10 Jahre VDFB: Versunkene Clubs Teil IV
07.05.2010 · 4 Beiträge
CSchuelling
07.05.2010 · 17:17


SV BABELSBERG 03 
Nach dem wir nun im Westen waren, gehen wir in unserer Rubrik über die versunkenen Clubs wieder in den Osten. In der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam finden wir den SV Babelsberg 03, der immerhin auch seit Saison zwei im VDFB aktiv ist.
Entstanden ist der SV Babelsberg 03 im Jahre 1903 als SC DJK 1903 Nowawes, allerdings nur in den Bereichen Kraftsport, Gewichtheben und Ringen. Erst mit der Vereinigung und Umbenennung zum SV Nowawes 03 (Fusion mit dem FC Fortuna 05) gab es auch eine Fußballabteilung.
Der Verein spielt zunächst in der Kreisliga Berlin-Brandenburg und blieb dort bis 1931. Erst danach gelang der Durchmarsch in die höchste deutsche Spielklasse, die Gauliga Berlin-Brandenburg und der größte Erfolg des Vereins, der Gaufestsieg 1937. Kleine Randanekdote: ein gewisser Josef Herberger war 1928/29 Trainer beim aus Nowawes.
Nach Eingemeindungen erfolgte 1938 die Umbenenunng in SV Babelsberg 1903.
1938 erfolgte der Abstieg aus der Gauliga und 1943 der Wiederaufstieg.
Nach dem Kriege wurden die bürgerlichen Vereine aufgelöst und als Betriebssportgruppen teilweise neugegründet. So auch in Babelsberg wo die BSG Karl Marx Babelsberg entstand. 1950 erfolgte die Umbenennung in BSG Motor Babelsberg, die sich in unteren Ligen tummelte.
1961 wurde der SC Potsdam gegründet, allerdings die Fußballabteilung wegen anhaltender Erfolglosigkeit 1966 mit der BSG Motor Babelsberg zusammengelegt, worauf die BSG den Platz des SCP in der zweitklassigen DDR-Liga übernahm.
Zweieinhalb Jahre blieb man in Liga zwei, doch 1968 erfolgte der Abstieg in die Bezirksliga Potsdam. Daraufhin pendelte die BSG Motor zwischen Bezirksliga und DDR-Liga und war in den 1970er Jahren eine echte Fahrstuhlmannschaft. Erst ab 1981 (Aufstieg) gelang eine Stabilisierung und der Verein spielte bis 1989 dort. Dabei gelangen die größten Erfolge zu DDR-Zeiten, zwei zweite Plätze und das Achelfinale im FDGB-Pokal.
1989 stieg Babelsberg dann aber endgültig in die Bezirksliga Potsdam ab und blieb dort bis zum Ende des DDR-Fußballs. 1991 wurde der Verein aufgelöst und als SV Babelsberg 03 neugegründet.
Im vereinigten Deutschland begann Schritt für Schritt der Aufstieg: 1992 Landesligaaufstieg, 1993 Verbandsliga, 1996 Oberliga Nord und 1997 Regionalliga Nordost. Dort blieb der Verein bis zum Übergang zur Saison 2000/2001.


