte die Hoffnung, die Partie noch vor der Pause zu drehen – eine Hoffnung, die sich jedoch noch etwas gedulden musste.
Nach dem Seitenwechsel ging das muntere Scheibenschießen weiter. Prömel stellte für Ulm in der 65. Minute den alten Abstand wieder her. Doch der SV Elversberg bewies Stehvermögen und drehte das Spiel tatsächlich. Erst traf Uzun in der 74. Minute, dann legte er nur vier Minuten später nach und brachte seine Farben in der 78. Minute sogar in Führung. Ein Kunststück, das selbst den abgebrühtesten Statistikern ein anerkennendes Nicken entlockte. Man sah sich schon als Sieger, doch Kramaric hatte etwas dagegen und glich in der 85. Minute wieder aus.
Am Ende stand ein Unentschieden zu Buche, das angesichts des späten Ausgleichs für Ulm doch als glücklich bezeichnet werden muss, auch wenn Elversberg das Spiel noch gedreht hatte. Es war ein Abend, der bewies: In der 2. Liga gibt es keine einfachen Punkte, aber reichlich Unterhaltung. Man wird sich noch lange fragen, wie man diese Partie nicht gewinnen konnte.




