Das Logo der BSG Motor Babelsberg und der wohl beste Spieler der Babelsberger aller Zeiten, Urgestein (seit 1928 im Verein) und Torhüter Karl-Heinz "Schrippe" Schröder.
2000 gelangte der SV Babelsberg dann in den Bereich des VDFB und FABIAN SCHULZ wurde der erste Trainer. Ihm gelang in der neugeschaffenen Regionalliga Süd ein achtbarer Erfolg und Babelsberg blieb als 14. in de Liga.
Der Trainer blieb auch zunächst, wurde aber in der Mitte der Saison 2001/2002 von JAN KONZAN abgelöst, der den Verein immerhin auf den siebten Tabellenplatz, den besten Rang aller Zeiten im VDFB, führen konnte.
Doch wie sooft blieb ein erfolgreicher Trainer nicht lange und so übernahm im Sommer 2002 HANS-GEORG HAJESSEN das Kommando. Unter ihm ging der SVB fast in die Annalen ein - allerdings im negativen Sinne. Nur zwei Siege in 34 Spiele und rekordverdächtige 153 Gegentore: der Absturz in die vierte Liga war nicht aufzuhalten.
So hießen die Gegner die Gegner in den Jahren 2003-2005 nicht mehr Münster, Essen oder Lübeck, sondern BSG Motor Süd Brandenburg, Prignitzer Kuckuck Kickers und SG Blau-Gelb Lüdersdorf.
Erst 2006 sah man die Babelsberger wieder in der neugeschaffenen Oberliga Nord und RÜDIGER HAUFFE übernahm als echter "Ossi" den Verein. Seine Liebe wurde belohnt und der SVB stieg direkt 2006 als Meister in die Regionalliga auf. 25 Siege und nur 19 Gegentore in 34 Spielen: besser geht es fast nicht.
Aber wir kennen das Spiel ja: Trainer von Aufsteigern sind heiß begehrt und Hauffe wechselte zu seinem Liebling, dem Chemnitzer FC.
Babelsberg verpflichtete daraufhin ALEKSANDAR ANGELESKI und begann mit dem das Unternehmen Klassenerhalt in der Regionalliga.
Doch die Verpflichtung des Ex-Magdeburgers war nicht von Erfolg gekrönt und so stieg der SVB sang und klanglos als Tabellenletzer mit 15 Punkten wieder ab. 2008 konnten sich die Potsdamer dann konsolideren und Angeleski führte das Team auf Platz 11, so dass frühzeitig mit der Planung für die Regionalliga begonnen werden konnte.
Doch es war nur ein kurzes Intermezzo, denn der Abstieg des SV Babelsberg 03 geht weiter. Unter dem neuen Trainer OLAF S. gelangen nur drei Siege und 15 Punkte und gingen 2009 die VDFB-Lichter in Potsdam erstmal aus.
Nun spielt der Verein erneut in der Verbandsliga Brandenburg und wartet auf bessere Zeiten.
Der Kommunist Karl Liebknecht und die damit verbundene Karl-Liebknechtstraße in Potsdam-Babelsberg waren der Namensgeber für das Karl-Liebknecht-Stadion, dass vom Verein und seinen Fans liebevoll "KarLi" getauft wurde. Nutzer sind neben dem SVB die Frauen des FFC Turbine Potsdam, die 2005 für ds Highlight sorgten im Finale des UEFA-Pokals der Frauen gegen Djurgadens IF aus Schweden.
Nach diversen Ausbauten fasst das Stadion 14000 Zuschauer

Stadion Babelsberg
Das derzeitige VL-Team des SV Babelsberg ist sehr erfahren....um es harmlos auszudrücken. Acht Spieler sind über 30 und gerade mal drei unter 25, so dass das Team auf einen Altersschnitt von exakt 29 Jahren kommt. Kapitän der Mannschaft ist der Senior, der 35jährige Alexander Tetzner (Stärke 69), der in seiner letzten Saison nochmal den Aufstieg in die vierte Liga schaffen will.
Unumstrittener Star des Teams ist aber Ex-Nationalspieler Marco Reich (29 Jahre, Stärke 77), der als spielender Mittelstürmer für Vorlagen und Tore am Fließband sorgt. Weitere Stars sind Linksverteidiger Martin Sobczyk (31, 70) und Stürmer Nemanja Vucicevic (30, 70).



Der Kapitän und seine Mannschaft: Alexander Tetzner, Marco Reich und Nemanja Vucicevic.
Sportlich ist die Rückkehr des SV Babelsberg 03 in die Aufstiegsrunde so gut wie sicher. Allerdings dürfte aus finanziellen Gründen ein Aufstieg in naher Zukunft unrealistisch sein. Denn die Potsdamer drücken Schulden von fast 1,2 Millionen Euro, so dass die Lizenz seitens des VDFB verweigert werden dürfte. Und finanzkräftige Sponsoren sind nicht in Sicht, denn die kümmern sich lieber um die großen Berliner Clubs (Hertha, TeBe, BFC, Union) und um den Frauen-Bundesligisten FFC Turbine.
Bleibt die Frage: will they ever come back? - We will see!
Entstanden ist der SV Babelsberg 03 im Jahre 1903 als SC DJK 1903 Nowawes, allerdings nur in den Bereichen Kraftsport, Gewichtheben und Ringen. Erst mit der Vereinigung und Umbenennung zum SV Nowawes 03 (Fusion mit dem FC Fortuna 05) gab es auch eine Fußballabteilung.
Der Verein spielt zunächst in der Kreisliga Berlin-Brandenburg und blieb dort bis 1931. Erst danach gelang der Durchmarsch in die höchste deutsche Spielklasse, die Gauliga Berlin-Brandenburg und der größte Erfolg des Vereins, der Gaufestsieg 1937. Kleine Randanekdote: ein gewisser Josef Herberger war 1928/29 Trainer beim aus Nowawes.
Nach Eingemeindungen erfolgte 1938 die Umbenenunng in SV Babelsberg 1903.
1938 erfolgte der Abstieg aus der Gauliga und 1943 der Wiederaufstieg.
Nach dem Kriege wurden die bürgerlichen Vereine aufgelöst und als Betriebssportgruppen teilweise neugegründet. So auch in Babelsberg wo die BSG Karl Marx Babelsberg entstand. 1950 erfolgte die Umbenennung in BSG Motor Babelsberg, die sich in unteren Ligen tummelte.
1961 wurde der SC Potsdam gegründet, allerdings die Fußballabteilung wegen anhaltender Erfolglosigkeit 1966 mit der BSG Motor Babelsberg zusammengelegt, worauf die BSG den Platz des SCP in der zweitklassigen DDR-Liga übernahm.
Zweieinhalb Jahre blieb man in Liga zwei, doch 1968 erfolgte der Abstieg in die Bezirksliga Potsdam. Daraufhin pendelte die BSG Motor zwischen Bezirksliga und DDR-Liga und war in den 1970er Jahren eine echte Fahrstuhlmannschaft. Erst ab 1981 (Aufstieg) gelang eine Stabilisierung und der Verein spielte bis 1989 dort. Dabei gelangen die größten Erfolge zu DDR-Zeiten, zwei zweite Plätze und das Achelfinale im FDGB-Pokal.
1989 stieg Babelsberg dann aber endgültig in die Bezirksliga Potsdam ab und blieb dort bis zum Ende des DDR-Fußballs. 1991 wurde der Verein aufgelöst und als SV Babelsberg 03 neugegründet.
Im vereinigten Deutschland begann Schritt für Schritt der Aufstieg: 1992 Landesligaaufstieg, 1993 Verbandsliga, 1996 Oberliga Nord und 1997 Regionalliga Nordost. Dort blieb der Verein bis zum Übergang zur Saison 2000/2001.


Das Logo der BSG Motor Babelsberg und der wohl beste Spieler der Babelsberger aller Zeiten, Urgestein (seit 1928 im Verein) und Torhüter Karl-Heinz "Schrippe" Schröder.
2000 gelangte der SV Babelsberg dann in den Bereich des VDFB und FABIAN SCHULZ wurde der erste Trainer. Ihm gelang in der neugeschaffenen Regionalliga Süd ein achtbarer Erfolg und Babelsberg blieb als 14. in de Liga.
Der Trainer blieb auch zunächst, wurde aber in der Mitte der Saison 2001/2002 von JAN KONZAN abgelöst, der den Verein immerhin auf den siebten Tabellenplatz, den besten Rang aller Zeiten im VDFB, führen konnte.
Doch wie sooft blieb ein erfolgreicher Trainer nicht lange und so übernahm im Sommer 2002 HANS-GEORG HAJESSEN das Kommando. Unter ihm ging der SVB fast in die Annalen ein - allerdings im negativen Sinne. Nur zwei Siege in 34 Spiele und rekordverdächtige 153 Gegentore: der Absturz in die vierte Liga war nicht aufzuhalten.
So hießen die Gegner die Gegner in den Jahren 2003-2005 nicht mehr Münster, Essen oder Lübeck, sondern BSG Motor Süd Brandenburg, Prignitzer Kuckuck Kickers und SG Blau-Gelb Lüdersdorf.
Erst 2006 sah man die Babelsberger wieder in der neugeschaffenen Oberliga Nord und RÜDIGER HAUFFE übernahm als echter "Ossi" den Verein. Seine Liebe wurde belohnt und der SVB stieg direkt 2006 als Meister in die Regionalliga auf. 25 Siege und nur 19 Gegentore in 34 Spielen: besser geht es fast nicht.
Aber wir kennen das Spiel ja: Trainer von Aufsteigern sind heiß begehrt und Hauffe wechselte zu seinem Liebling, dem Chemnitzer FC.
Babelsberg verpflichtete daraufhin ALEKSANDAR ANGELESKI und begann mit dem das Unternehmen Klassenerhalt in der Regionalliga.
Doch die Verpflichtung des Ex-Magdeburgers war nicht von Erfolg gekrönt und so stieg der SVB sang und klanglos als Tabellenletzer mit 15 Punkten wieder ab. 2008 konnten sich die Potsdamer dann konsolideren und Angeleski führte das Team auf Platz 11, so dass frühzeitig mit der Planung für die Regionalliga begonnen werden konnte.
Doch es war nur ein kurzes Intermezzo, denn der Abstieg des SV Babelsberg 03 geht weiter. Unter dem neuen Trainer OLAF S. gelangen nur drei Siege und 15 Punkte und gingen 2009 die VDFB-Lichter in Potsdam erstmal aus.
Nun spielt der Verein erneut in der Verbandsliga Brandenburg und wartet auf bessere Zeiten.
Der Kommunist Karl Liebknecht und die damit verbundene Karl-Liebknechtstraße in Potsdam-Babelsberg waren der Namensgeber für das Karl-Liebknecht-Stadion, dass vom Verein und seinen Fans liebevoll "KarLi" getauft wurde. Nutzer sind neben dem SVB die Frauen des FFC Turbine Potsdam, die 2005 für ds Highlight sorgten im Finale des UEFA-Pokals der Frauen gegen Djurgadens IF aus Schweden.
Nach diversen Ausbauten fasst das Stadion 14000 Zuschauer

Stadion Babelsberg
Das derzeitige VL-Team des SV Babelsberg ist sehr erfahren....um es harmlos auszudrücken. Acht Spieler sind über 30 und gerade mal drei unter 25, so dass das Team auf einen Altersschnitt von exakt 29 Jahren kommt. Kapitän der Mannschaft ist der Senior, der 35jährige Alexander Tetzner (Stärke 69), der in seiner letzten Saison nochmal den Aufstieg in die vierte Liga schaffen will.
Unumstrittener Star des Teams ist aber Ex-Nationalspieler Marco Reich (29 Jahre, Stärke 77), der als spielender Mittelstürmer für Vorlagen und Tore am Fließband sorgt. Weitere Stars sind Linksverteidiger Martin Sobczyk (31, 70) und Stürmer Nemanja Vucicevic (30, 70).



Der Kapitän und seine Mannschaft: Alexander Tetzner, Marco Reich und Nemanja Vucicevic.
Sportlich ist die Rückkehr des SV Babelsberg 03 in die Aufstiegsrunde so gut wie sicher. Allerdings dürfte aus finanziellen Gründen ein Aufstieg in naher Zukunft unrealistisch sein. Denn die Potsdamer drücken Schulden von fast 1,2 Millionen Euro, so dass die Lizenz seitens des VDFB verweigert werden dürfte. Und finanzkräftige Sponsoren sind nicht in Sicht, denn die kümmern sich lieber um die großen Berliner Clubs (Hertha, TeBe, BFC, Union) und um den Frauen-Bundesligisten FFC Turbine.
Bleibt die Frage: will they ever come back? - We will see!
Someg
07.05.2010 · 17:48
HG und Olaf in Tradition von Herberger. Wer hätte das gedacht? :-)
ABER auch die PKK haben mich sehr erfreut, wobei das angesichts der Abkürzung eine zweifelhafte Aussage darstellt ;o)
ABER auch die PKK haben mich sehr erfreut, wobei das angesichts der Abkürzung eine zweifelhafte Aussage darstellt ;o)
avantasia
07.05.2010 · 18:44
haha der vucicevic
ich weiß noch wie seine freundin mir vorgeschwärmt hat, dass er der star beim 1. FC Köln wird. nun spielt er in israel :D
ich weiß noch wie seine freundin mir vorgeschwärmt hat, dass er der star beim 1. FC Köln wird. nun spielt er in israel :D
Someg
07.05.2010 · 18:49
*unzählige Kommentare mit "Bomben" unterdrück* ;-)
Aus dem VDFB-Forum übernommen. Bilder und Links von damals sind teils nicht mehr erreichbar.